14.02.2019 - 11:57 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Holzmarkt weiter unter Druck

Schadholz wird in großen Mengen aus dem Wald geholt. Was fehlt, sind Absatzmöglichkeiten. Die WBV Nabburg-Burglengenfeld riet bei der Mitgliederversammlung vom Einschlag ab. Steuererleichterungen sollen Einbußen auffangen.

Bei der Jahresversammlung der Waldbesitzervereinigung Nabburg-Burglengenfeld sprachen Arnold Kimmerl, Katrin Kreckl-Kerckhoff, August Steinbauer, Erwin Schlagenhaufer, Yvonne Wolfrum, Georg Mayer, Dr. Gabriele Lobinger und Alwin Kleber (von links).
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

"Wir haben Absatzprobleme", gab Geschäftsführerin Yvonne Wolfrum bei der Hauptversammlung der Waldbesitzervereinigung (WBV) Nabburg-Burglengenfeld am Mittwoch in der Miesberg-Gaststätte zu verstehen. Das verarbeitende Gewerbe halte sich bei den Bestellungen auffallend zurück.

Tendenz eher fallend

Vorsitzender August Steinbauer aus Burglengenfeld ist seit zwei Jahren Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Nabburg-Burglengenfeld und hat vier hauptamtliche Mitarbeiter zur Seite, die das operative Geschäft abwickeln. Zu ihnen gehört Bernhard Irlbacher, der bei der Hauptversammlung den Holzpreis als "leicht unterdurchschnittlich" einstufte. Der Preis stimme, es mangle aber an Absatzmöglichkeiten. Vorsitzender Steinbauer erläuterte, dass momentan ein Überangebot an "Kalamitätsholz" (Schadholz aufgrund Stürme, Schneebruch, Borkenkäferbefall) vorhanden sei, das die Vermarktungsbetriebe nicht in diesem Umfang abnehmen. Er rät den Mitgliedern, momentan kein Frischholz zu schlagen, sondern nur das Kalamitätsholz aus dem Wald zu entfernen. Die momentane Situation drücke auch den Preis, so Steinbauer. Dieser sei in den letzten zwei Monaten um sechs Euro pro Festmeter gefallen. Tendenz stagnierend oder noch weiter fallend.

200 Mitglieder kamen zur Hauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Nabburg-Burglengenfeld in die Miesberg-Gaststätte.

Schädlinge erkennen

Die Biologin Gabriele Lobinger von der Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft beschäftigt sich seit 35 Jahren mit der Schädlingsbekämpfung und gibt den Waldbesitzern den guten Rat, die Vorgänge in ihren Wäldern genau zu beobachten, Schädlinge zu erkennen und fachlichen Rat einzuholen. Jede Baumart habe ihre Schwächen und bedürfe einer individuellen Fürsorge, so die Wissenschaftlerin. Steuerberaterin Katrin Kreckl-Kerckhoff informierte die 200 Versammlungsteilnehmer über die steuerlichen Begünstigungen der Waldbesitzer bei "Kalamitätsnutzung". Wer Holz wegen "höherer Gewalt" einschlagen müsse und es vermarkte, genieße Steuererleichterung. Forstdirektor Alwin Kleber stellte die Ergebnisse des neuen Vegetationsgutachtens vor und bescheinigte den Jagdgenossen und Jägern, ihre Hausaufgaben gemacht zu haben. Die Ergebnisse im Landkreis seien wieder sehr zufriedenstellend.

Der neue Leiter am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Georg Mayer, bot seine Zusammenarbeit an. Ein Herzensanliegen sei ihm die Zukunftssicherung der bäuerlichen Familienbetriebe und der Erhalt der Besitzverhältnisse. Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl empfahl die Ausstellung "Das richtige Holz" im Freilandmuseum Neusath. Dort werde die Waldnutzung früher und heute gezeigt. In der Erlebnisholzkugel am Steinberger See sieht Arnold Kimmerl ein Paradebeispiel für moderne Holznutzung.

Statistik:

WBV in Zahlen

Die 1564 Mitglieder der Waldbesitzervereinigung besitzen 17 300 Hektar Wald. 350 von ihnen lieferten im vergangenen Jahr 45 000 Festmeter Holz und erzielten damit einen Umsatz von 2,7 Millionen Euro.

 

 

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