30.09.2020 - 16:41 Uhr
Steinberg am SeeOberpfalz

Steinberger See: Betreiber über die Coronakrise

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Die Coronakrise hat vor allen anderen die Gastronomie und die Freizeitbranche hart getroffen. Rund ein halbes Jahr nach dem Ausbruch der Pandemie sprechen die Betreiber am Steinberger See über ihre Erfahrungen. Das Urteil überrascht.

Kim Kappenberger (links) und Steffen Wild (rechts) vor der Erlebnisholzkugel am Steinberger See.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Kim Kappenberger und Steffen Wild sind der Prototyp des Oberpfälzer Selfmade-Man. Beide haben ein Start-Up gegründet. Der eine erst vor Kurzem, der andere schon kurz vor Beginn des neuen Jahrhunderts. Was sie verbindet: Beide haben sie das Potenzial erkannt, das im Steinberger See steckt, der auch heute noch als Geheimtipp unter Urlaubern gilt. Kappenberger betreibt die Erlebniskugel samt Wirtschaft, Wild die Wasserski- und Wakeboard-Anlage.

Bei einem Pressetermin zusammen mit der Initiative "Gründerland Bayern", bei dem sie später noch einen Podcast über ihre Erfahrungen als Start-Up-Unternehmer aufnehmen werden, sprechen beide auch über ihre Erfahrungen mit der Coronakrise. Im ersten Moment war sie ein Ereignis, das beide wie ein Schlag ins Gesicht getroffen hat.

Innovationsschub durch Corona

Wie sollte man handeln, als jemand, der auf gut gefüllte Restauranträume, lange Warteschlangen und das Geschäft mit Besuchern angewiesen ist? Sowohl für Kappenberger als auch für Wild war es ein Lernprozess. Denn die Coronakrise ist vor allem eins: Ein Anreiz zur Innovation, ob man möchte, oder nicht. Kappenberger: "Wir mussten viel optimieren und viel ausprobieren." Bio-Einweggeschirr sei zum Beispiel eine der Neuerungen in der Kugelwirtschaft. "Wir sehen das als Chance, auch was die Flächennutzung im Freien angeht", sagt Kappenberger. Generell wolle er mehr auf das Out-Door-Erlebnisse setzen. Wie dafür geschaffen kommt da das neue Adventure-Mini-Golf daher. "Viele Themen standen zuvor schon auf der Agenda, die mussten wir jetzt durch Corona umsetzen", sagt er.

Corona als reinigendes Gewitter

Besonders was die Partner im Bereich Lieferungen angeht, habe sich die Spreu vom Weizen getrennt. "Ich habe unsere Partner angeschrieben, ob wir ein oder zwei Monate zu Beginn der Pandemie die Lieferungen aussetzen könnten. Das Feedback hat gezeigt, woran wir sind", sagt Kappenberger. Einige hätten Verständnis gezeigt und die Zahlungen nach hinten verschoben. Andere waren weniger entgegenkommend. "Das waren aber auch die längste Zeit unsere Partner. Denen habe ich gekündigt, denn da gibt es Alternativen", sagt Kappenberger.

Ich habe unsere Partner angeschrieben, ob wir ein oder zwei Monate zu Beginn der Pandemie die Lieferungen aussetzen könnten. Das Feedback hat gezeigt, woran wir sind. Das waren aber auch die längste Zeit unsere Partner. Denen habe ich gekündigt, denn da gibt es Alternativen.

Kim Kappenberger, Betreiber der Erlebnisholzkugel am Steinberger See

Kim Kappenberger, Betreiber der Erlebnisholzkugel am Steinberger See

Neue Wege beim Wassersport

Auch bei Wild von der Wasserski- und Wakeboard-Anlage hat während der Pandemie ein Umdenken stattgefunden. "Wir haben gemerkt, dass weniger mehr ist", sagt er. Ein Massenbetrieb wie in den Jahren zuvor war heuer nicht möglich. "Wir haben ein Online-Ticketsystem eingeführt, das sich gut bewährt hat", sagt er. Eine Neuerung, die er sich ohne die Krise nicht getraut hätte umzusetzen. Er ist sich sicher, dass er das System auch in Zukunft weiterführen wird. "Die Leute kommen ja nicht spontan zum Wake-Boarden. Wir haben ein relativ großes Einzugsgebiet. Die Leute wollen, dass es auch klappt, wenn sie es planen", sagt Wild. Auch wenn sich die Besucher online registrieren müssten, gebe es damit keine Probleme.

Beide Unternehmer hätten zu Beginn der Krise nicht gedacht, dass sie Ende September berichten könnten, dass sie ein Jahr hatten, das sich einigermaßen sehen lassen kann, auch wenn es insgesamt weniger Besucher gegeben hat als herkömmlich. "März, April haben wir alle möglichen Szenarien durchgespielt, weil wir nicht einmal wussten, ob wir heuer überhaupt aufmachen können. Wir haben uns auch Gedanken darüber gemacht, was wir mit den Mitarbeitern machen wollen", sagt Wild. Auch wenn er schon bessere Jahre gesehen habe, komme er gut über die Runden und sei zuversichtlich. "Damit hätten wir am Anfang des Jahres nicht gerechnet"

Urlaub daheim im Oberpfälzer Seenland

Steinberg am See

Urlaub daheim boomt

Weil die Menschen aus der Region heuer nicht wegfahren konnte, boomte der Urlaub daheim. "Das hat uns in die Karten gespielt, und das Gute ist, dass das bleiben wird, auch wenn Corona einmal nicht mehr da ist", sagt Wild. Auch die jungen Menschen hätten die Heimat wieder für sich entdeckt.

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