17.09.2020 - 17:37 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Fachstellen für Demenz und Pflege sind einzigartig in Deutschland

Menschen mit Demenz dürfen nicht aufs Abstellgleis geschoben werden. Die Fachstellen für Demenz und Pflege bauen deshalb ihre Beratung aus. Eine solche Einrichtung ist in Sulzbach-Rosenberg angesiedelt und Teil einer einzigartigen Struktur.

von Heidi FranitzaProfil

Die Fachstelle für Demenz und Pflege in der Oberpfalz hat Anfang des Jahres die Arbeit in der Nelkenstraße in aufgenommen. Corona hatte jedoch eine große Einweihungsfeier verhindert. Jetzt im September durfte die Leiterin der Fachstelle, Sandra Kapinsky, ganz offiziell Gäste aus dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege sowie der Landesstelle für Pflege und der Fachstelle Bayern willkommen heißen.

Der Vorsitzende des Trägervereins SEGA, Dr. Klaus Gebel, bedankte sich bei Dr. Christine Schwendner vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, dass sie die Vergabe der Fachstelle nach Sulzbach-Rosenberg unterstützte. Die Oberpfalz habe sich mit SEGA und der Fachstelle nun zu einem kleinen Zentrum für Demenzpflege entwickelt.

In ihrer Rede betonte der Gast aus München die Wichtigkeit der Fachstellen. „Mit den regionalen und bayernweit tätigen Fachstellen für Demenz und Pflege ist es uns gelungen, eine im Bundesgebiet einzigartige Struktur zu initiieren.“ Derzeit gebe es in Bayern 1290 Angebote zur Unterstützung im Alltag. Die Fachstelle werde auch darauf hinwirken, die bestehenden Beratungsstrukturen auszubauen. Mit Blick in die Zukunft sagte die Vertreterin des Staatsministeriums: „Ich würde mich sehr freuen, wenn es uns gemeinsam gelingen würde, zusätzliche Pflegestützpunkte aufzubauen. Gerade das Zusammenspiel von Pflegestützpunkten und Fachstellen für pflegende Angehörige ist eine große Chance für alle Beteiligten.“

Demenz-Pakt kommt

Eine mögliche künftige Problematik machte sie an Zahlen deutlich. Derzeit seien in Bayern 240 000 Menschen an Demenz erkrankt und man rechne mit einem Anstieg bis 2030 auf 300 000. Dazu werde das Bayerische Staatsministerium am Welt-Alzheimer-Tag, am 21. September, den sogenannten Bayerischen Demenz-Pakt offiziell ins Leben rufen. Schon heute lud sie Vertreterinnen von Kommunen, Kirchen, Zivilgesellschaften Wohlfahrts- und Betroffenenverbänden dazu ein, an diesem Pakt mitzuwirken und die Lebenssituation von Menschen mit Demenz sowie deren Angehörigen weiter zu verbessern. Christine Schwendner bedankte sich beim Verein SEGA, der ein sehr zuverlässiger Partner für die Fachstelle sei. Dr. Weiß vom Landesamt für Pflege wies in ihrer Rede darauf hin, wie wichtig ein selbstbestimmtes Leben für Menschen mit Demenz sei und dass am gesellschaftlichen Bewusstseinswandel gearbeitet werden müsse, um Menschen mit Demenz nicht aufs Abstellgleis zu in das Alltagsleben zu integrieren.

Kooperation eingefordert

Gudrun Reiß von der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern zeigte anhand von Zahlen, dass die Demenzerkrankung in der Oberpfalz steigt. „Diese Zahlen sagen“, so die Leiterin der Fachstelle, „eine Zusammenarbeit vorhandener Strukturen ist erforderlich! Wir wollen aber auch Träger unterstützen und als Dienstleister in der Praxis agieren.“

Die Leiterin der Fachstelle in der Oberpfalz, Sandra Kapinsky, bedankte sich bei den Rednern und kündigte an, dass der Fachtag für Demenz im November derzeit in Planung sei. Es sei ein Splitting von realen und virtuellen Veranstaltungen in Arbeit.

In kleinen Gruppen wurde nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung bei einem Umtrunk noch über künftige Projekte diskutiert.

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