03.04.2019 - 15:02 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Zwei Mal hat's geblitzt

Das Messgerät zeigt nur noch 29 Stundenkilometer an, erlaubt sind 60. Von Fahren wie der Blitz kann keine Rede mehr sein. Die meisten pendeln zwischen 56 und 60 km/h. Einige müssen aber blechen.

Die Laserpistole nimmt jedes Fahrzeug ins Visier und misst dessen Geschwindigkeit.
von Irma Held Kontakt Profil

Die Beamten stehen am Mittwochvormittag mit ihrer Laserpistole fast demonstrativ gut sichtbar an der Staatsstraße 2145, der Oderkreuzung. Schon von weitem ist sie für all diejenigen Fahrer erkennbar, die aus Richtung Steinberg am See kommen und ins Visier genommen werden. Das ist nicht nur am Mittwoch Absicht. "Wir stehen immer offen". Polizeihauptkommissar Dieter Jäger Verkehrssachbearbeiter für den Landkreis Schwandorf, hält nichts vom Fallenstellen beim Blitzen. Bevor der Tross an die Staatsstraße 2145 (Oderkreuzung) umgezogen ist, wurden zwei Stunden die Geschwindigkeiten an der B 85 (Grünwald-Kreuzung) gemessen. Es gab laut Jäger vier Anzeigen. Der Schnellste war bei erlaubten 60 mit Tempo 93 unterwegs. "Nur" 88 hat dagegen der VW, der im Landkreis Stormarn – ganz im Norden der Bundesrepublik – zugelassen ist, drauf. Dem Mann kostet das 70 Euro Strafe und 28,50 Euro Gebühr. Einen Punkt in Flensburg gibt es obendrein. Liegt die Geschwindigkeit 41 km/h über der erlaubten, folgt ein Fahrverbot, innerorts genügen 31 plus.

Ortskundige oder Auswärtige: Die Polizisten wagen keine Prognose, wer öfters zu schnell unterwegs ist. Und wie zum Beweis meldet das Messgerät 87 km/h. Der Beamte an der Linse ruft den Kollegen mit Kelle. Die Fahrerin im Pickup mit Anhänger mit Schwandorfer Kennzeichen darf einen unfreiwilligen Zwischenstopp einlegen. "Das ist nicht etwa Abzocke, sondern wir haben uns die Problemkreuzungen rausgesucht", erklärt Jäger Im vergangenen Jahr passierten an der Oderkreuzng fünf Unfälle mit drei Verletzten.

"Wir sind nicht auf der Suche nach vermehrten Verstößen, sondern wollen das Bewusstsein nachhaltig beeinflussen", informiert Polizeioberat Bernhard Huber, stellvertretender Sachgebietsleiter Verkehr am Polizeipräsidium über die Motivation für den erneuten Blitz-Marathon. Noch immer gebe es viele zu viele Geschwindigkeitsunfälle in der Oberpfalz. "Rasen tötet", formuliert Huber plakativ. Viele Unglücksfälle wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen ereigneten sich auf Landstraßen. Andererseits will er das Tempo innerorts nicht unterschätzt wissen. Fußgängern oder Radfahrern fehle der nötige Schutz. Die Folge: Ein Zusammenstoß führe schnell zu schwerwiegenden Verletzungen.

An der Oderkreuzung fahren während des Blitz-Marathons die wenigsten zu schnell. Das zeigt sich schon, wenn sie der Beamte mit der Laserpistole anpeilt. "Der ist langsam", lautet zum Glück der meistgehörte Satz. "Der ist schon zu langsam", heißt es bei Tempo 29. "Sollen wir ihn rauswinken?", folgt als Frage. Nein, der Mann darf unbehelligt mit seinem Fahrzeug Richtung Klardorf abbiegen. Geblitzt wurde ab Mittwoch 6 Uhr an zahlreichen neuralgischen Stellen im Landkreis von A wie Altendorf bis T wie Thanstein.

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