04.02.2021 - 13:53 Uhr
SelbOberpfalz

25 Jahre Porzellanstraße: Jubiläumsfeier mit Krönung

Der Verein Porzellanstraße mit Sitz in Selb will die Produkte zum 25-jährigen Bestehen mehr in der Bevölkerung verankern. Im Sommer wird einen ganzen Tag lang gefeiert.

Nicole I. aus Schönwald ist die amtierende Porzellankönigin. Wegen der Corona-Pandemie wurde ihre einjährige Amtszeit bis in den Sommer verlängert.
von Autor FPHProfil

Seit zwei Jahrhunderten prägt die Porzellanherstellung die Region – mit allen Höhen und Tiefen. Um darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig diese Industrie war und ist, wurde vor 25 Jahren der Verein Porzellanstraße gegründet. Ein weiterer Grund dafür war, wie André Zaus, der Vorsitzende des Vereins, sagt, den Tourismus in Verbindung mit dem Porzellan und seiner Herstellung zu fördern.

Mitglieder sind zahlreiche Städte, Gemeinden und Landkreise, aber auch viele Hotels und Gaststätten und natürlich Porzellanhersteller der Region.

Seit 2003 weisen die bekannten braunen Schilder auf den Verlauf der Porzellanstraße hin. Diese touristische Straße – vergleichbar etwa mit der Weinstraße oder der Burgenstraße – gibt es übrigens auch in Thüringen, wo die hiesige Industrie ihren Ursprung hat.

Tschechischer Ast

In Bayern beginnt die Porzellanstraße bei Schlüsselfeld im Steigerwald am westlichen Rand des Landkreises Bamberg, führt über Coburg und Kronach nach Tettau im Frankenwald; von dort aus verläuft sie durch den Landkreis Hof. Schließlich erreicht sie bei Schönwald den Landkreis Wunsiedel; hier liegen Ursprung und Zentrum der Porzellanstraße. Sie führt durch die Orte Kirchenlamitz, Weißenstadt, Röslau und Marktleuthen und gelangt dann schließlich nach Selb. Über Schirnding, Arzberg, Wunsiedel, Bad Alexandersbad und Marktredwitz verlässt sie dann den Landkreis in Richtung Mitterteich und Oberpfälzer Wald. Im Jahr 2015 schließlich wurde die Porzellanstraße international. Zaus: „Damals entstand der tschechische Ast der Porzellanstraße, der über Cheb bis ins böhmische Erzgebirge führt.“

Doch bei den braunen Wegweisern soll es nicht bleiben. Gerade im Jubiläumsjahr will der Verein noch mehr auf die Attraktivität der Porzellanstraße aufmerksam machen. „Wir planen, die Wahl unserer Porzellankönigin anders aufzustellen“, kündigt André Zaus an. Bisher sei sie, die doch das Aushängeschild des Vereins wie der Region sei, immer stillschweigend Anfang des Jahres gekürt worden. „Jetzt ändern wir den Wahlzyklus und wählen die Porzellankönigin im Sommer – am Tag des bayerisch-böhmischen Porzellans, der in diesem Jahr in Selb stattfindet.“

„Die Inthronisation der Porzellankönigin ist eine Attraktion. Das wollen wir werbewirksam vermarkten.“

Vorsitzender André Zaus

In den kommenden Wochen wird der Verein die Bewerbungsphase für die jungen Frauen eröffnen, die die nächste Porzellankönigin werden wollen. „Natürlich sollten die Bewerberinnen ein gewisses Hintergrundwissen über Porzellan haben“, meint Zaus, „und möglichst aus der Porzellanstraßen-Region kommen.“ Die Porzellankönigin hat – in normalen, Nicht-Corona-Zeiten – zwischen 60 und 70 Auftritte im Jahr bei Festen, auf Messen und bei anderen Gelegenheiten. Die Tätigkeit wird, obwohl ein Ehrenamt, mit einem Preis bei der Inthronisation und mit finanzieller und materieller Unterstützung der Freunde der Porzellanstraße und von Sponsoren vergolten.

Werbewirksam vermarkten

2021 soll dieser Tag in Selb zur Eröffnung der Wochen des Weißen Goldes Anfang Juli stattfinden. In den folgenden Jahren soll dann jeweils eine andere Stadt an der Porzellanstraße Gastgeber des Tages des bayerisch-böhmischen Porzellans sein. „Die Inthronisation der Porzellankönigin an diesem Tag ist für jeden Veranstalterort eine Attraktion. Das wollen wir werbewirksam vermarkten.“

Am Programm dieses Tages sollen sich, so stellt es sich der Vorsitzende vor, jeweils alle Porzellanhersteller und Städte entlang der Porzellanstraße mit Aktionen beteiligen. „Ich war schon, wie Corona es eben zuließ, im vergangenen Jahr bei 25 Mitgliedern unseres Vereins unterwegs und habe dafür geworben“, berichtet Zaus. „Und alle waren hellauf begeistert.“

Das Jubiläum nehme der Verein auch zum Anlass, die eigene Zielsetzung zu überdenken. „Wir wollen auch den Porzellanherstellern vor Ort, und da spreche ich nicht nur von den kleinen, etwas mehr unter die Arme greifen und sie im Bewusstsein der Bevölkerung wieder stärker verankern.“ André Zaus: „Für mich ist es ein Graus, bei einem Discounter in Selb chinesisches Porzellan angeboten zu sehen.“ Der Verein müsse bei der Bevölkerung wieder die Einstellung erzeugen, dass die Produkte der Porzellanproduzenten auf den Tisch zu Hause und in jedem Restaurant der Region gehören.

Werksverkauf-Führer

Um den nationalen und internationalen Gästen der Region die Porzellanstraße und ihre Attraktionen detaillierter vorzustellen, gibt der Verein seit Jahren einen Werksverkauf-Führer heraus, aktuell dreisprachig und in einer Auflage von 40.000 Exemplaren. „Er erfreut sich hervorragender Beliebtheit“, berichtet der Vereinsvorsitzende. „Wir machen darin vier Routen-Vorschläge entlang der Porzellanstraße und geben Tipps, was man sich auf jeder dieser Routen anschauen kann, wo man Porzellan einkaufen und gut essen gehen kann.“ Das sei im vergangenen Corona-Jahr vor allem bei den sehr zahlreichen Wohnmobil-Touristen in der Region auf sehr großes Interesse gestoßen.

„Es ist wichtig, den Menschen zu zeigen, dass hochwertiges Porzellan gepaart mit feinster Handwerkskunst und stilvollem Design ein nicht unwesentlicher Wirtschaftsfaktor in der Region ist“, betont Vorsitzender André Zaus. „Porzellan hat Geschichte und erzählt Geschichten. Die Region lebt seit über 200 Jahren von der Geschichte ihrer Porzellanmacher.“

Hier ein Interview mit BHS-Tabletop-Chef Gerhard Schwalber

Selb
André Zaus, Vorsitzender des Vereins Porzellanstraße.

Weitere Informationen zum Verein Porzellanstraße finden sie hier

Diese Schilder weisen die Gäste in der Region auf die Porzellanstraße hin.
Der Verlauf der Porzellanstraße durch die Region.

 

 

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