07.01.2021 - 16:25 Uhr
Sorghof bei VilseckOberpfalz

Corona-Waldweihnacht fährt zweithöchstes Spendenergebnis ein

Wegen Corona hatte Gerhard Kraus die Sorghofer Waldweihnacht in ihrer bewährten Form absagen müssen. Stattdessen organisierte er eine Pandemie-taugliche Variante. Und die fuhr das zweithöchste Spendenergebnis der vergangenen 30 Jahre ein.

Die große Kulisse mitten im Wald musste wegen Corona ausfallen, doch Gerhard "Säm" Kraus als Organisator der Sorghofer Waldweihnacht ließ sich eine Pandemie-gerechte Variante einfallen. Und die erzielte das zweithöchste Spendenergebnis in der Geschichte der populären Adventsveranstaltung.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Gerhard "Säm" Kraus ist stolz. Zurecht. Schließlich hat er mit seinen zahlreichen Mitstreitern nicht nur eine absolut Corona-konforme Variante der Sorghofer Waldweihnacht auf die Beine gestellt, sondern dadurch auch noch 6405 Euro an Spenden eingenommen. Und diese Summe ist die zweithöchste der vergangenen 30 Jahre. Höher waren die Spenden nur 2019, also im Jahr vor dem Coronavirus. Damals waren es 8000 Euro, wodurch die Gesamtsumme der bisherigen Spenden laut Kraus auf 76.000 Euro angewachsen war. Für 2020 hatten sich Kraus, der Kirchenchor Sorghof und alle Mitwirkenden fest vorgenommen, die Marke von 80.000 Euro zu knacken. Dann aber kam das Coronavirus. Eine Corona-konforme Variante der Sorghofer Waldweihnacht (aufgesplittet in vier Szenen, die jeweils an den vier Adventswochenenden bei Messen in Sorghof gezeigt werden sollten) musste wegen einer hohen Zahl an Neuinfektionen in der Region Ende Oktober abgesagt werden.

Die ursprüngliche Planung

Sorghof bei Vilseck

Doch Gerhard Kraus gab nicht auf. Vielmehr drehte er die vier Szenen ab und zeigte sie auf dem Facebook-Account des Sorghofer Kirchenchors. Außerdem ließ er den drei Kindergärten Vilseck, Sorghof und Schlicht insgesamt sechs Holzfiguren (Maria, Josef, Jesus in der Krippe, Hirte, Schaf und Esel), die die Schreinerei Plößner als Rohlinge ausgesägt hatte, zur Gestaltung zukommen. Die Werke der Kinder waren den ganzen Advent über auf den Sorghofer Kirchentreppen ausgestellt. Außerdem waren Filme der 17. und 20. Sorghofer Waldweihnacht an der Außenwand der Kirche (per Beamer auf eine Tagesleinwand projiziert) an den vier Adventssonntagen von Mittag bis zum frühen Abend in einer Dauerschleife zu sehen.

Die Lockdown-Variante

Sorghof bei Vilseck

All diese Aktionen verband Kraus mit einem Spendenaufruf. Und dem folgten viele bereitwillig. Dank eingenommener 6405 Euro ist Summe insgesamt auf 82.405 Euro seit der ersten Waldweihnacht vor 30 Jahren angewachsen. Ein Ergebnis, das Gerhard "Säm" Kraus und seine Mitstreiter stolz macht. Kraus, der bei der Dreikönigs-Messe am 5. Januar die Spendensumme bekannt gab, lobte in seinen Dankesworten vor allem seine Mitstreiter. Der Kirchenchor mit seinen Helfern, die Schauspieler, Sänger und Texter hätten ein Ergebnis von 6405 Euro erreicht – "und das zu Zeiten einer weltweiten Pandemie". Kraus sprach von vielen guten und neuen Ideen, von der nötigen persönlichen Einstellung und viel Fleiß der Mitwirkenden. Die Akteure seien wegen Corona kein Risiko eingegangen, "aber trotzdem immer für alle sichtbar gewesen".

Einige Akteure der Sorghofer Waldweihnacht bei der Vorabendmesse zu Dreikönig in der Sorghofer Kirche. Die Corona-taugliche Variante hatte Gerhard „Säm“ Kraus (hinten, Zweiter von rechts) organisiert.

