23.06.2021 - 11:12 Uhr
Speckmannshof bei AmbergOberpfalz

Umstrittene PV-Anlage: CSU sucht Dialog mit Postweiher-Anwohnern

Einen schweren Stand hatte am Freitagabend der CSU-Fraktionsvorsitzende Matthias Schöberl beim Dialog mit den Anwohnern der Postweiher-Siedlung, denn Argumente für und gegen die dort geplante PV-Anlage prallten noch einmal aufeinander.

Einen schweren Stand hatten der CSU-Fraktionsvorsitzende Matthias Schöberl (Dritter von rechts) sowie die CSU-Stadträte Christian Schafbauer (Dritter von links) und Helmut Weigl (Zweiter von links) beim Bürgerdialog über die in Speckmannshof geplante PV-Anlage. Für die Gegner argumentierten deren Sprecher Bernd Dirschl (rechts), Christoph Pohla (Zweiter von rechts) und Herbert Heitzer (links).
von Autor GFProfil

Für die CSU-Stadtratsfraktion, so stellte Fraktionschef Matthias Schöberl gleich zu Beginn eines Ortstermins in Speckmannshof klar, sei eine Entscheidung bereits gefallen: „Die PV-Anlage ist sinnvoll und möglich.“ Die Christsozialen werden dem geplanten Vorhaben der Amberger Stadtwerke zustimmen, "denn wir alle müssen dem Klimawandel den Kampf ansagen und erneuerbare Energien fördern". Schöberl räumte ein, dass man sich darüber ärgern kann, wenn man aus seinem Garten blickt und dann eine PV-Anlage vor Augen hat. In seiner Fraktion sei über diese PV-Anlage umfangreich und objektiv diskutiert worden, vor allem über die von den Anwohnern der Postweiher-Siedlung vorgebrachten Bedenken und Kritikpunkte. Letztlich glaube die CSU-Fraktion, das der Schutz der unmittelbaren Anwohner bestmöglich gewährleistet werde. Sollten die bisher vorgesehenen Sichtschutzmaßnahmen, eine hohe und dichte Begrünung, nicht ausreichen, seien Verbesserungen immer noch möglich, denn der Stadtrat könne auf die städtische Tochtergesellschaft Stadtwerke Einfluss nehmen, was bei einem privaten Investor ausgeschlossen sei. Die von den Gegnern der PV-Anlage angebotenen Alternativflächen seien geprüft worden, teilweise fehle das Einverständnis der Eigentümer, teilweise seien die Standorte ungeeignet, so Schöberl. Derzeit gehe man von einer Modulhöhe mit 2.20 Metern aus, so Schöberl. Genaue Zahlen stünden erst fest, wenn der Investor seine Pläne beim städtischen Bauamt einreiche.

Standort ungeeignet

Bernd Dirschl, der Sprecher der Postweiher-Anwohner meinte, dass er nicht nachvollziehen kann, warum man sich für diesen Standort entschieden habe. "Ein Nordhang ist keine gute Lösung. Außerdem wird gute Ackerfläche vernichtet. Es ist einfach unmöglich, wenige Meter neben einem Wohngebiet eine derartige Monsteranlage zu errichten." Ein Gegner der geplanten PV-Anlage räumte ein, dass derartige Anlagen ihre Berechtigung hätten, aber gerade dieser Standort sei ungeeignet, einige hundert Meter weiter südlich gebe es einen weit besser geeigneten Südhang, nur liege der im Naturschutzgebiet.

Anlage im Gewerbegebiet Fuggerstraße

Aus der Gegnerschaft der PV-Anlage kam der Vorschlag, das geplante Gewerbegebiet westlich der Fuggerstraße auf die Hälfte zu reduzieren, auf der freiwerdenden Fläche sei reichlich Platz für eine PV-Anlage, die im Gewerbegebiet keinen störe. "Auf Gewerbeflächen können wir nicht verzichten", widersprach Schöberl, "denn die sind eh schon Mangelware in Amberg." Eine Anwohnerin der Postweiher-Siedlung meinte, hier hätte sie vor einigen Jahren niemals gebaut, wäre ihr diese PV-Anlage bekannt gewesen. Zweifel an der Sichtbarkeitsanalyse hatte Herbert Heitzer, denn es sei ein großer Unterschied, ob man aus wenigen Metern Entfernung oder aus einigen Kilometern auf die PV-Anlage schaue. CSU-Stadtrat Helmut Weigl stellte klar, dass über die vom Investor eingereichten Pläne das städtische Bauamt zu entscheiden habe, und diese Entscheidung müsse letztlich auch einer gerichtlichen Überprüfung standhalten. Er vertraue der städtischen Bauverwaltung, das über die Pläne der Stadtwerke sauber und objektiv entschieden werde.

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Amberg

Versöhnliche Worte hatte Bernd Dirschl zum Ende des grundsätzlich sachlichen Dialogs parat, denn es sei nicht immer selbstverständlich, dass sich Kommunalpolitiker einer für sie schwierigen Diskussion stellen. Dafür dankte er Matthias Schöberl und seinen Stadtratskollegen.

Bürger gegen PV-Anlage am Postweiher

Amberg
Info:

Hintergrund

Die Amberger Stadtwerke wollen auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche im Speckmannshof von knapp über sieben Hektar eine PV-Freiflächenanlage errichten. Trotz des Nordhangs halten die Planer die Fläche für geeignet, die Module müssen nur steiler aufgestellt werden, um den besten Einfallswinkel für die Sonne zu erreichen, heißt es. Mit einer hohen und dichten Eingrünung sollen die Module kaum von außen einsehbar sein.

„Wir haben uns die angebotenen Alternativ-Flächen genau angesehen, sie sind einfach nicht geeignet.“

CSU-Fraktionsvorsitzender Matthias Schöberl

 

 

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