20.06.2021 - 17:32 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

"Kleiner Schlackenmarsch": Hitze als größte Herausforderung

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Die Teilnehmer des kleinen Sulzbach-Rosenberger Schlackenmarsches waren ernsthaft gefordert. Bei Temperaturen von über 30 Grad wurden die letzten Kilometer zur kreislaufzerstörenden Tortur.

Mit Schall und Rauch starteten die Teilnehmer auf dem Sulzbach-Rosenberger Dultplatz am Samstag beim „Kleinen Schlackenmarsch“.
von Heidi FranitzaProfil

Der „kleine Bruder“ des erstmals im Oktober letzten Jahres gestarteten original Schlackenmarsches blieb am Samstag wegen der herrschenden äußeren Bedingungen seinem großen Vorbild nichts schuldig. Die Sulzbach-Rosenberger Veranstalter um Stefan Thar, Vorsitzender des Schlackenvereins, mussten deshalb an erster Stelle die Gesundheit in den Fokus rücken, um bei den tropischen Temperaturen die Verfassung der Teilnehmer auf der 50-Kilometer-Strecke mit Start am Dultplatz und Zielpunkt in Siebeneichen möglichst stabil zu halten.

Mit Rasensprenger verwöhnt

Das Organisationsteam hatte deshalb im Vorfeld auch verschiedene Corona-Szenarien erdacht und entsprechende Maßnahmen vorbereitet. Aber durch die niedrigen Inzidenzwerte konnte die Veranstaltung unter Einhaltung der gültigen Regeln durchgeführt werden. Die unermüdliche Vorarbeit hatte dafür gesorgt, dass auch einige Zaungäste zum Start gekommen waren, oder die Marschierer auf der Strecke mit einer wohltuende Abkühlung aus dem Rasensprenger verwöhnten. Zudem war durch leichte Bewölkung und viele Wald-Etappen das erste Drittel des Weges noch einigermaßen gut zu meistern.

An vier Verpflegungsstationen und einer geheimen Überraschungsstation wurden die Teilnehmer ausgiebig mit Getränken und Verpflegung versorgt. Am Hellberg hatte die Spielvereinigung Weigendorf trotz Trainingsbetriebs ihr Sportheim zur Verfügung gestellt. Die Pfadfinder vom Stamm Graf Gebhard übernahmen die Station an ihrer Hütte in Bernricht. Und Schüler der Berufsfachschule für Pflege munterten müde Wanderer nicht nur mit Verpflegung und Getränken auf, sondern hatten auch Kühlpacks dabei, die auf dieser sonnendurchfluteten Etappe dankbar angenommen wurden. Auch das ein oder andere Wehwehchen wurde fachgerecht versorgt. Die restlichen Stationen betreuten die beiden örtlichen Sportgeschäften.

Höhenmeter zehren

Die „Überraschungsstation“ sah und hörte man schon von weitem. Getränke und Powerriegel gab es dort im Überfluss, ergänzt von einem breiten Angebot an hochprozentigen Getränken. So mancher holte sich hier ein „Dopingmittel“. Das Thermometer hatte mittlerweile die 30-Grad-Marke überklettert. Andreas Sietz reiste aus Hamburg zum „Kleinen Schlackenmarsch“ an: „Für mich waren die Höhenmeter die größte Herausforderung, nicht die Entfernung“, beschrieb er die Streckenführung. Rund 1000 Höhenmeter mussten auf der 50-Kilometer-Strecke überwunden werden. Bei den jährlich rund zehn besuchten Veranstaltungen im Norden der Republik kennt der Sportwanderer kaum solche Schwierigkeiten.

Gelichtete Reihen

Die Reihen lichteten sich dann am späten Nachmittag. Die Vernunft hatte Vorrang vor einer möglichen Selbstüberschätzung. Besonderen Anklang fanden der Rückholdienst sowie der kostenlose Shuttleservice des Busunternehmens Bruckner.

Joachim Meidenbauer und Christian Pirner waren in der letzten Gruppe gestartet und liefen nach rund sieben Stunden als Erste durch die Zielbogen im schattigen Biergarten des Gasthauses. Die beiden Königsteiner haben viel Erfahrung in diesem Sportsegment, starten sie doch im deutschen Team des OCR-Verbandes (Obstacle Course Racing Association Germany) bei Europa- und Weltmeisterschaften. Rund zehn Minuten später erreichten Andreas Sietz aus der Hansestadt und der Amerikaner Gabriel Foist das Ziel. Foist war als Teilnehmer beim „Großen Schlackenmarsch“ 2020 in diesem Jahr ein „Wiederholungstäter“. Seinen Zieleinlauf und die Frage, ob er sich auch wieder für die große Tour anmelden werde, kommentierte er mit den Worten: „Das weiß ich noch nicht. Ich weiß nur eins, ich bin verdammt fertig!“ Insgesamt beendeten 149 Teilnehmer innerhalb von 12 Stunden den Marsch. Erleichterung, Freude und Stolz waren in den Gesichtern zu lesen, auch emotionale Szenen konnten beobachtet werden. Allen Finishern wurde das weiße Stirnband überreicht, das erste von vielen, die in den nächsten Jahren andersfarbig folgen.

„Der erste Kleine Schlackenmarsch war mit 250 Teilnehmern schnell ausgebucht. Deswegen werden wir mit diesem Marsch am 24. Juli eine zweite Auflage durchführen. Das Anmeldeportal ist unter www.schlacken.com bereits geöffnet“, erklärte Stefan Thar.

Mehr zum 1. Schlackenmarsch 2020

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Hintergrund:

"Kleiner Schlackenmarsch"

  • 50 Kilometer in zwölf Stunden
  • Etwa 1000 Höhenmeter
  • Wanderer und Läufer
  • Start am Dultplatz in Sulzbach-Rosenberg
  • Zielpunkt beim Gasthaus Kreiner in Siebeneichen
  • Streckenverlauf: Sulzbach-Rosenberg, Bachetsfeld, Weigendorf, Etzelwang, Holnstein, Großalbershof, Feuerhof, Breitenbrunn, Siebeneichen.
  • Gesundheitliche Betreuung: Physio-Team Rossmann-aktiv

„Für mich waren die Höhenmeter die größte Herausforderung, nicht die Entfernung.“

Andreas Sietz aus Hamburg

 

 

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