03.05.2019 - 15:49 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Süd-Ost-Link an der Autobahn kein Selbstläufer

Wenn der Süd-Ost-Link an der Gartentür voerbeiführt, wie in Lissenthan , kommt keine Freude auf. Die wieder aufgeflammte diskussion um eine Bündelung an der Autobahn ist auch nicht die optimale Lösung.

Viel erklärt Projektleiter Andreas Herath (stehend) beim Infoabend für Kommunalpolitiker, zu dem Marianne Schieder (rechts) und Karl Holmeier (links) eingeladen haben. Mit im Bild Andreas Schieder, Tennet-Länderbeauftragter (Zweiter von rechts).
von Irma Held Kontakt Profil

Wenn der Süd-Ost-Link an der Gartentür vorbeiführt, wie in Lissenthan, kommt keine Freude auf. Die wieder aufgeflammte Diskussion um eine Bündelung an der Autobahn ist aber auch nicht die optimale Lösung. Andreas Herath, Tennet-Projektleiter für den Süd-Ost-Link, erklärt im Gasthaus Koller in Bubach Kommunalpolitikern, warum eine erdverkabelte Gleichstromtrasse an der Autobahn auf den ersten Blick vernünftig erscheint, auf den zweiten aber nicht.

Zick-Zack-Kurs

Sie in den Standstreifen der Fernstraße zu verlegen sei nicht machbar, in der Böschung liege die Infrastruktur für die Autobahn. "Also sind wir jenseits des Wildschutzzauns und damit im Privatgrund." Wohnbebauung oder Gewerbe in Orten mache den Süd-Ost-Link ebenso unmöglich wie beispielsweise an der Engstelle beim Wölsenberg. "Dann fahren wir wie mit einer Nähmaschine einen ZickZack-Kurs hin zur und wieder weg von der Autobahn", erklärt Herath am Donnerstagabend. Eingeladen zur Diskussions- und Infoveranstaltung haben die beiden Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder (SPD) und Karl Holmeier (CSU) mit dem Ziel, dass alle Interessen der Kommunen berücksichtigt werden. "Ich bin der Meinung wir brauchen ihn", sagt Marianne Schieder in Bezug auf den Süd-Ost-Link. Karl Holmeier pflichtet bei und sieht ihn als Teil zur "Bewältigung der Energiewende". Die neu angeregte Verlegung eines Leerrohrs, um die geplante zwei Gigawatt-Übertragungsleistung auf vier zu erweitern, sei nur zu befürworten, wenn die Trasse nicht breiter werde.

Dazu müssen, so Herath, 525-KV-Kabel verlegt werden. Derzeit teste Tennet Leitungen, eine habe bisher bestanden. Würden 320-KV-Kabel eingebaut, sei das Leerrohr hinfällig. Die Trasse würde zu breit und Tennet müsste das Verfahren neu beginnen. Marlene Groitl (Gemeinde Fensterbach) sieht die Erdverkabelung in Bezug auf Kosten und Landwirtschaft kritisch. Das Erdkabel sei politisch gewollt, erwidert Herath. "Ohne Erdverkabelung gäbe es überhaupt keine Akzeptanz für diese Leitung", ergänzt Marianne Schieder.

Unter zwei Grad

BBV-Kreisobmann Josef Irlbacher, dem Herath das Wort erteilt, spricht vom Boden-Nutzungskonzept. Das Material werde beim Bau entsprechend gelagert und wieder verfüllt. Das habe bei den Gasleitungen funktioniert. Keine Erfahrung, so Irlbacher, gebe es über die Auswirkungen der Bodenerwärmung. Nach den Worten von Herath liegt diese bei Volllast über einen längeren Zeitraum unter zwei Grad an der Erdoberfläche. In Norddeutschland sind Andreas Schieder, Tennet-Länderbeauftragter, zufolge 1000 Meter Erdkabel verlegt. Norddeutsche Böden seien aber anders als bayerische.

Nabburgs Bürgermeister Armin Schärtl lädt Herath zur Stadtratssitzung im Juni ein. Er spricht an, dass in Lissenthan der Süd-Ost-Link zwischen einem Bauernhof und einem Neubau verlaufe. Er plädiert angesichts zweier Autobahnen, zweier Gasleitungen und einer Hochspannungstrasse dort, wo es irgendwie gehe, eine Bündelung mit bestehenden Trassen zu prüfen,Die Planungsunterlagen werden, wie berichtet, ab 9. Mai im Schwandorfer Rathaus ausgelegt und sind im Internet unter www.netzausbau.de/beteiligung5-d einsehbar. Bis 11. Juli können bei der Bundesnetzagentur Stellungnahmen abgegeben werden.

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