29.10.2021 - 14:50 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Literaturhaus Oberpfalz: "Stern 111" zieht endlich auch in der Oberpfalz seine Bahn

Im dritten Anlauf klappt es nun endlich mit Lutz Seiler und seinem Roman „Stern 111“: Am Mittwoch, 10. November stellt der Schriftsteller seinen preisgekrönten Lockdown-Bestseller im Capitol in Sulzbach-Rosenberg vor.

Lutz Seiler
von Anke SchäferProfil

Wie kein anderer aktueller Roman traf Lutz Seilers „Stern 111“ im März 2020 den Nerv des zur strikten Häuslichkeit verdonnerten Publikums. In den fünf Wochen des ersten Lockdowns thronte er fest auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste – eine Tatsache, die seinen Schöpfer verwunderte und freute: „Man war zu Hause, gezwungenermaßen, wusste aber, dass das Buch da draußen seine Leser findet, das war schon eigenartig. Und natürlich sehr schön, dass der „Stern“ trotz allem seine Bahn zog", bekannte Lutz Seiler im September 2020 im Oberpfalz-Medien-Interview.

Einzig die Absage der Leipziger Buchmesse 2020 trübte ein wenig die Euphorie. In der Pandemie musste es bei der virtuellen Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse bleiben. „Der Preis wurde im Deutschlandfunk vergeben – am Radio gewissermaßen. Wir saßen noch am Frühstückstisch, das Kofferradio auf dem Tisch, fast wie früher, in meiner Kindheit – an jedem Morgen lief Bayern 3, das wir in Thüringen empfangen konnten. Dann der Preis: Reine Freude“, erinnert er sich an den bedeutenden Moment.

Erfolgsdruck verspürt Lutz Seiler, der bereits für seinen ersten Roman „Kruso“ mit dem Deutschen Buchpreis 2014 ausgezeichnet wurde, übrigens nicht. Es sei für jeden Autor wichtig, das Schreiben zu trennen von dem, was mit den fertigen Büchern später geschieht in der Welt. Der größte Erfolg für jeden Autor sei zunächst, das Buch geschrieben zu haben – oft sind das fünf, sechs Jahre Arbeit, ohne größere Pause.

Was er damals übrigens schon angekündigt hatte, ist mittlerweile Realität geworden: Sein Band „schrift für blinde riesen“, mit der er in seinen „Heimathafen Gedichte“ zurückgekehrt ist, steht seit August in den Buchhandlungen. Bei der vom Literaturhaus Oberpfalz veranstalteten Lesung dreht sich aber , wie gesagt, alles noch einmal um den die Wendezeit thematisierenden Erfolgsroman. Der übrigens so rein gar nichts mit Astronomie zu tun hat - "Stern 111" ist ein Kofferradiomodell aus DDR-Zeiten. Die Moderation des Abends im Capitol in Sulzbach-Rosenberg übernimmt Thomas Geiger vom Literarischen Colloquium Berlin.

HINTERGRUND:

Zu Person, Roman und Lesung

  • Lutz Seiler, Jahrgang 1963, wuchs in Ostthüringen auf, Lehre als Baufacharbeiter, Studium Geschichte und Germanistik in Halle, seit 1997 Leiter des literarischen Programms im Peter-Huchel-Haus bei Potsdam. Er lebt in Wilhelmshorst und Stockholm.
  • zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2007 Ingeborg-Bachmann-Preis, 2014 Deutscher Buchpreis für "Kruso", 2020 Preis der Leipziger Buchmesse für "Stern 111"
  • Lesung Mittwoch, 10. November, 19 Uhr Capitol Sulzbach-Rosenberg, Moderation Thomas Geiger LCB, Karten 10 Euro unter info[at]literaturarchiv[dot]de, Tel. 09661/8159590, es gilt 3Gplus.
  • "Stern 111", 525 Seiten, Taschenbuch, Suhrkamp Verlag, 12 Euro
  • "schrift für blinde riesen", 112 Seiten, gebunden, Suhrkamp Verlag, 24 Euro

 

 

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