13.11.2020 - 10:10 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Turn-Übungsleiter zieht sich nach 34 Jahren zurück

Übungsleiter Gerhard Bendl trainierte über drei Jahrzehnte erfolgreich die Turnmädchen des TSV Schwandorf und zieht sich nun zurück.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Nach 34 Jahren Übungsleitertätigkeit lässt Gerhard Bendl die Kinderturnstunden beim TSV Schwandorf auslaufen. „Corona-Pause, Alter und Gesundheit“ nennt der 72-Jährige als Gründe für seinen Rückzug. Als Leiter der Gymnastikabteilung will er dem größten Spartensportverein der Stadt aber weiter zur Verfügung stehen.

Turnen, Gewichtheben und Paddeln sind die Sportarten, in denen Gerhard Bendl als Aktiver und als Funktionär gleichermaßen erfolgreich war. Der gebürtige Schwandorfer schloss sich als 15-Jähriger dem Turnverein seiner Heimatstadt an und nahm 1965 im Augsburger Rosenaustadion am Bayerischen Turnfest teil. Seine Spezialdisziplin waren die Ringe. Kreuzhang, Stützwaage und Handstand waren kein Problem.

Bald wurden die Gewichtheber des TSV Schwandorf auf das „Kraftpaket“ aufmerksam. 1971 schloss er sich der Abteilung an und wurde viermal Landesmeister und im Jahr 2000 in Chemnitz sogar Deutscher Meister im Gewichtheben der Senioren über 50.

Anfang der 1970er Jahre machte Gerhard Bendl auch den Übungsleiterschein für Turnen. Als der TSV Schwandorf in den 1980er Jahren an die Wackersdorfer Straße aussiedelte und eine neue Sporthalle errichtete, baute „Turnvater Gerhard“ zunächst eine Knabenriege auf. Der selbstständige Malermeister wechselte in ein Angestelltenverhältnis im Schwandorfer Krankenhaus und konnte sich so die Trainingszeiten besser einteilen.

1987/88 kamen dann die ersten Turnmädchen dazu, mit denen der Übungsleiter regelmäßig an bayerischen und deutschen Mehrkampfmeisterschaften teilnahm. Zuletzt kümmerte sich Gerhard Bendl um den Nachwuchs der Sechs- bis Zwölfjährigen, denen er die Freude an der turnerischen Bewegung vermittelte und dabei die Übungen noch selbst vormachte. „Inzwischen zwickt die Hüfte“, deutet der Senior gesundheitliche Probleme an. Corona habe der Gruppe zusätzlich „einen Schlag versetzt“. Deshalb hat sich Gerhard Bendl zur Auflösung entschlossen. Die Leistungsriege bleibt aber bestehen, sie haben längst ehemalige Meisterturnerinnen übernommen.

Die dritte sportliche Säule ist das Kanufahren. Seit 1974 paddelt Gerhard Bendl und hat in dieser Zeit über 36000 Kilometer auf dem Wasser zurückgelegt. „Die 40000“ will er auf jeden Fall voll machen. Denn dann winkt ihm der „Goldene Globus“, die höchste Auszeichnung, die der Kanuverband an aktive Paddler zu vergeben hat.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.