16.04.2021 - 09:43 Uhr
StörnsteinOberpfalz

Teure neue Wasserleitung nach Reiserdorf gestrichen

Der Bau einer zusätzlichen Wasserleitung von Lanz nach Reiserdorf ist vom Tisch. Der Gemeinderat hebt den extrem knappen Beschluss aus der März-Sitzung auf. Warum diese Rolle rückwärts? „Neue Erkenntnisse“, sagt Bürgermeister Markus Ludwig.

Das Baugebiet Gramleite (links) leidet unter zu geringem Wasserdruck, das Bezirksklinikum Wöllershof (rechts) hat mit 200 Patienten und 300 Mitarbeitern einen hohen Wasserbedarf. Der Gemeinderat hat daher im März den Bau einer zweiten Wasserleitung für den Ortsteil beschlossen. Nun macht der Gemeinderat seine Entscheidung rückgängig.
von Gabi EichlProfil

Zur Erinnerung: Anfang März entscheidet der Gemeinderat Störnstein mit 6:5 Stimmen, eine neue Wasserleitung für nicht ganz 480.000 Euro zu bauen, die Wasser der Steinwaldgruppe nach Reiserdorf/Wöllershof bringen sollte. Die Gemeinderäte von SPD und CSU stimmen damals für die Leitung, die Freien Wähler und der Mann von der Bürgerliste sind dagegen.

"Wäre nicht falsch gewesen"

Bürgermeister Markus Ludwig versucht die Gründe zu erklären, warum die Befürworter der zusätzlichen Leitung nun dafür seien, den Beschluss zurückzunehmen. Die Entscheidung für die Leitung sei „nicht falsch gewesen“, sagt Ludwig. Aber nachdem man alle Fakten noch einmal auf den Prüfstand gestellt habe, habe sich gezeigt, dass die zweite Leitung „zwar gut“ wäre, aber nicht alle Probleme löse.

Argument Wöllershof entfällt

Ein entscheidendes Argument, den Beschluss aufzuheben, ist den Worten Ludwigs zufolge die Information, dass das Bezirksklinikum Wöllershof wohl doch nicht auf diese zusätzliche Leitung angewiesen sei. Das bekräftigt auch Jürgen Völkl (CSU), der sich überzeugt zeigt, dass die Leitung in der Zukunft einmal notwendig sein werde, der aber auch zugesteht, dass das Hauptargument namens Wöllershof im Moment weggefallen sei.

Wie der Bürgermeister sagt, habe man mit einem Ingenieurbüro noch einmal alles durchgerechnet und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die bessere Variante die sei, die Leitung nach Neustadt zu erneuern und eine Druckerhöhungsanlage für den Ortsteil Gramleite einzubauen. Es habe sich auch gezeigt, dass die Fördermöglichkeit der zusätzlichen Leitung verschwindend gering sei; möglicherweise ergebe sich in der Zukunft eine neue Förderung. Auch habe man im Wasserlieferungsvertrag mit Neustadt/WN noch ein gutes Polster, was die Steinwaldgruppe aktuell nicht garantieren könne. Mit Blick auf die Reiserdorfer CSU-Gemeinderätin Beate Gmeiner sagt Ludwig, man werde im Rahmen der Sanierung der Leitung nach Neustadt versuchen, auch den Verbindungsweg in die Kreisstadt zu erneuern.

Meiler: In aller Ruhe planen

Der FW-Sprecher Hubert Meiler, einer der lautstärksten Kritiker des Baus der Wasserleitung, begrüßt die Entscheidung und sagt, nun könne man in aller Ruhe planen.

Vereine erhalten einmalig mehr

Um den Vereinen in der Pandemie zu helfen, erhöht der Gemeinderat einmalig in diesem Jahr seinen freiwilligen Zuschuss um das Dreifache. Das heißt, die Vereine bekommen heuer statt 100 Euro einen Zuschuss von 300 Euro. Die Siedlergemeinschaft und der Sportverein, die als die beiden mitgliederstärksten Vereine 200 Euro bekommen haben, erhalten einmalig 600 Euro. Ludwig sagt: „Wir wollen damit zeigen, dass wir unsere Vereine nicht im Regen stehen lassen.“ Der CSU-Sprecher Andreas Müller regt an, die Vereine anzuhalten, das Geld auch für weitere Hygienekonzepte zu verwenden.

Künftig drohen Knöllchen

Beschlossen ist die Sache bereits, der Bürgermeister kündigt nur an, dass es vom 1. Mai an ernst wird. Es geht um die Überwachung des ruhenden Verkehrs durch den Zweckverband Verkehrssicherheit. Auslöser sei ein Mehrfamilienhaus im Ulmenweg gewesen, sagt Ludwig, in dessen Umfeld die Gehwege wiederholt so zugeparkt gewesen seien, dass man weder mit Kinderwagen noch mit Rollator an den Autos vorbeigekommen sei. Auch die Kreuzungen seien schon zugeparkt gewesen. In den ersten zwei Wochen werden die Verkehrsüberwacher nur eine gelbe Karte verteilen, ehe es Knöllchen gibt. Das sei ein fairer Warnschuss, sagt Ludwig.

Gemeinderat falsche Adresse

Hubert Meiler wirft sich für die Eltern der Kindergartenkinder in die Bresche, die während der Pandemie ein hohes Maß an Mehrarbeit hätten. Meiler spricht sich dafür aus, die Zuschüsse, die die Gemeinde als Träger des Kindergartens bekommt, an die Eltern weiterzugeben. Ludwig hält dagegen, es sei nicht möglich, diese Gelder einfach an die Eltern umzuleiten; die Gemeinde sei froh, dass sie die Zuschüsse weiterhin erhalte, sie habe schließlich Fixkosten zu tragen, auch wenn der Kindergarten geschlossen sei. Die Gemeinde sei in dieser Frage der falsche Ansprechpartner, sagt Ludwig.

Architekt Götzer darf jetzt planen

Wie schon in der Sondersitzung Ende März angekündigt wird der Auftrag für die Entwurfs- und Genehmigungsplanung für das neue Feuerwehrhaus in Lanz an das Architekturbüro Götzer in Nittenau vergeben.

Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung wird die Sanierung des Kanals in Birkenweg und Lindenweg vergeben für etwa 194.000 Euro.

Die Ulmenstraße war der Auslöser: Hier wurde in der Vergangenheit laut Gemeinderat auch schon sehr rücksichtslos auf dem Gehweg geparkt. Jetzt kommt von Mai an die Überwachung des ruhenden Verkehrs.

Die Vorgeschichte

Störnstein

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.