05.11.2021 - 14:40 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Keine weiteren Experten für geplante Hans-Watzlik-Kommission

Soll die Hans-Watzlik-Straße einen neuen Namen bekommen? Eine Antwort darauf gibt es in der Bürgerversammlung nicht, aber eine Ansage zur Besetzung einer Kommission, die diese Frage erörtern soll.

Corona-konform läuft die erste Bürgerversammlung in Präsenz seit langer Zeit ab. Die Sporthalle der Krötenseeschule bietet Platz für ausreichend Abstand.
von Heidi FranitzaProfil

22 Sulzbach-Rosenberger folgten der Einladung der Stadt zur Bürgerversammlung in der Sporthalle der Krötensee-Mittelschule. Bürgermeister Michael Göth freute sich, dieses Forum nach einer längeren Zeit wieder als Präsenzveranstaltung leiten zu dürfen. Ein Hauptthema sollte die Diskussion über eine Umbenennung der Hans-Watzlik-Straße sein.

Göth blendete auf die Vorgeschichte mit dem Antrag der Stadtratsfraktion SURO2030 vom Dezember 2020 zurück, der an den Haupt- und Finanzausschuss weitergeleitet wurde. Dieser einigte sich am 2. März auf die Formel: "Die Angelegenheit soll auf eine breitere Basis verteilt werden unter Beteiligung der Öffentlichkeit und der Anwohner. Eine Kommission und die junge Generation sollten in die Entscheidungsfindung eingebunden werden. Außerdem sollte man die Stellungnahme von Experten (Stadtarchivar, Stadtheimatpfleger) mit berücksichtigen."

Dem Antrag von Markus Brandl, den Autor Hans Watzlik unter literaturwissenschaftlichen Aspekten zu betrachten, folgten die Zuhörer. Brandl erklärte dazu, dass Watzlik zwar als Heimatschriftsteller gelte, aber der Begriff Heimat bei den Nationalsozialisten stets als ausgrenzend und übersteigert nationalistisch zu verstehen gewesen sei. Dazu führte Brandl Zitate aus den Werken Watzliks an. Wenn darüber Konsens bestehe, dass Watzlik ein nationalsozialistischer Dichter gewesen sei, stelle sich die Frage, wie mit ihm als Namensgeber umzugehen sei. Um fundierte Antworten zu gewinnen, schlug Brandl vor, die vom Bürgermeister geplante Kommission mit Vertretern aus den Kulturwissenschaften, der Germanistik, der Geschichtswissenschaft und verwandten Fakultäten zu besetzen. Bei der Abstimmung fand die Berufung weiterer Experten in die geplante Kommission aber keine Mehrheit.

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Sulzbach-Rosenberg

Besorgt um Dialog zwischen Stadt und Landkreis

Wie es mit dem Dialog zwischen Stadt und Landratsamt bestellt sei, fragte Dieter Pirner. Zur Idee des Testlaufs einer autofreien Innenstadt an Wochenenden seien unterschiedliche Standpunkte der Behörden in der Presse dargestellt worden. Ordnungsamtsleiterin Rosalia Wendl räumte ein, dass tatsächlich unglückliche Formulierungen im Raum stünden. Das würde aber an der Faktenlage nichts ändern, dass die Sperrung der Innenstadt in der beantragten Form verkehrsrechtlich nicht zulässig sei.

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Sulzbach-Rosenberg

Frage nach der Ehrenbürgerschaft von Flick

Edmund Marx interessierte sich dafür, ob die Ehrenbürgerschaft des als Kriegsverbrecher verurteilten Friedrich Flick noch bestehe, die ihm die Stadt Sulzbach-Rosenberg 1953 verliehen hat. Darauf antwortete Stadtarchivar Johannes Hartmann: "Meines Wissens wurde die Ehrenbürgerschaft nicht aktiv aberkannt. Sie erlischt automatisch mit dem Tod." Flick ist am 20. Juli 1972 gestorben.

Nach einer guten Stunde ging diese Bürgerversammlung zu Ende. Eine weitere folgt schon am 2. Dezember in der Krötensee-Sporthalle, die sich als Schwerpunktthema dem Kempfenhofer Weg widmet. Anträge nimmt die Stadt Sulzbach-Rosenberg schriftlich oder telefonisch unter Angabe der Kontaktdaten bis spätestens 26. November entgegen.

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Sulzbach-Rosenberg
Markus Brandl beleuchtete den Schriftsteller Hans Watzlik unter literaturwissenschaftlichen Aspekten und zitierte aus seinen Werken.
Der Antrag von SURO2030 die Hans-Watzlik-Straße umzubenennen, wird Sulzbach-Rosenberg noch länger beschäftigen. Alle Aspekte sollen berücksichtigt werden.

"Meines Wissens wurde die Ehrenbürgerschaft nicht aktiv aberkannt. Sie erlischt automatisch mit dem Tod."

Stadtarchivar Johannes Hartmann zur Frage nach Friedrich Flick

Stadtarchivar Johannes Hartmann zur Frage nach Friedrich Flick

 

 

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