19.09.2021 - 10:25 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

Angst vor mehr Verkehr wegen Ziegler in Schwarzenbach

Die Ansiedlung von Holz-Ziegler bei Hütten schlägt erste Wellen. Die bereits erfolgte Rodung von 25 Hektar Wald nennt der Schwarzenbacher Gemeinderat Markus Thumfart "erschreckend".

Nach dem Willen der Schwarzenbacher Gemeindeverantwortlichen soll das "Hüttener Sträßl" keinesfalls zum Schleichweg für Holztransporte zwischen den Ziegler-Werken in Hütten und Pressath werden.
von Bernhard PiegsaProfil

Diskussionsstoff bot im Schwarzenbacher Gemeinderat der Bebauungsplanung der Stadt Grafenwöhr für das Industriegebiet "Grafenwöhr-Hütten Nord", wo der Holzverarbeiter Ziegler einen der weltweit größten Produktionsstandorte für Holzfaserdämmung errichten will.

Der Gemeinderat sah zwar keine Grundlage für baurechtlich fundierte Einwände, stellte aber klar, dass man die Nutzung der Gemeindeverbindungsstraße von Hütten nach Pechhof als Abkürzung für Holz-Schwertransporte zwischen Hütten und Döllnitz nicht wünsche. Es dürfe nicht so kommen, dass "Grafenwöhr und Pressath die Gewerbesteuereinnahmen und wir in Schwarzenbach und Pechhof die Verkehrsbelastung haben", warnte Markus Thumfart (Freie Wähler).

Bürgermeister Thorsten Hallmann sieht diese Gefahr nicht. Es bestehe bereits eine Gewichtsbegrenzung, die Schwerlastverkehr ausschließe, und im Zuge der Umsetzung des Kernwegeprogramms, in dem die Hüttener Straße in die Kategorie II (Ausbau in etwa fünf bis zehn Jahren) eingereiht sei, werde sie keinesfalls zur "Industriestraße" ausgebaut.

Bahnhofstraße: Verzögerungen

Mit Blick auf die Bahnhofstraßenkreuzung erwartet Hallmann, dass sich deren Umgestaltung möglicherweise bis 2024 verschieben werde. Dies hänge nicht nur mit finanziellen und planerischen Fragen zusammen, sondern auch damit, dass die Brücke der Bundesstraße 470 im kommenden Jahr saniert und längere Zeit gesperrt werde, so dass Umleitungen durch Schwarzenbach unumgänglich würden. Deshalb könne man den Verkehr auf der zentralen Kreuzung des Ortes nicht gleichzeitig durch Bauarbeiten beschränken oder sperren.

In mehreren Gesprächen mit Bahn und Behörden, so Hallmann weiter, sei es gelungen, dass ein Ausnahmegenehmigungsverfahren für den Schienenübergang beim Bahnhof geprüft werde: "Noch vor ein paar Wochen war das Projekt kurz vor dem Aus." Als nächster Schritt seien Verkehrszählungen im Kreuzungsbereich und in der Eichenstraße durchzuführen.

Bewährte Wassersäcke

Als Vorbild für künftige Wohnstraßensanierungen lobte Martin Weber (fraktionslos, vorher SPD) den Ausbau der Hohen Straße. Das Baugebiet sei hierdurch spürbar aufgewertet worden. Auf eine Frage Webers bezüglich der an zehn Bäumen während der Sommermonate angebrachten Wassersäcke erwiderte Hallmann, dass es sich hierbei um einen Versuch gehandelt habe. Die Gemeinde wolle nun aber auch in künftigen Sommern ausgewählte Bäume auf diese Weise mit Wasser versorgen.

Außerdem wollte Weber wissen, wann die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen für die Freiluft-Photovoltaikanlage an der Dießfurter Straße umgesetzt werden. Nach seiner Kenntnis habe sich der Betreiber dies für den Herbst vorgenommen, entgegnete der Bürgermeister.

Bald neuer Leitfaden

Über Webers und Hallmanns Lob für die engagierte Arbeit des Büchereiteams freut sich insbesondere dessen Sprecherin Anja Kirschsieper (SPD). Hallmann ließ noch wissen, dass Quartiersmanagerin Franziska Schraml-Pöllmann den "Generationenleitfaden" (wir berichteten) fertiggestellt habe. Dieser werde in einer Auflage von 100 Exemplaren vor allem an ältere Bürger abgegeben. Zurzeit arbeite Schraml-Pöllmann an den Konzepten für den "offenen Mittagstisch" und für einen "Essen dahoam"-Dienst.

Lob für Dorfladen

Als "Best-Practice"-Beispiel für die städtebauliche Vitalisierung von Ortskernen" habe das bayerische Bauministerium die bauliche Umsetzung des Dorfladen-Projekts gewürdigt: "Ministerin Kerstin Schreyer war bei ihrem Besuch in unserer Gemeinde von der Umsetzung unserer Ortserneuerungsprojekte sehr angetan."

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