29.04.2020 - 12:26 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Krise auch als Chance sehen

Die Kommunen müssten auch in der Corona-Krise handlungsfähig bleiben, fordert Bürgermeister Albert Nickl. Wünschenswert sei deshalb ein eigener Rettungsschirm für die Gemeinden. Für 2020 sieht er Speinshart noch auf der "sicheren Seite".

Glück gehabt: Für eine gute Finanzierung der millionenteuren Innensanierung des Gemeindezentrums nutzte das Klosterdorf die wohl letzte Chance. Fast abgeschlossen sind die Rohbauarbeiten, wie Bürgermeister Albert Nickl vor Ort erläuterte.
von Robert DotzauerProfil

Für ein "Halleluja" bestand bei der Verabschiedung des Gemeindehaushalts im Musiksaal des Klosters kein Anlass. Auch der Tag des Bieres zündete nicht so recht. Zu stark stand die Corona-Krise im Mittelpunkt der Gedankengänge der Ratsmitglieder.

Die Folge war auch ein bedauernswerter Abgang für die ausscheidenden Gemeinderäte Barbara Müller, Gabriele Müller, Werner Dobmeier und Roland Lins: Es gab keine offizielle Verabschiedung. Bürgermeister Albert Nickl versprach aber eine würdige Abschiedsfeier zu gegebener Zeit.

Nach der Vorstellung des soliden Haushalts 2020 mit „Übergangscharakter zwischen fetten und dürren Jahren“, wie der Gemeindechef vorsorglich anmerkte, konzentrierte sich das Gremium mit Blick auf zu befürchtende Verschlechterungen der finanziellen Rahmenbedingungen auf die Finanzplanung und das Investitionsprogramm der nächsten Jahre. In sicheren Tüchern wähnte es die Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen im Gemeindezentrum. „Die Baumaßnahmen laufen und die Förderbescheide sind da. Da kann nichts passieren“, versicherte Nickl. Das Millionenprojekt soll, zeitgemäß modernisiert, bis zum Jahresende wieder für Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Die Krise auch als Chance sehen: Unter diesem Gesichtspunkt betrachteten Bürgermeister und Rat die Planungen für die nächsten Jahre. Das mutige Investitionsprogramm enthält die Anschaffung eines Mehrzweckfahrzeuges für die Feuerwehr Speinshart, die ergänzende Ausstattung für den Kindergarten und den Neubau eines Bauhofes.

Ein besonderes Gewicht nimmt in ländlichen Gemeinden der Straßen- und Wegebau ein. Das Investitionsprogramm enthält zum Beispiel die Verschönerung des Vorplatzes der Wieskapelle, den Bau einer Querungshilfe über die Kreisstraße zwischen dem öffentlichen Parkplatz an der Einfahrt zur Gereon-Motyka-Siedlung und der Klosterzufahrt, das sogenannte Themenweg-Konzept und die Sanierung von Straßen im Zuge des Flurbereicherungsverfahrens. Die Auflistung beinhaltet zudem Investitionszuschüsse zur Förderung des Sports.

„Die letzten Jahre taten uns doppelt gut“, fasste CSU-Fraktionssprecher Roland Lins die gute Entwicklung der Klostergemeinde zusammen. „Die meisten Großprojekte sind abgeschlossen und die begonnenen sind finanziell abgesichert“ , bilanzierte er. Ab 2020 sei allerdings Vorsicht geboten. „Was kommen wird, steht in den Sternen. Probleme und Krisen sind dennoch schon vorprogrammiert“, mutmaßte der CSU-Mann. Dennoch gebiete ein seriöses Haushaltsgebahren das realistische Anpeilen neuer Ziele.

Den Haushalt 2020 wertete Lins trotz aller Hiobsbotschaften als Zeichen der gemeindlichen Gestaltungskraft, obgleich dem neuen Gremium eine Mammutaufgabe bevorstehe. Die Stellungnahme des Fraktionssprechers endete mit einem besonderen Dank an die VG-Verwaltung und Kämmerer Karl Stopfer. Der Bürgermeister gratulierte dem erfahrenen "Schatzkanzler" nachträglich zum runden Geburtstag.

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Kommentare

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Karl-Werner Schramm

Speinshart floppt und floppt…und soll es wohl auch weiter

1. Schon vor der Coronakrise war klar: Das Kloster Speinshart und die Gaststätte schreiben und schreiben rote Zahlen. Da helfen auch keine Schilder an der Autobahn. Das war auch vor Corona nicht abzustellen, da die Rechnung ohne Unterkünfte für die Besucher gemacht wurde. Das Kloster selbst ist ja mit Mönchen nicht gerade überfüllt. Fast die Letzten haben ja gerade gekündigt.
2. Wenn dann der verantwortliche Priester in der Coronakrise, statt IT zu nutzen, die Gläubigen selbstgefällig lächend auf die Telefonseelsorge verweist, ist das nicht gerade ein Zeichen von Nächstenliebe und Wahrnehmung von modernen Möglichketen der geistlichen Fürsorge.
3. Mangel an Weitsichtigkeit in der Planung zeigt auch der große Klosterparkplatz Richtung Tremmersdorf, wo Füchse häufiger auftreten als Autos. Wieder teure und undurchsichtige Investitionen für die Tonne. Aber da wäre ein Fahrbahnteiler gar nicht notwendig für Klosterbesucher.
4. Nun soll wegen Automangel Richtung Tremmersdorf doch ein Fahrbahnteiler zwischen Autohaus Schmitt und dieser G-M-Siedlung her, wobei auf der Klosterseite dann ein Fußweg nicht existiert. Offensichtliche Fehlplanung durch und durch oder das Denkmalamt genehmigt in der Nähe des Klosters keine Fußwege, denn im Umfeld des Klosters gibt es so gut wie keinen Verbund für Fußgänger.
5. Auch die Renovierung des Gemeindehauses wird teurer – wegen statischer Überraschungen?! Ein alter Trick der Bauplanung. Wohl wieder in der Verantwortung des unheiligen Ingenieurbüros O., dass gerne mal verbrannte Erde hinterlässt und dann vorsätzlich nicht rechtzeitig zur Verantwortung gezogen wird.
6. Das Gemeindehaus wird ja angeblich dringend benötigt. Vielleicht zahlt man dann wenigstens jetzt die Nutzung des Klosters für die Sitzungen des GR.
7. Der GR könnte ja auch in Münchsreuth tagen in dem wunderschönen Gebäude, dass neben das Hirthaus unpassend geklatscht wurde. Dann könnten sich die Vereinsmitglieder auf Einnahmen freuen, die Ihnen ja entgegen ihrer finanziellen Verpflichtungen ohnehin zunehmend fehlen werden, wenn dann das Gemeindehaus in der GM-Siedlung fertig ist. Schlimmer für den Verein ist, dass es schon jetzt nicht genutzt wird. Was wurde dem Verein da eigentlich versprochen oder verkauft? Schulden aus Gemeinschaftssinn? Am Ende würden dann vielleicht angeblich in Münchsreuth die Parkplätze für die GR fehlen, die erstmal billig mit Gemeinschaftssinn oder überteuert mit Förderung für ein „gutes Geschäft“ nach Ansicht eines Bankkaufmanns, der auch für Punkt 1 sowie 3 bis 6 verantwortlich zeichnet, notwendig wären. Kommt für die Beteiligten, außer den „speziellen“ Auftragnehmern und dem Mann zum Fototermin auf den Parkplätzen zur Errichtung aufs Gleiche raus.

K-W Schramm
Münchsreuth

12.05.2020