18.04.2021 - 10:29 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Auf der Suche nach der Schleiereule

Wo gibt es im Landkreis Schwandorf Schleiereulen? Dies möchte der Landesbund für Vogelschutz herausfinden – und den Vögeln außerdem neue Nistplätze schaffen.

In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Bauernverband möchte der Landesbund für Vogelschutz an geeigneten Stellen Nistkästen für die Schleiereule aufstellen.
von Externer BeitragProfil

Die Schleiereule ist etwa taubengroß, hat jedoch deutlich längere Flügel. Sie erreicht eine Spannweite von knapp einem Meter. Auffallend ist ihr herzförmiger Gesichtsschleier, der auch zu ihrem Namen geführt hat. Sie trägt keine Federohren wie der Uhu.

Die Schleiereule hat sich eng an menschliche Siedlungen angeschlossen. Wie aus einer Pressemitteilung des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) hervorgeht, ist sie die einzige Eule, die in unseren Breiten ausschließlich in menschlichen Siedlungen und von Menschen errichteten Gebäuden sowohl ihren Tageseinstand als auch ihren Nistplatz hat. Zum Jagen brauche sie offenes Gelände – wie zum Beispiel am Rand von Siedlungen oder entlang von Straßen und Wegen. Die Nahrung der Schleiereule besteht laut LBV hauptsächlich aus Feldmäusen.

Zeno Bäumler vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) wollte schon länger wissen, an welchen Orten es im Landkreis Schwandorf noch Schleiereulen gibt. Eine Gruppe von Aktiven der Kreisgruppe machte sich deshalb an die Arbeit. Erste Anlaufstelle für den LBV-Kreisvorsitzenden war Josef Wittmann vom Bayerischen Bauernverband.

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„Manche Landwirte erinnern sich noch an Schleiereulen auf ihren Höfen. Das Fehlen von Nistmöglichkeiten, die vor Mardern und Katzen sicher sind, ist ein großes Problem. Diese wollen wir den Schleiereulen in enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Bauernverband und Landwirten anbieten“, wird Bäumler in der Mitteilung zitiert. Josef Wittmann ergänzt, dass sich die Mäusebestände aufgrund des Klimawandels auf den Wiesen deutlich erhöht hätten – und damit verbunden auch die Fraßschäden an der Grünlandnarbe. Schleiereulen könnten hier zur Regulierung der Mäusebestände beitragen. "Die Aufstellung von Kästen für die Schleiereulen ist eine ‚win-win-Situation‘ für alle Beteiligten“, so Wittmann.

Auch der Naturparkverein Oberpfälzer Wald und die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Schwandorf unterstützen das Projekt. Sie bitten um Mithilfe bei der Suche nach der Vogelart und um Interessenten, die der gefährdeten Eule ein Zuhause anbieten können.

Wer Interesse und Platz für einen Schleiereulenkasten hat, kann sich direkt an Zeno Bäumler wenden. Er ist per Mail unter zeno.baeumler[at]lbv[dot]de oder unter der Telefonnummer 0160/7640817 erreichbar. Die LBV-Kreisgruppe Schwandorf gibt die speziellen Kästen kostenlos ab und bringt sie auch fachmännisch an. Kaum eine Vogelart ist so unmittelbar vom Vorhandensein geeigneter Brutplätze abhängig wie die Schleiereule.

Gebietsbetreuerin Birgit Simmeth wirbt dafür, der Schleiereule geeignete Brutplätze zu schaffen. "Sie nisten gerne in Scheunen, Stadeln oder Dachgiebeln von Bauernhöfen. Wenn eine Einflugmöglichkeit ins Gebäude vorhanden ist, kann dahinter ein großer Nistkasten für die Schleiereule aufgehängt werden", unterstreicht sie. Mit etwas Glück könne man die schönen Vögel bald aus der Nähe beobachten.“

Wer eine Schleiereule sichtet, kann dies der Gebietsbetreuerin unter birgit.simmeth[at]landkreis-schwandorf[dot]de oder unter der Telefonnummer 09431/471-677 melden. Dabei sollten Ansprechpartner, Fundort (Ortschaft, Flurstück oder Straße/Hausnummer) und das Jahr der Beobachtung – auch alte Funde sind von Interesse – genannt und der Fundort beschrieben werden. Falls vorhanden, wäre ein Foto als sicherer Beleg natürlich von großem Interesse.

 

 

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