10.06.2021 - 15:52 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Callista will im Rohrwerk Gewinnzone erreichen und an Belegschaft festhalten

Rohrwerk-Investor Callista hat sich darauf spezialisiert, marode Firmen wieder flott zu machen. Deshalb keimt auch beim Sulzbach-Rosenberger Röhren-Hersteller Hoffnung auf.

Investor Callista will erreichen, dass das Rohrwerk Maxhütte noch lange nicht zum alten Eisen zählt.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Erwartungshaltungen dürfte es nach einem Besitzerwechsel bei einer Firma in der Größe des Rohrwerks in Sulzbach-Rosenberg sicher beim Käufer und erst recht bei der Belegschaft geben. Deshalb setzte man beidseitig auf zügigen Austausch, was man landläufig auch als „beschnuppern“ bezeichnen könnte. In der Realität zeigte sich dies am Montag als Besuch der Callista-Spitze bei der Arbeitnehmervertretung im Rohrwerk.

Seit Mitte Mai ist die Max-Aicher-Stiftung nicht mehr Eigentümerin des Rohrwerks Maxhütte (Oberpfalz-Medien berichteten). Der Freilassinger Konzernchef hat mit dem Unternehmen Callista Private Equity GmbH den Verkauf seines Firmen-Eckpfeilers in Sulzbach-Rosenberg perfekt gemacht. Als offizielle Begründung ließ die Aicher-Stiftung eine stärkere Fokussierung auf das Stahl-Segment verlauten. Auch Callista vermeldet diesen Übergang seit gut einer Woche auf der hauseigenen Homepage.

Erste Tuchfühlung

Wie von Karl-Heinz König, Betriebsratsvorsitzender im Rohrwerk Maxhütte, beim Pressegespräch zu erfahren war, hätte es am Montag mit den neuen Führungskräften eine erste Tuchfühlung gegeben, die eine positive Atmosphäre prägte. Zur Callista-Delegation gehörten Leitender Geschäftsführer Olaf Meier, Manager operatives Geschäft Marc Zube, Controlling-Leiter Florian Vesper sowie als externer Berater für die Produktion Georg Wanders. Gemeinsam mit ihnen tauschte sich der Betriebsrat des Rohrwerks über Voraussetzungen, Situation und die künftige Ausrichtung aus.

Neben dem nach eigenen Angaben grundsätzlichen Bestreben von Callista, defizitäre Unternehmen, Sparten und Geschäftseinheiten wieder zum Erfolg zu führen, sei laut König auch die Zusicherung wichtig gewesen, das bestehende Personal zu erhalten. „Callista will das Rohrwerk wieder in die Gewinnzone bringen. Dabei soll das Rohrwerk Maxhütte die Callista Plattform Metals weiter stärken und den Gruppenumsatz steigern.“ Welche Auswirkungen das genau auf die mit den Tochterunternehmen fast 600 Belegschaftsmitglieder konkret hat, blieb beim Auftakttreffen aber noch offen.

Alles genau anschauen

„Die Investoren werden sich aber alle Bereiche des Rohrwerks genau anschauen, um bei der Rationalisierung und den Innovationen die richtigen Entscheidungen zu treffen“, so der Arbeitnehmervertreter. Dieser sah viele positive Signale und den erklärten Willen der neuen Eigentümer, das Vertrauen der Belegschaft zu gewinnen. „Auch die Einhaltung der geschlossenen Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen sicherte uns Callista beim Gespräch für das Rohrwerk zu.“

Bereits am nächsten Montag, 14. Juni, soll nun die Rohrwerk-Belegschaft über die aktuellen Veränderungen um 14 Uhr bei einer Betriebsversammlung informiert werden. Dazu wird abermals Marc Zube von der Callista-Spitze in die Oberpfalz kommen. Ob es dann schon weitere Einzelheiten zu Modernisierungen oder zur künftigen personellen Ausrichtung geben wird, ließ Karl-Heinz König beim Gespräch offen.

Mehr zum Verkauf des Rohrwerks Maxhütte

Sulzbach-Rosenberg

Das hat Callista mit dem Rohrwerk vor

Sulzbach-Rosenberg

„Auch die Einhaltung der geschlossenen Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen sicherte uns Callista beim Gespräch für das Rohrwerk zu.“

Betriebsratsvorsitzender Karl-Heinz König

Betriebsratsvorsitzender Karl-Heinz König

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.