16.08.2019 - 10:25 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Mariä Himmelfahrt ein "Büscheltag"

Für die Katholiken war am Donnerstag Mariä Himmelfahrt. Das Hochfest erinnert an die Aufnahme der Mutter Gottes in den Himmel. "Hochkunjuktur" besteht an diesem Feiertag vor allem für Kräuterbuschen - auch in Eschenbach und Speinshart.

135 Kräuterbuschen wurden in Eschenbach zu Mariä Himmelfahrt verkauft.
von Robert DotzauerProfil
Reißenden Absatz fanden auch die duftenden Heilkräuter vor der Klosterkirche in Speinshart.

Pater Benedikt Schuster nahm die Festmesse zum hohen kirchlichen Feiertag zum Anlass, einen Blick auf das Bild- und Figurenprogramm der Gottesmutter in der Pfarr- und Klosterkirche zu werfen. Im Mittelpunkt standen dabei Erläuterungen zur Darstellung von Maria über dem Hochaltar im Chorraum des Gotteshauses, Details zur Mutter im Rosenkranz und eine Bilderklärung zum Dreifaltigkeitsporträt. In allen Darstellungen sei die Mutter Gottes als Hoffnungsträger für unsere eigene Zukunft zu sehen, fasste der Prediger zusammen.

Nicht umsonst ist Mariä Himmelfahrt auch als „Büscheltag“ bekannt. Überall in Bayern werden Kräuterbuschen gebunden, um sie in Verbindung mit der Mutter Gottes als „Helferin in Angst und Not“ zu bringen. Der Jahrhunderte alte Brauch wird auch in Eschenbach und Speinshart hochgehalten. Sträuße mit Heilkräutern und Blumen wurden bereits am Vortrag zu Mariä Himmelfahrt gebunden, um nach der Segnung in der Kirche daheim aufbewahrt zu werden. Als bevorzugte Standorte galten früher der Herrgottswinkel, der Dachboden und der Stall. Wenn Unheil drohte, etwa bei Krankheit oder bei Gewitter, wurden sie verbrannt. Damit auch das Vieh gesund blieb, wurde ihm Kräuter aus den Buschen unters Futter gemischt. Heute finden die Buschen meist andere Aufbewahrungsorte.

135 Buschen waren es in Eschenbach, die eifrige Sammlerinnen, angeführt von Pfarrgemeinderatssprecherin Brigitte Metzner, aus Heilkräutern und Blumen zu Sträußen banden. Der Erlös wird für den Bau des neuen Pfarrheimes zur Verfügung gestellt, versicherte Metzner. In Speinshart trafen sich zwölf Mitglieder des Frauenbundes, um in den historischen Räumen von Gabi Müller der Tradition des Buschen-Bindens nachzugehen. Vorher hatten viele Helferinnen aus Fluren und Gärten die duftenden Heilkräuter zusammengetragen. Dazu gehörten zum Beispiel Lavendel und Salbei, Zitronenmelisse und Sonnenblumen, Dalien und Majoran, Königskerze, Akelei, Johanniskraut, Schafgarbe und Beifuß. Vor und nach dem Festgottesdienst zu Mariä Himmelfahrt wurden die 80 Buschen nach dem kirchlichen Segen an die Kirchbesucher verkauft. Der Erlös wird für soziale Zwecke verwendet.

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