16.09.2021 - 14:43 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Grünes Erfolgsrezept für die Oberpfalz: Karl-Heinz Herbst will in den Bundestag

Karl-Heinz Herbst, Bundestags-Direktkandidat der Grünen, hat zwei Gegner: Politische Konkurrenten und eine schwere Krankheit, die seinen Wahlkampf beeinträchtigt. Doch sein grünes Erfolgsrezept für die Oberpfalz steht.

Die riesigen Sonnenblumen in seinem Garten stellen Karl-Heinz Herbst in den Schatten. Mit seinen politischen Konkurrenten will es der Grünen-Direktkandidat genauso machen.
von Helga KammProfil

„Ich bin ein alter Polit-Haudegen“, sagt Karl-Heinz Herbst von sich. Viele Stationen der Kommunalpolitik hat der 63-Jährige bereits durchlaufen, war Ortsvorsitzender und Kreisvorsitzender der Grünen, war und ist Stadtrat in Sulzbach-Rosenberg und Mitglied des Kreistags Amberg-Sulzbach. Kommt nun die nächste Station – der Bundestag? Herbst befindet sich in der Freistellungsphase der Altersteilzeit. „Eine gute Gelegenheit, meine Arbeitskraft verstärkt der Partei zur Verfügung zu stellen“, erklärt er seine Motivation für die Kandidatur.

Im Oktober 2020 wurde Karl-Heinz Herbst von seiner Partei einstimmig als Direktkandidat für den Wahlkreis Amberg, Amberg-Sulzbach und Neumarkt nominiert. „Da war die Welt noch in Ordnung“, blickt er heute zurück. Wenige Monate später wurde eine schwere Krankheit diagnostiziert. Operation und therapeutische Nachbehandlung machen es ihm deshalb nicht möglich, aktiv am Wahlkampf teilzunehmen. „Ich habe jetzt zwei Gegner“, sagt er mit Galgenhumor, „die politischen Mitbewerber und die Krankheit“. Letzterer will und muss er seine ganze Aufmerksamkeit schenken.

Geprägt vom Widerstand gegen die WAA

„Angefangen hat es mit der WAA“, beschreibt der Kandidat seinen Weg in die politische Arbeit. Er habe aktiv demonstriert und sich für Demokratie und Menschenrechte eingesetzt. 1984 ist Herbst Mitglied der Grünen geworden, arbeitete bald auf örtlicher Vorstandsebene und wurde später Kreisvorsitzender. In den Sulzbach-Rosenberger Stadtrat wurde er 2008 gewählt, ist bis heute dort vertreten. Dem Kreistag gehörte er in den 1990er Jahren für eine Periode an, erneut ab 2014 bis heute.

In seinem Flyer nennt der Sulzbach-Rosenberger, der mit seiner Familie in Kempfenhof lebt, eine Reihe von Themen, die ihm wichtig sind. Er fordert ein gutes Leben – auf dem Land und in der Stadt, stellt die Kinder in den Mittelpunkt, fordert eine weltoffene Gesellschaft, einen konsequenten Klimaschutz und eine Wirtschaft, die dem Menschen dient. „Besonders wichtig ist mir der Umbau der Gewerbesteuer“, fügt er im Gespräch mit Oberpfalz-Medien an. „Sie soll eine gerechte Unternehmenssteuer werden, die zu einer verlässlichen Einnahmequelle für unsere Kommunen wird“.

Karten werden neu gemischt

Es ist nicht einfach für den Bundestagskandidaten Herbst, sich nicht aktiv am Wahlkampf beteiligen zu können. „Aber die Gesundheit kommt an erster Stelle“, weiß er. Dennoch hofft der 63-Jährige auf einen Sieg bei seiner Kandidatur: „Es steht nicht schlecht, nachdem die Karten neu gemischt werden.“

Überhang- und Ausgleichsmandate verständlich erklärt

Weiden in der Oberpfalz

Welche Chancen die Listenkandidaten aus dem Raum Amberg bei der Wahl haben

Amberg
Karl-Heinz Herbst unterwegs im böhmischen Krumau.
Grüner Stich: Das Wahlplakat von Karl-Heinz Herbst ist im ganzen Wahlkreis zu sehen.
Hintergrund:

Zur Person Karl-Heinz Herbst

  • Karl-Heinz Herbst ist gebürtiger Sulzbach-Rosenberger und in der Stadt mit zwei Brüdern aufgewachsen. Sein Vater war Spengler und Installateur.
  • Nach dem Schulabschluss an der Realschule folgte seine Ausbildung zum Finanzwirt, einem Beruf, den er an verschiedenen Finanzämtern ausübte. Inzwischen befindet er sich in der Freistellungsphase der Altersteilzeit.
  • Mit seiner Frau Renate lebt er in Kempfenhof, hat ein eigenes Haus mit Garten und drei Töchter.
  • In gesunden Tagen liebt er das Radfahren und Wandern. Wegen einer schweren Krankheit kann er nicht mehr aktiv am Wahlkampf teilnehmen. In seiner gesundheitsbedingten „Zwangspause“ hat er Freude am Gärtnern entdeckt.

„Besonders wichtig ist mir der Umbau der Gewerbesteuer. Sie soll eine gerechte Unternehmenssteuer und damit eine verlässlichen Einnahmequelle für unsere Kommunen werden.“

Karl-Heinz Herbst, Direktkandidat für Bündnis90/Die Grünen

 

 

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