02.09.2020 - 13:09 Uhr
StadlernOberpfalz

Zu viele Wildtiere sterben auf der Straße

Plötzlich steht ein Reh oder ein Wildschwein auf der Straße: Reflektierende Warntafeln am Straßenrand sollen die Aufmerksamkeit der Autofahrer für gefährliche Wildwechsel erhöhen.

Jagdpächterin Klothilde Koller (Mitte), der Bezirksvorsitzende des Jagdverbandes, Alexander Flierl (rechts), und Armin Ismail von der Polizeiinspektion Oberviechtach stellen Warntafeln auf, die Autofahrer auf Wildwechsel und die damit verbundene Gefahr hinweisen.
von Elfriede WeißProfil

Die Zahl der Wildunfälle in Bayern ist hoch: 76.000 Rehe, Wildschweine, Füchse, Hasen und Marder fallen alljährlich dem Straßenverkehr zum Opfer. Allein in der Polizeiinspektion Oberviechtach wurden in diesem Jahr bereits 142 Wildunfälle gemeldet. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 238. Im Raum Stadlern-Schönsee-Weiding gab es von Januar bis August diesen Jahres 40 Wildunfälle.

An den kritischen Stellen

Zum Schutz der Wildtiere und der Autofahrer hat der Bayerische Jagdverband neue Warntafeln entwickelt, um auf besonders gefährdeten Strecken auf Wildunfall aufmerksam zu machen. Alexander Flierl, Vorsitzender der BJV-Kreisgruppe und Regierungsbezirksvorsitzender, Revierpächterin Klothilde Koller und der als Sachbearbeiter Verkehr zuständige Polizeibeamte Armin Ismail trafen sich auf dem Parkplatz zum Böhmerwaldturm an der Staatsstraße nach Stadlern, um auf einem der zehn in der Region Oberviechtach installierten Metallaufsteller eine Warntafel anzubringen.

76 000 Wildtiere verenden bei Verkehrsunfällen

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Sie leuchtet nachts hell, wenn sie von Scheinwerferlicht angestrahlt wird. Sechs verschiedene Motive von Reh- und Schwarzwild über Dachs und Fuchs bis zum Hasen werden den Revierpächtern zur Verfügung gestellt. Durch den regelmäßigen Austausch der Bilder soll verhindert werden, dass sich ein Gewöhnungseffekt einstellt.

Alexander Flierl sprach den Dank an das Staatliche Bauamt und die Polizei für die unbürokratische Unterstützung der Aktion aus. „Wir wollen damit einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten und den Tieren Leid ersparen“, nannte er als Grund für diese Plakataktion.

Durchkreuzte Lebensräume

Die Gründe für die hohe Zahl an Wildunfällen sind vielseitig. Zum einen werden die Lebensräume der Tiere immer mehr eingeschränkt und von Straßen durchkreuzt. Zum anderen sind es natürlich die überhöhte Geschwindigkeit, vor allem nachts, und die zunehmende Verkehrsdichte. „Die meisten Autofahrer verhalten sich nach einem Wildunfall richtig“, stellte Ismail fest. Sie verständigen mit der Rufnummer 110 die Polizei und geben den genauen Standort durch.

Das sofortige Einschalten der Polizei und gegebenenfalls des Jagdpächters sieht auch Flierl als sehr wichtig an: „Häufig sind die Tiere nicht tot, sondern nur verletzt. Sie müssen, falls notwendig, schnell von ihrem Leid erlöst werden.“

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