26.02.2021 - 16:51 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Klimaschutz im Blick: Stadtrat macht Weg für Solarpark „Striegel“ frei

Freiflächen-Photovoltaikanlagen stehen aktuell in der Diskussion. Es gibt Befürworter, aber auch Kritiker. Für das 8,4 Hektar-Projekt der Firma Kurz in Sulzbach-Rosenberg machte der Stadtrat nun den Weg frei.

Auf der rot umrandeten Fläche entsteht auf gut acht Hektar Fläche der Solarpark „Striegel“, mit dem die Leonhard-Kurz-Stiftung für ihr Werk an der Eisenhämmerstraße (im Bild links oben zu erkennen) rund 13 Megawatt Strom zum Eigenverbrauch erzeugen will.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Der Solarpark „Striegel“ der Firma Kurz an der Gemeindeverbindungsstraße Oberschwaig - Hahnbach wäre in Sulzbach-Rosenberg das zweite größere Photovoltaikprojekt nach der Anlage auf der früheren Deponie am Annabergweg. Nach der Bewertung öffentlicher Eingaben, der Billigung des Entwurfs und dem Auslegungsbeschluss im Stadtrat steht dem Vorhaben bis auf die zweite öffentliche Beurteilung nichts mehr im Wege.

Schon im Jahr 2011 gingen die Wissenschaftler der HAW Amberg-Weiden vom Institut für Energietechnik bei den Untersuchungen zum Klimaschutzkonzept für die Kommune von nutzbaren 142 000 Quadratmetern Fläche für Photovoltaik aus. Im Oktober 2012 bauten Spezialisten für die Betreiberfirma SWWeE-Annaberg GmbH & Co.KG auf gut einem Hektar eine Anlage für die Erzeugung von Solarstrom. Das dort verpachtete Areal umfasst die sanierte Deponiefläche am Annabergweg und ist im Besitz des Freistaats Bayern.

Vergleicht man die bestehende Anlage, die ein Megawatt Strom aus 4500 Modulen erzeugt, mit dem neuen Solarpark der Firma Kurz, wird schnell eine ganz andere Dimension deutlich. Auf einer Fläche von 8,4 Hektar werden dort nach Informationen der Projektfirma Münch-Energie künftig 13 Megawatt-Peak erzeugt. Dieser Strom steuert knapp 24 Prozent des benötigten Bedarfs der Prägefolien-Firma bei. Eine bestehende PV-Anlage auf dem ansonsten nicht weiter geeigneten Dach der Firma Kurz liefert derzeit 0,2 Megawatt Energie.

Schon bei der Vorstellung in der Novembersitzung des Stadtrates gab es fast ausschließlich positive Stimmen zum Energieprojekt des größten Arbeitgebers im Sulzbach-Rosenberger Stadtgebiet. Lediglich Stefan Morgenschweis (CSU) favorisierte schon damals Konversationsflächen, wie etwa alte Industriebrachen, um so ein Projekt umzusetzen, da es sich beim Standort „Striegel“ um bis dato landwirtschaftlich genutzte Flächen handelt.

Drei Gegenstimmen

Bei der Abstimmung folgten ihm seine Fraktionskolleginnen Evi Rauch und Marga Klameth, was bei den Abstimmungen jeweils zum Ergebnis 22:3 führte, aber an der positiven Entscheidung für das Projekt nichts änderte. Diese Bedenken teilte Ende vergangenen Jahres auch Umweltschutzbeauftragter Peter Zahn nicht, sah dagegen entscheidende Vorteile für den Klimaschutz: „Um diese Kapazität zu erreichen, bräuchte man 1450 Dachflächen in der Stadt.“

Auch in der Nachbarstadt Amberg bleiben Freiflächen-PV-Anlagen ein Thema. Während einem Projekt am Postweiher in Speckmannshof Kritik entgegenschlägt, will ein privater Investor am Schlackenberg der Luitpoldhütte neun Hektar für Solarstrom-Erzeugung nutzen. Das soll nach Auffassung von CSU-Fraktionssprecher Patrick Fröhlich künftig auch auf dem Gelände der früheren Hausmülldeponie „Erzhülle“ in Form einer Bürger-PV-Anlage möglich sein (Oberpfalz-Medien berichtete). Das Ansinnen der CSU, vor Jahren auf dem Gelände des Schlackenbergs Solarstrom zu gewinnen, konnte trotz Investors aus Gründen des Biotopschutzes und verbundener Ausgleichsforderungen nicht realisiert werden.

Mehr zum Schlackenberg-Solarpark in Amberg

Amberg

Projektvorstellung Solarpark "Striegel"

Sulzbach-Rosenberg

„Um diese Kapazität zu erreichen, bräuchte man 1450 Dachflächen in der Stadt.“

Umweltschutzbeauftragter Peter Zahn

Hintergrund:

Solarpark "Striegel"

  • Größe: 84 000 Quadratmeter.
  • Eingrünung: 17 000 Quadratmeter.
  • Leistung der PV-Anlage: Mindestens 13 Megawatt.
  • Stromverbrauch am Kurz-Standort: 55 Millionen kWh.
  • CO2-Einsparung: rund 6500 Tonnen pro Jahr.
  • Gesamtinvestition: acht bis neun Millionen Euro.
Auf der sanierten Deponie am Annabergweg läuft seit Oktober 2012 eine PV-Anlage mit einer Leistung von einem Megawatt.

 

 

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