25.10.2020 - 17:26 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Aufs Maul und ins Herz geschaut: Franziska Wanninger zu Gast in Sulzbach-Rosenberg

Furchtlos glücklich, ein Zustand, der nicht selbstverständlich ist in diesen Tagen. Genau dieses Thema hat Franziska Wanninger gewählt für ihr Kabarett-Programm. Im Capitol beschreibt sie, warum?

Franziska Wanninger erschafft unvergessliche Figuren und erzählt von den Untiefen des Lebens in ihrem dritten Soloprogramm.
von Helga KammProfil

Es ist das dritte Bühnenprogramm der sympathischen Künstlerin aus Oberbayern. Herzerfrischend, humorvoll und scharfzüngig geht sie dabei ernsten Themen leichtfüßig auf die Spur, schlüpft spielend in unterschiedliche Rollen, kennt Dialekte und Überspanntheit. Sie erzählt mitreißend, singt von den Tücken des Lebens und lästert am Beispiel von Influencern und Bloggern über die Auswüchse der heutigen Zeit.

Die 35-jährige Single-Frau kann sich selber auf den Arm nehmen, meint: "Ma muass me scho aushaltn könna". In ihrem selbst geschriebenen Programm beschreibt sie Träume und Ängste. Einer ihrer Träume gilt Andi, ihrem Zahnarzt, der gleichzeitig Ursache ihrer Angst vor der Liebe ist.

Mit anderen Angstgeplagten besucht sie das Seminar "Furchtlos glücklich" , glänzt in der Rolle der überkandidelten Seminarleiterin, spielt den Münchener Grantler in der S-Bahn, die bodenständige Wiesn-Bedienung, den österreichischen Strizzi Robert und den Säufer Hans, der philosophiert: "Hätt Adam schon den Schnaps besessen, hätt er nicht den Apfel g'fressen". In Sekundenschnelle gibt sie ihre Stimme, Mimik und Gestik den verschiedenen Typen ihres Programms, lässt "Lady Gaga", ihre Russland-deutsche Putzfrau, zu Wort kommen und erinnert sich: "Früher warn dreihundert begeisterte Zuhörer in meim Programm" und folgert dann: "Heit glangan ma Sie".

Gleichzeitig aber ist sie furchtlos und sehr glücklich darüber, "dass Sulzbach-Rosenberg das macht in diesen unfassbar komplizierten Zeiten", dankt besonders "Fred von der Kulturwerkstatt, Thilo vom Capitol und Sebi von der Technik".

Franziska Wanninger schaut den Leuten aufs Maul und ins Herz. Aufgewachsen auf einem Einödhof im Landkreis Altötting, absolvierte sie ein Lehramtsstudium, bevor sie in den USA das Schauspielhandwerk erlernte und ihr Talent zum Schreiben entdeckte.

2001 brachte sie ihr erstes Programm auf die Bühne, mit dem folgenden zweiten spielte sie sich in die Herzen ihrer Zuschauer. Sie heimste mittlerweile verschiedene Preise und Auszeichnungen ein, tourt erfolgreich durch Bayern und ist immer wieder Gast in den verschiedenen Formaten des BR und SWR.

Mit ihrem Kollegen Martin Frank hat sie ein humorvolles Buch geschrieben mit dem Titel "Bayern, der famose Freistaat". Kostproben gab sie im Capitol als Zugabe zum besten, bot es auch zum Kauf an.

Möglichkeiten für den Kulturbetrieb in Corona-Zeiten

Sulzbach-Rosenberg

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