23.10.2020 - 10:58 Uhr
StadlernOberpfalz

Neues Spiel-Erlebnis am Hochfels bei Stadlern

Das Miteinander von zwölf Kommunen in der ILE "Brückenland Bayern-Böhmen" trägt Früchte. Im heuer erstmals bewilligten Regionalbudget kommt auch Stadlern zum Zug: Eine Erlebnisstation am Hochfels sorgt für eine neue Attraktion.

Bei der öffentlichen Präsentation haben (im Vordergrund, rechts) Bürgermeister Gerald Reiter und ILE-Manager Christian Karl den Förderbescheid in der Hand. Die Erlebnisstationen begutachten auch ILE-Vorsitzender Georg Köppl (Zweiter von links), Zweiter Bürgermeister Tobias Eckl (rechts) und Bauhof-Mitarbeiterin Sabine Margraf.
von Hans EibauerProfil

Bei der öffentlichen Vorstellung des Projekts gab Bürgermeister Gerald Reiter offen zu, dass „die Gemeinde Stadlern ohne die Förderung aus dem Regionalbudget die Erlebnisstation am Wanderparkplatz beim Hochfels nicht hätte realisieren können.“ Im Zeitraum von Mitte August bis Ende September wurde, eingebettet zwischen Bäumen und Felsen, die neue Spiel- und Freizeitattraktion geschaffen.

Von einer "echt sportlichen" Umsetzung sprach Georg Köppl, Vorsitzender der ILE „Regionalentwicklung Brückenland Bayern-Böhmen - Südlicher Oberpfälzer Wald-Český les“. Mit dem Regionalbudget hatten die zwölf Mitgliedsgemeinden der ILE – die Abkürzung steht für Integrierte Ländliche Entwicklung – erstmals die Möglichkeit, die Förderung von Kleinprojekten selbst zu steuern. Die Fördermittel im Bund-Länderprogramm der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ werden vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) in Tirschenreuth mit 90 Prozent ausgereicht, sind aber je Maßnahme auf maximal 10 000 EuroZuschuss gedeckelt. Die ILE selbst muss sich mit 10 Prozent beteiligen. Die Bruttokosten je beantragter Maßnahme von 20 000 dürfen nicht überschritten werden.

Foto aus dem Brückenland als Fahrradregion können noch bis Ende Oktober eingereicht werden

Schönsee

Beim Ortstermin beeindruckte die Teilnehmer das leicht geschwungene Robinienholz, aus dem die tragenden Teile der Naturerlebnisstation errichtet wurden. Die Robinie ist Baum des Jahres 2020, hart und robust, und deshalb für Outdoor-Anlagen ideal. Die alten, ziemlich verwitterten Spielgeräte samt roter Plastikrutsche hatte der Stadlerner Bauhof beseitigt. Die neuen Elemente sind ein Hingucker und fügen sich gut ein in die von Felsen durchsetzte 10 Hektar große Heidelandschaft mit dem Hochfels, das zu einem der 100 schönsten Geotope Bayerns zählt.

Bürgermeister Gerald Reiter, Vorsitzender Georg und ILE-Manager Christian Karl waren sich beim Blick auf den Zuschussbescheid einig, dass die ILE mit dem Regionalbudget ein Förderinstrument in den Händen hat, das sich zu einem Renner entwickeln könnte. Neben Kommunen sind auch gemeinnützige Vereine und sogar kleinere gewerbliche Unternehmen antragsberechtigt. 2021 kann nach ALE-Informationen mit einer Neuauflage gerechnet werden.

„Die Vorhaben müssen jedoch mit dem bereits 2015 veröffentlichten Entwicklungskonzept vereinbar sein“ ergänzte ILE-Manager Karl, der noch auf die Förderabläufe hinweist: „Die acht Projekte von heuer und die zukünftigen Anträge werden vom ALE auf Einhaltung der Förderrichtlinien intensiv geprüft. Mit der Auszahlung der auf maximal 10 000 Euro gedeckelten Zuschüsse an die Träger wird wohl erst Anfang des kommenden Jahres zu rechnen sein.“

Hintergrund:

Regionalentwicklung im Rückblick

Begonnen hat die Regionalentwicklung im östlichen Landkreis Schwandorf nach der Jahrtausendwende auf Initiative des damaligen Schönseer Bürgermeisters Hans Eibauer mit der "LAG Oberviechtacher & Schönseer Land". 2002 zum Gründungsvorsitzenden gewählt schrieb er, um in die Förderung zu bekommen, das Regionale Entwicklungskonzept (REK) wegen fehlender Finanzierung selbst. Die Regierung sah darin eine schlüssige Leitlinie und eine fundierte Grundlage für die zukünftige interkommunale Zusammenarbeit – zuerst mit sieben Gemeinden, ab 2008 mit zwölf Gemeinden. Von 2006 bis 2010 wirkte Veronika Hofinger als Regionalmanagerin, die seit 2017 Leiterin des CeBB ist. Ihr Nachfolger in der LAG wurde Manuel Lischka.

Mit jedem neuen Bewilligungszeitraum stiegen allerdings die Mindesteinwohnergrenzen. Die zuletzt weit über 20 000 Einwohner, waren unerreichbar für die zwölf Gemeinden. Die LAG weitete sich deshalb 2014 als „Verein für Regionalentwicklung“ auf den gesamten Landkreis aus. Die LAG Brückenland Bayern-Böhmen, ab 2012 hatte Bürgermeister Alois Böhm (Schwarzach) den Vorsitz, musste sich ab 2014 ein neues Dach zu suchen. Wichtig war, dass auch die Leerstandsoffensive weitergeführt werden konnte, die überregionale Aufmerksamkeit fand. Von den Förderkriterien her bot sich der Zusammenschluss in einer ILE (Integrierte Ländliche Entwicklung) an. Um vom Landwirtschaftsministerium die Anerkennung zu erhalten, mussten Ziele, Strategien und Projekte in einem „Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK)“ schlüssig dargelegt werden. Es umfasst die Handlungsfelder „Wirtschaft & Tourismus“, Kultur(-erbe) & Soziales“, „Landschaft, Landwirtschaft & Energie“ und „Überregionale & transnationale Zusammenarbeit.“ Die frühere LAG ging nahtlos in den ILE-Zusammenschluss „Regionalentwicklung Brückenland Bayern-Böhmen – Südlicher Oberpfälzer Wald-Český les“ über.

Die Satzung vom 28. August 2017 drückt ihre Zielrichtung aus: „Zweck des Vereins ist die Förderung, Erhaltung und nachhaltige Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen, der Regionalentwicklung und der kulturellen Identität." Intensiviert werden sollen das Miteinander mit den angrenzenden tschechischen Regionen. Die zwölf Mitgliedskommunen sind die Städte Oberviechtach und Schönsee, die Marktgemeinden Eslarn und Winklarn, sowie die Gemeinden Altendorf, Gleiritsch, Guteneck, Niedermurach, Schwarzach bei Nabburg, Stadlern, Teunz und Weiding.

Nachfolger des 2016 verstorbenen Vorsitzenden Alois Böhm wurde Altendorfs Bürgermeister Georg Köppl, der auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt die Geschicke der ILE führt. Mit der Anerkennung der ILE und dem Förderbescheid über 500 000 Euro für die siebenjährige Förderperiode war der Weg frei für die Neubesetzung der Managementstelle, die seit 1. Juni Christian Karl innehat. (eib)

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