28.07.2021 - 14:20 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Schwarzenfelder Milchwerke wollen mit Biogas Strom erzeugen

Im Süden des Marktes, neben der Betriebskläranlage der Molkerei, entsteht derzeit eine sogenannte "Bioabfall-Vergärungsanlage". Das Großprojekt dient der Strategie der Molkerei, nachhaltig und CO2-neutral zu arbeiten.

Neben der Kläranlage der Naabtaler Milchwerke (links) entsteht derzeit eine Biogasanlage des Unternehmens.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Vorgestellt wurde die umfangreiche Maßnahme zum Bau einer Biogas-Anlage durch Geschäftsführer René Guhl der Naabtaler Milchwerke Privatmolkerei Bechtel bereits im Dezember vergangenen Jahres bei einer Sitzung des Marktrats. Vom Landratsamt wurde Mitte April 2021 im Zuge der Genehmigung ein Erörterungstermin im Schwarzenfelder Sportpark anberaumt. Dort sollten am Mittwoch dieser Woche mögliche Einwendungen gegen das Vorhaben geprüft und erörtert werden. Dieser Termin fiel jedoch ankündigungslos aus, nachdem sich wohl bis dato keine Einwender gemeldet hatten.

Auf der Baustelle des Großprojekts bei Irrenlohe wird schon mit Hochdruck gearbeitet, da der vorzeitige Beginn dieser Arbeiten genehmigt wurde. Die neuen Gebäude entstehen direkt neben der Abwasserbehandlungsanlage der Albflor Umwelt-Servicetechnik GmbH, einer Tochterfirma der Molkerei - angesiedelt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kläranlage des Marktes Schwarzenfeld.

Biomethan für das Erdgasnetz

Wenn die Milchwerke ihr Prozesswasser in ihrer eigenen Kläranlage reinigen, entsteht Klärschlamm. Der wird derzeit noch über einen externen Dienstleister entsorgt. Dazu kommen Nebenprodukte aus der Milchproduktion, wie etwa nicht verwertbare Gewürzmolke.

Diese Abfälle werden durch die bestehende Abwasser-Leitung in die neue Anlage gepumpt. Schlamm und Produktionsreste werden gemischt, um den Bakterien in den drei großen Fermentern optimales "Futter" zu bieten. Denn die Bioabfall-Vergärungsanlage soll im Wesentlichen aus zwei Hauptfermentern und einem Nachfermenter bestehen, mit der entsprechenden technischen Ausstattung - insbesondere Pumpen, Rührwerke, Sicherheitstechnik und Gasspeicher.

Das dort produzierte Rohbiogas soll anschließend mit Technik der Schmack Biogas Service GmbH (Schwandorf) in einer Aufbereitungsanlage zu Biomethan veredelt und in das Erdgasnetz eingespeist werden, wo es als Kraftstoff und CO2-armer Erdgasersatz für Heizungen und Kraftwärmekopplungsanlagen dient. Mit der Biomethan-Einspeisung aus dieser Anlage könnten etwa 10 000 Haushalte mit Strom und Wärme versorgt werden.

Wie man den Unterlagen entnehmen kann, sollen bei der Bioabfallbehandlung im Durchschnitt 2150 Nm³/h (Normkubikmeter pro Stunde) Rohgas entstehen. Dies entspricht einer maximalen Rohgas-Erzeugungsmenge von 18 750 000 Nm³/a (pro Jahr), bei jährlich 8760 Betriebsstunden.

"Weiterer Meilenstein"

Gelagert werden die Bioabfälle aus dem Werk in Schwarzenfeld zunächst in zwei oberirdischen, isolierten und verkleideten Stahlbetonrundbehältern, die nach oben hin mit einer Betondecke gasdicht verschlossen sind. Danach kommen sie in die Bioabfall-Vergärungsanlage. Gebaut wird auch ein Blockheizkraftwerk. Es soll der Deckung des Eigenbedarfs an Wärme und Strom dienen.

Die Anlage sei ein "weiterer Meilenstein" in der Strategie der Molkerei, nachhaltig und CO2-neutral zu arbeiten, urteilte Geschäftsführer René Guhl.

Baustelle neben dem eigenen Klärwerk

Schwarzenfeld
Hintergrund:

Teile der neuen Biogas-Anlage

  • Bioabfall-Vergärungsanlage zur biologischen Behandlung von nicht gefährlichen Abfällen mit einer Durchsatzleistung von 50 Tonnen oder mehr je Tag
  • Biogas-Aufbereitungsanlage zur Aufbereitung von Biogas mit einer Verarbeitungskapazität von 1,2 Millionen Nm³ je Jahr Rohgas oder mehr
  • Zwei Anlagen zur zeitweiligen Lagerung von nicht gefährlichen Abfällen mit einer Gesamtlagerkapazität von 100 Tonnen oder mehr
  • Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Erzeugung von Strom und Prozesswärme mit einer Feuerungswärmeleistung von 2113 kW
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