Kraus verkündete mit großem Stolz die aktuellen Zahlen, verhehlte aber eines nicht: "Ohne meine Helfer wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen." So freute sich Kraus, dass Texter Norbert Riha auch für die Corona-Waldweihnacht die Texte wieder in kürzester Zeit geschrieben habe. Außerdem sei er als Schauspieler und „Spenden-Onkel“ in den Facebook-Videos zu sehen gewesen. Als Sprecherin fungierte Tanja Suttner, für die technische Organisation zeichnete Benno Meier verantwortlich. Die kleinen Hirten spielten Max Plößner, Johannes Dorner sowie Hannes und Moritz Meidenbauer, die großen Hirten Dieter Hörl und Sandra Zwack. Den Herbergswirt mimte Mathias Hermann. Als Maria und Josef waren wie schon in den vergangenen Jahren Claudia Ruppert und Heiner Ruppert im Einsatz. Als Engel, die Barbara Stübe organisiert hatte, waren Paula Plößner und Anna Ringlstetter zu sehen. Als Sängerin und Schauspielerin trat Elisabeth Meidenbauer auf. Patrick Schaaf und Willi Sperber hatten als Stadthalter und Schreiber bei der Volkszählung die Corona-Waldweihnacht am ersten Advent eröffnet.

Gerhard "Säm" Kraus freute sich zudem, dass alterprobte Waldweihnachts-Musiker ihn auch 2020 unterstützt hatten: Benno Englhard mit seinem Bläserensemble, der Murachtaler Dreigesang, Remona Fink mit Säm Kraus sowie Rita Butz mit den Stauber-Moidln. Manuel Plößner hatte sich um die Spendenboxen und die Abgabe früherer Waldweihnachtstassen gegen eine Spende gekümmert und zusammen mit seiner Frau Susanne den Aufbau erledigt.

Die Bilanz der Sorghofer Waldweihnacht

Sorghof bei Vilseck

Besonders würdigte Kraus bei der Dreikönigsmesse die Rolle von Pater Robin. Der Priester habe das Projekt Corona-Waldweihnacht von Anfang an unterstützt, sprach stets die Fürbitten und spendete den Schluss-Segen und überließ den Sorghofern stets das Sorghofer Gotteshaus zur Verfügung – sei es zum Proben, zum Filmen und zum Singen gewesen. Sehr dankbar ist Kraus auch für die Vorsicht, die die Akteure stets hatten walten lassen. "Abstand mit Verstand", nannte er es.

Die Summe von 6405 Euro an Spenden setzte sich zusammen aus dem Inhalt der aufgestellten Spendenboxen, den Aufrufen über Facebook und nach Briefen an Firmen, die sich laut Kraus "mit sehr großherzigen Spenden in diese Aktion eingeschaltet hatten". Seine kleine Ansprache bei der Dreikönigsmesse in Sorghof schloss Kraus mit der Feststellung, dass bei allen Mitwirkenden die Einstellung zum Projekt gestimmt hatte. Kraus erinnerte nochmals an den großen Aufwand, sprach aber auch von einer großen inneren Zufriedenheit.

Info:

Die Empfänger der Spenden

6405 Euro hat die Corona-Waldweihnacht des Sorghofer Kirchenchors, organisiert von Gerhard "Säm" Kraus eingenommen. Das Geld wird wie folgt verteilt:

  • 1655 Euro für Pater Robin für ein Waisenhaus seines Ordens in Indien (Anschaffung eines Stromgenerators)
  • 800 Euro für bedürftige Familien in der Großgemeinde Vilseck
  • 750 Euro für die drei Kindergärten in der Großgemeinde Vilseck
  • 750 Euro für anerkannte Flüchtlingsfamilien in Vilseck, insbesondere für 24 Kinder, davon zehn unter sechs Jahren.
  • 450 Euro für die Sternsinger in Sorghof, die wegen Corona heuer nicht singen und sammeln konnten.
  • weitere acht Spenden zwischen 200 und 300 Euro für Kinderkrebshilfe Amberg-Sulzbach, Sozialdienst katholischer Frauen, Sozialpsychiatrischer Dienst, Rumänienhilfe Vilseck-Sorghof, Helfer vor Ort in Vilseck, Flika, Amberger Tafel und Sozialstation Vilseck.

 

 

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