07.07.2020 - 14:36 Uhr
Spielberg bei WaldthurnOberpfalz

Spielberger Unternehmerehepaar mit würdiger Verabschiedung

Fast drei Monate mussten vergehen, bis dem verstorbenen Spielberger Unternehmerehepaar Agnes und Karl Greiner eine würdige christliche Verabschiedung zuteil wurde. Nun fand der Trauergottesdienst statt.

Die Trauerfeier in der Waldthurner Pfarrkirche für die verstorbenen Agnes und Karl Greiner ist erst nach fast drei Monaten möglich.
von Franz VölklProfil

Nun fand auch die Familie ihren Abschied und bei der Trauerfeier in der Waldthurn Pfarrkirche St. Sebastian konnten mehrere Trauernde teilnehmen. Karl Greiner verstarb am Gründonnerstag, 9. April, im Alter von 92 Jahren, seine Ehefrau Agnes am Karsamstag, 11. April, im Alter von 86 Jahren.

Unter dramatischen Umständen hat Corona den Mittelpunkt der Großfamilie weggerissen. Das Ehepaar Greiner war auch einer der Dreh- und Angelpunkte im Leben des Dorfes an der Grenze zum Flosser Land.

„Die Karwoche, in der sie in die ewige Ruhe gingen, war auch für das Ehepaar Greiner der Höhepunkt des Kirchenjahres“, sagte der Waldthurner Pfarrer Norbert Götz. Man wolle darum beten, dass die Verstorbenen im ewigen Leben das erfahren dürfen, an das sie geglaubt haben“, meinte der Geistliche weiter. Zusammen mit dem Patenkind von Karl Greiner, Diakon Berthold Schwarzer, feierte er die Eucharistie. Der feierliche Abschiedsgottesdienst wurde musikalisch von Manuela Falk aus Regensburg (Gesang), Christoph Pausch aus Lennesrieth (Geige) und Bernhard Schmidhuber aus Fürth (Orgel) umrahmt.

Das tiefgläubige Ehepaar war die ältesten Einwohner von Spielberg und hätten in diesem Jahr Diamantenes Hochzeitsjubiläum gefeiert. Welch große Wertschätzung sie genießen durften, zeigten die vielen Vereinsabordnungen wie die Feuerwehr Spielberg, Tellschützen Spielberg, die Marianische Männerkongregation und der Frauenbund, die mit einer Fahnenabordnungen in die Pfarrkirche gekommen waren. Die Spielberger Vereine wie die Feuerwehr und Schützen besuchten nach dem Gottesdienst mit den jeweiligen Vereinsfahnen das Grab des Ehepaars am Friedhof in Lennesrieth und nahmen offiziell Abschied. „In der Coronakrise durfte keine Eucharistie – Danksagung für die Verstorbenen gefeiert werden“, erklärte Götz. Der Geistliche blickte kurz auf das Leben des Paars zurück. „Diese beiden haben sich vor knapp 60 Jahren gefunden und wirklich gut zusammengepasst“.

Karl Greiner lernte das Zimmererhandwerk in Spielberg, war in die Kriegswirren verwickelt und in Gefangenschaft, gründete nach Rückkehr 1952 seine eigene Zimmerei. Agnes war geboren und aufgewachsen in Woppenrieth bei Waldthurn, sie war vier Jahre Pfarrhaushälterin bei ihrem Bruder Josef in Rappenbügl bei Maxhütte – Haidhof. 1960 heiratete sie auf dem Fahrenberg ihren Karl mit dem sie vier Töchter und drei Söhne hat, 14 Enkel und ein Urenkel vervollständigen die Großfamilie.

Ihrem Mann stand sie neben ihren großen Haushalt beim Betrieb der bekannten Zimmerei und des Sägewerks im Büro tatkräftig zur Seite. Agnes begleitet Spielberger Gottesdienste und Maiandachten auf dem Harmonium, war Lektorin, 14 Jahre Mitglied des Pfarrgemeinderats und auch viele Jahre Mitglied des Frauenbunds. Sie waren echte Gönner der Spielberg Dorfkapelle.

Für den Markt Waldthurn nahm Bürgermeister Josef Beimler Abschied. Ein Leben, das geprägt war um die Familie, Firma aber auch um die Dorfgemeinschaft sei zu Ende gegangen. Das Paar lebte Zeiten durch, die viel Mut, Wissen Können und Risikobereitschaft erforderte und bauten eine Firma auf, die weit über die Grenzen der Marktgemeinde bekannt ist. Der Bürgermeister dankte für die Feuerwehr Spielberg, die Tellschützen Spielberg, den OWV Waldthurn, Krieger-, Soldaten- und Reservistenkameradschaft sowie den CSU Ortsverband.

Der ehemalige Obermeister der Bauinnung Nordoberpfalz, Albert Schuller erinnerte daran, dass Greiner seit 1962 bei der Zimmererinnung sei, und sich stets für deren Belange eingesetzt hat. Er habe unter anderem den Goldenen Meisterbrief der Handwerkskammer erhalten. Karl Greiner war 24 Jahre ehrenamtliches Mitglied im Gesellenprüfungsausschuss und bildete 30 Gesellen aus.

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