30.11.2020 - 13:40 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Aggressive Kuh: Polizei, Jäger und Metzger im Einsatz

Bauern umstellen die Kuh mit ihren Traktoren, Polizisten sperren die Straße, Spaziergänger sind in Gefahr: Bei Deiselkühn (Gemeinde Schwarzenfeld) hat eine entlaufende Kuh für einen Polizeieinsatz gesorgt. Am Ende fallen mehrere Schüsse.

Die Bauern umstellten die Kuh mit ihren Traktoren. Am Ende musste auf das Tier geschossen werden.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Wegen einer entlaufenen Kuh ist es am Sonntagmittag, 29. November, zwischen den beiden Schwarzenfelder Gemeindeteilen Deiselkühn und Irrenlohe zu einem Polizeieinsatz gekommen. Insgesamt drei Streifenwagen der Inspektionen Nabburg und Schwandorf eilten zur Unterstützung herbei. Weil sich das Tier aggressiv verhielt, musste es am Ende von den beiden Jagdpächtern Werner Guha und Christian Gradl erschossen werden. Laut Polizeibericht waren auch Gefährdungen für den Straßen- und Bahnverkehr nicht ausgeschlossen.

Wie Franz Schönberger, Dienstgruppenleiter der Nabburger Polizeiinspektion gegenüber Oberpfalz-Medien bekannt gibt, ist die Kuh gegen 11 Uhr aus ihrer Weide ausgebrochen. Danach habe sie sich entlang der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Irrenlohe und Deiselkühn aufgehalten und wollte sich partout nicht mehr einfangen lassen. "Der Eigentümer und mehrere benachbarte Landwirte versuchten vergeblich über einen längeren Zeitraum das Rind einzufangen", informiert Schönberger. Die Beamten sperrten aus Sicherheitsgründen weiträumig die Umgebung ab.

Aggressives Rind beschädigt geparktes Auto

Um zu verhindern, dass die Kuh erneut davonläuft, positionierten die Bauern ihre Traktoren um die Kuh – letztlich ohne Erfolg. Laut Polizeihauptkommissar Schönberger zeigte sich die Kuh aggressiv und beschädigte gegen 13.30 Uhr – zweieinhalb Stunden nach Beginn des Polizeieinsatzes – ein geparktes Fahrzeug am Straßenrand. Jagdpächter Guha zufolge wurde die Kuh bereits zuvor im Ortskern von Deiselkühn von Schaulustigen irritiert, später soll sie sogar bis auf fünf Meter auf den Jäger zugestürmt sein. Den Beamten bereitete auch die räumliche Nähe zur Bahnlinie Schwandorf-Weiden Sorgen. Wegen dem sonnigen Wetter waren zudem viele Sonntagsausflügler unterwegs. Es habe eine "konkrete Gefahr für vorbeilaufende Spaziergänger wie auch den Fahrzeugverkehr und die nahe Bahnlinie" bestanden, so Schönberger. Man habe das Tier deshalb zum Abschuss freigegeben.

Metzger gerufen

Wegen dem Wochenende war kein Tierarzt erreichbar, der das Tier mit einem Betäubungsgewehr hätte außer Gefecht setzen können. Zudem drängte wegen der Gefährdungssituation die Zeit. In Absprache mit der Polizei gaben die anwesenden Jäger deshalb insgesamt drei gezielte Schüsse auf das Tier ab. Ein herbeigerufener Metzger ließ die Kuh auf dem Acker ausbluten. "Es blieb letztlich keine andere Wahl. Man hat sie erschießen müssen, weil sie einfach zu unberechenbar und aggressiv war", bewertet Schönberger den Einsatz. Auch dem Bauern sei kein Vorwurf zu machen. Die nicht näher bezifferten Kosten muss der Landwirt beziehungsweise seine Versicherung übernehmen.

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