11.08.2021 - 11:46 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Bundesmittel auch für "Park & Ride"-Plätze am Kirchenlaibacher Bahnhof

Der Bahnhof Kirchenlaibach war der zentrale Ort beim Besuch des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer. Dort stehen umfangreiche Maßnahmen an.

Hoch oben auf dem Fußgängersteg verschaffte sich Bundesverkehrsminister Dr. Andreas Scheuer (rechts) einen Überblick über das Areal des Bahnhofs Kirchenlaibach. Zweiter Bürgermeister Rudi Heier (Dritter von rechts) erläuterte dabei die anstehenden Infrastrukturprojekte. Den Ministerbesuch hatte CSU-Bundestagsabgeordnete Silke Launert (Zweite von links) vermittelt.
von Hubert BrendelProfil

Zweiter Bürgermeister Rudi Heier gab am Dienstag eine grobe Zusammenfassung zur Historie des Bahnhofs Kirchenlaibach, einst größter Arbeitgeber in der Gemeinde und von 1863 bis 1975 eine Domäne der Dampfloks. Er schwelgte nicht in längst vergangenen Zeiten, vielmehr standen anstehende Projekte beim Gespräch mit Andreas Scheuer im Vordergrund. Vorrangig ging es um den Zugang zu den Gleisanlagen, der durch eine Unterführung erfolgt und somit nicht behindertengerecht ist. Durch die Errichtung von Aufzügen vom bestehenden Fußgängersteg zu den Mittelbahnsteigen soll bis 2025/2026 Abhilfe geschaffen werden.

Unter erheblichem Aufwand sei es der Gemeinde gelungen, zwei nicht mehr benötigte Flächen östlich und westlich des Bahnhofsgebäudes von der Deutschen Bahn zu erwerben, berichtete Heier. Dort sollen im kommenden Jahr unter Einbeziehung von Fördergeldern weitere "Park & Ride"-Flächen und ein Busbahnhof samt öffentlicher Toilettenanlage entstehen.

Steig in Haidenaab erneuern

Neben diesen Maßnahmen am Bahnhof Kirchenlaibach plant die Deutsche Bahn mittelfristig, den Bahnsteig am Haltepunkt in Haidenaab zu erneuern. Jedoch soll dieser zum Erstaunen der Gemeinde nicht barrierefrei ausgebaut werden.

Nach den Worten des Verkehrsministers fließen für diesem barrierefreien und behindertengerechten Umbau am Bahnhof Kirchenlaibach acht Millionen Euro aus Bundesmitteln. In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass die Anlage als Regionalbahnhof dem Schienenfernverkehr untergeordnet ist. Der Minister verdeutlichte zudem, dass für weitere Gestaltungsmaßnahmen, er nannte in diesem Zusammenhang die Errichtung von Fahrradstell- oder "Park & Ride"-Plätzen, ebenfalls Bundesmittel zur Verfügung stünden, die jedoch über den Freistaat Bayern beantragt werden müssten.

Mit Blick auf das vor knapp 160 Jahren errichtete, jedoch seit 2014 verwaiste denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude, informierte der Zweite Bürgermeister, dass dies unlängst von einer Privatperson erworben wurde. Zwischenzeitlich gebe es konkrete Pläne für einen Umbau und die künftige Nutzung. Bundesverkehrsminister Scheuer hielt es für angebracht, die Umbaumaßnahmen zeitgleich mit den barrierefreien und behindertengerechten Umbau durchzuführen. Dem Investor sei zu empfehlen, entsprechende Gespräche mit der Deutschen Bahn zu führen.

Um 15 Meter verkürzbar

Über den Wendel auf der nördlichen Bahnhofsseite ging es hinauf auf den Fußgängersteg. Nur schwer erkennbar war allerdings das Gleis 29 im südlichen Bereich des Bahnhofs, das für die Erneuerung der östlichen Bahnunterführung (Ganghofer-, Manfred-Strößenreuther-Straße) eine nicht unerhebliche Bedeutung hat. Es dient der Beschickung von Instandhaltungszügen und ist nicht mehr notwendig. Ein Rückbau des Gleises 29 hätte zur Folge, dass die künftige östliche Bahnunterführung um 15 Meter verkürzt werden könnte. Dies würde den Gesamtkostenaufwand und damit den finanziellen Anteil der Kommune schmälern. Nach den Worten des Zweiten Bürgermeisters habe die Deutsche Bahn bei einer Erneuerung der östlichen Unterführung in ihrer derzeitigen Höhe und Breite die Kosten alleine zu tragen. Die Mehrkosten für eine breitere und höhere Unterführung habe die Kommune aufzubringen.

Bevor sich der Bundesverkehrsminister ins Rathaus begab, um sich ins Goldene Buch der Gemeinde einzutragen, informierte er über das vom Bund neu aufgelegte Bahnprogramm. Er verhehlte allerdings nicht, dass hier mit Blick auf eine Barrierefreiheit auf den Bahnhöfen und beim Lärmschutz in der kommenden Legislaturperiode noch draufgelegt werden müsse.

Die rund 45-minütige Visite Scheuers hatte CSU-Bundestagsabgeordnete Silke Launert vermittelt. Sie nahm am Besuch ebenso teil wie eine Reihe von Kommunalpolitikern und Vertretern der Verwaltung.

Im Frühjahr gab der Gemeinderat grünes Licht für die Pläne zur Barrierefreiheit am Bahnhof

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