30.11.2021 - 15:21 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Stadt Schwandorf kauft Gebäude der VR-Bank am Marktplatz

Die Stadt kauft das Gebäude der VR-Bank am Marktplatz. Das hat der Stadtrat am Montag nichtöffentlich beschlossen. Zusammen mit den Grundstücken der ehemaligen Schmidt-Brauerei und des Gasthauses Post soll ein neues Quartier entstehen.

Der Stadtrat hat beschlossen, auch das Gebäude der VR-Bank am Marktplatz zu kaufen. Für das Gesamtgelände mit Schmidt-Bräu und Gasthaus Post gibt es ein Konzept.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Der Schwandorfer Stadtrat hat am Montag in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, das Gebäude der VR-Bank zu kaufen. Der Preis soll nach Informationen der Oberpfalz-Medien bei knapp 1,3 Millionen Euro liegen. Damit besitzt die Stadt zusammen mit der ehemaligen Brauerei Schmidt (außer dem Gasthaus) und dem ehemaligen "Gasthof zur Post" am Marktplatz beträchtliche Grundstücksflächen. Für die Nutzung beschloss der Rat ein Konzept, das sowohl auf öffentliche Nutzungen wie VHS-Räume und Musikschule, als auch auf Wohnungen setzt.

Grundsätzliche Richtung

Das Schmidt-Bräu-Gelände steht schon seit einem Jahrzehnt immer wieder im Zentrum von Debatten und Beschlüssen. Verwirklicht wurde bislang nichts, das Areal liegt brach. Der Stadtrat beschäftigte sich in der Sommer-Klausur erneut mit Vorschlägen. Die Verwaltung hatte einen vorgelegt, ebenso ein privater Investor. "Weit liegen die Vorschläge nicht auseinander", wie Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) am Montag sagte. Er bat darum, jetzt nicht "Quadratmeter zu zählen", sondern sich grundsätzlich auf eine Richtung zu einigen.

Das Konzept der Verwaltung sieht in der jetzigen Bank die Stadtbibliothek vor, im Gasthof zur Post die Musikschule und die Tourist-Info. Weitere Räume zur gemeinsamen Nutzung – wie etwa als Kursräume für die Volkshochschule – könnten untergebracht werden. Im rückwärtigen Bereich Richtung Spitzwegstraße könnte ein "Bürgersaal" mit rund 200 Plätzen entstehen, auf der Freifläche ein "Forum". Die ehemalige Brauerei samt Turm wäre für eine Wohnnutzung vorgesehen, samt Tiefgarage. Ziel aller Anstrengungen solle vor allem die Belebung der Innenstadt sein.

Dem schloss sich CSU-Fraktionschef Andreas Wopperer an. Die Belegung von VR-Bank und Post mit Bibliothek, Musikschule und VHS sei für seine Fraktion unstrittig. Ebenso, dass im weiteren Bereich noch konkreter zu planende Wohnbebauung entstehen soll. Wopperer setzte eins drauf: Die Stadt solle das neue Quartier komplett in Eigenregie beplanen und realisieren – auch die Wohnnutzung. "Das wollen wir ergänzend in den Beschluss mit aufnehmen."

Planungen bis Mitte 2022

Bei Franz Schindler (SPD) rannte er damit offene Türen ein. "Wenn sich die Stadt das zutraut, selbst als Bauherr auf eigenem Grund aufzutreten, um so besser", sagte der Fraktionsvorsitzende. "Wir stehen dazu, dass es vernünftig ist, dort Wohnbebauung und öffentliche Nutzung unterzubringen." Klar sei, dass diese Nutzung auch zu Verkehrsproblemen führen könne. Die SPD werde sich für geförderten Wohnraum einsetzen, damit nicht nur teure Eigentumswohnungen entstehen. Angesichts der unendlichen Geschichte rund um die Planung des Areals forderte Schindler eine Frist, binnen derer dem Rat konkretere Planungen vorgelegt werden sollen. Das soll bis nun Mitte 2022 geschehen.

"Wir stimmen der ergänzten Vorlage zu", sagte ÖDP/Grünen-Fraktionschef Alfred Damm. Das Konzept sei geeignet, die Leerstände in der Innenstadt zu beseitigen und für eine Belebung zu sorgen. Die Verwirklichung werde Verwaltung und Haushalt fordern, "aber das sollten wir in Kauf nehmen", sagte Damm. Kurt Mieschala und die UW-Fraktion stimmten dem Konzept trotz Bedenken ebenfalls zu. FW-Stadtrat Dieter Jäger kündigte Ablehnung an, weil er die Verlegung der Bibliothek an den Marktplatz für falsch erachtet. Die AfD lehne den Verwaltungsvorschlag ab, sagte Reinhard Mixl. Seine Fraktion wolle eine Planung und Verwirklichung des Projekts durch private Investoren. Der Stadtrat billigte den Verwaltungsvorschlag schließlich gegen vier Stimmen. Das Konzept des Privatinvestors hatte neben der öffentlichen und der Nutzung für Wohnbebauung auch gewerbliche Räume für Büros, Kanzleien oder Arztpraxen vorgesehen.

Pläne für den "Gasthof zur Post"

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VR-Bank siedelt ins Brunnfeld aus

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Hintergrund:

Schmidt-Bräu, Post und VR-Bank

  • 2009: Schmidt-Bräu stellt nach 151 Jahren den Betrieb ein.
  • Diverse Studien und Entwürfe zur Nutzung durch Stadt und Eigentümerfamilie folgen.
  • 2016: Bauvoranfrage für Wohnbebauung.
  • 2017: Stadt kauft das gut 3000 Quadratmeter große Schmidt-Bräu-Areal. Der Brauerei-Gasthof (Marktplatz 7) gehört nicht dazu.
  • Es gibt Vorschläge für seniorengerechtes Wohnen, Ansiedlung der Stadtbibliothek.
  • 2019: Volksbank-Raiffeisenbank plant Neubau im Brunnfeld.
  • 2020: Stadt kauft leerstehenden "Gasthof zur Post" (Marktplatz 3), eines der ältesten Gebäude der Stadt.
  • 2021: Stadtrat beschließt Kauf des VR-Bank-Gebäudes (Marktplatz 4). Konzept für die Gesamtfläche wird gebilligt.

 

 

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