08.07.2020 - 09:36 Uhr
SchwarzachOberpfalz

Eine Schatzkammer in Unterauerbach

Weiß-blauer Himmel und Sonnenschein: Die Bedingungen zum Weihejubiläum der Pfarrkirche in Unterauerbach hätten kaum besser sein können – wäre da nicht Corona. Der Besuch von Bischof Rudolf Voderholzer fiel den Beschränkungen zum Opfer.

Pfarrer Walter Hofmann zelebrierte den Festgottesdienst und lobte die wunderschöne Kirche
von Redaktion ONETZProfil

Feierliches Glockengeläut begleitete die Pfarrangehörigen der Pfarrei St. Nikolaus Unterauerbach am Sonntagvormittag zum Festgottesdienst anlässlich der Weihe des Gotteshauses vor genau 100 Jahren. Wegen der Corona-Pandemie musste der bereits zugesagte Besuch von Bischof Rudolf Voderholzer abgesagt werden.

Festlich geschmückt war St. Nikolaus auch im Innenraum der Kirche: Fahne, Blumenschmuck und Kerzenschein ließen das Gotteshaus in besonderem Glanz erscheinen, als Pfarrer Hofmann mit vier Ministranten unter Orgelklängen in die Kirche einzog. Auch der Geistliche hatte sich den Festtag eigentlich anders vorgestellt. "Und doch – wir feiern", betonte er.

Erbauer als Visionäre

Pfarrer Hofmann dankte den Menschen, die den Bau geplant und durchgeführt hatten aber auch denen, die die Kirche erhalten und pflegen. Das Gotteshaus biete Orientierung, Hoffnung und Zukunft. In der Festansprache wurden die Erbauer als Visionäre gelobt. Damals sei das Lebens anders gewesen, betonte der Redner. Es sei schwerer gewesen, ausgerichtet darauf, die Familie zu ernähren. Die Frage sei nicht gewesen: Wohin geht der nächste Urlaub? Vielmehr war die Sicherstellung der Grundversorgung laut Hofmann im Fokus.

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Die lebende Pfarrgemeinde mache die Pfarrkirche zu einer Schatzkammer, betonte der Pfarrer. "Es ist eine wunderschöne Kirche, die die Pfarrei mit Stolz erfüllen kann", schwärmte er und hoffte, dass die Corona-Krise zum Nachdenken anrege und wieder mehr die tragenden Werte in den Mittelpunkt stelle.

Besondere Bedeutung

Im Namen der Gemeinde gratulierte Bürgermeister Franz Grabinger zum Weihejubiläum. Dieses Gottteshaus habe für die Pfarrangehörigen eine besondere Bedeutung. „Kirche ist eben mehr als nur das Gebäude, es ist die Gemeinschaft der Glaubenden, die wir hier seit 100 Jahren erleben dürfen“, sagte der Bürgermeister.

Zwei Namen seien mit dieser Kirche untrennbar verbunden: Das sei zum einen der Erbauer der Kirche, Michael Zormeier, und zum anderen Josef Flor, der fast 50 Jahre lang als Seelsorger in dieser Pfarrei wirkte. Für seine Verdienste wurde er auch zum Ehrenbürger der Gemeinde Schwarzach ernannt. Und daneben gebe es eine große Zahl von Pfarrangehörigen, die sich hier engagieren.

Mit Glockengeläut begann der Gottesdienst – und mit dem feierlichen Geläut der vier Kirchenglocken wird das Jubiläumsjahr am 27. Dezember zum Abschluss auch noch einen ganz besonderen Höhepunkt erleben, wenn das Zwölf-Uhr-Läuten im Bayerischen Rundfunk aus der Pfarrkirche St. Nikolaus zu hören sein wird.

Das im Anschluss an den Gottesdienst geplante Pfarrfest mit Beteiligung der kirchlichen und weltlichen Vereine sowie die musikalische Gestaltung durch die Blaskapelle Auerbachtal mussten entfallen.

Hintergrund:

Bereits im Jahre 1744 war eine Kirche in Unterauerbach erbaut worden und dem heiligen Nikolaus geweiht. Nachdem diese baufällig und zu klein war, wurde im Jahre 1897 durch Pfarrer Michael Zormeier ein erster Lageplan für einen kompletten Neubau der Pfarrkirche entworfen und bei der Diözese eingereicht. Am 17. August 1902 konnte die Grundsteinlegung gefeiert werden. Nach Bauunterbrechungen während des ersten Weltkrieges wurde das Gotteshaus am 8. Juli 1920 durch den Bischof von Regensburg, Antonius von Henle, zusammen mit 18 konsekrierenden Priestern feierlich eingeweiht.

Für die Gemeinde Schwarzach bei Nabburg gratulierte Bürgermeister Franz Grabinger
Eine Besonderheit der St. Nikolauskirche ist die integrierte Lourdes-Grotte, die zwischen den beiden Treppen zugängig ist
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