22.04.2021 - 16:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Schwandorferin will auf den Thron der Bayerischen Bierkönigin

Noch nie hat es eine Oberpfälzerin geschafft. Aber das soll sich heuer ändern. Sarah Jäger aus Schwandorf will Bayerische Bierkönigin werden. Sie wirft dafür mehr in die Waagschale als ihr gutes Aussehen.

Idyllische Natur am Klausensee bei Schwandorf, dazu ein helles Bier: Sarah Jäger will nicht nur Bierkönigin werden, sie arbeitet auch bei einer regionalen Brauerei. Als Hobbyfußballerin schätzt sie die "kühle Halbe nach dem Spiel".
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Dem Aufruf des Bayerischen Brauerbundes „Willst Du Bayerns nächste Königin werden?“ folgten bis zum Ende der Bewerbungsfrist 81 junge Frauen aus allen Regierungsbezirken Bayerns. Am Ende blieben sieben Finalistinnen übrig – drei von ihnen aus Oberbayern, zwei aus Franken, eine aus Schwaben und mit Sarah Jäger eine aus der Oberpfalz. Dann die Enttäuschung: Die Eindämmung der Pandemie erzwang den Abbruch des geplanten Krönungs-Programms. So blieb im vergangenen Jahr der Thron der Bierkönigin zum ersten Mal verwaist.

Alle Bewerberinnen, die es 2020 in die Endrunde geschafft hatten, durften heuer sofort wieder in die Endrunde einsteigen. Man machte also dort weiter, wo letztes Jahr die Zwangspause begann. Eine der Finalistinnen warf zwischenzeitlich das Handtuch. Aber nicht Sarah Jäger. Die Schwandorferin ist fest entschlossen, es diesmal zu einem glücklichen Ende zu bringen.

Online noch bis 12. Mai

Die 31-Jährige, die als Assistentin der Geschäftsleitung bei der Schlossbrauerei Naabeck beschäftigt ist, wurde über einen Post in Facebook auf den Wettbewerb aufmerksam, wie sie erzählt. „Es ist bereits die elfte Wahl zur Bayerischen Bierkönigin und noch nie hat eine aus der Oberpfalz gewonnen,“ bedauert Sarah Jäger. Dabei gebe es hier doch „so viele Brauereien“.

Nach einem Jahr Verzögerung: Diese Bewerberinnen stehen im Finale der Wahl zur Bayerischen Bierkönigin

Schwandorf

Derzeit läuft eine Online-Abstimmung, an der sich jeder beteiligen kann. Sarah Jäger macht dafür in ihrem Umfeld gezielt Werbung, etwa durch professionell gestaltete Autogramm-Karten, die in vielen Briefkästen landen. „Vote für Sarah“ heißt die Kampagne, mit der man die Kandidatin noch bis zum 12. Mai unterstützen kann. Wer sich im Internet daran beteiligt, wird sehen,dass die Schwandorferin derzeit gute Chancen hat, am Ende auf Platz eins zu landen. Aber noch ist es nicht soweit.

40 verschiedene Biersorten

Unterstützung erhält die Kandidatin nicht nur von der Familie – ihr Vater ist der Schwandorfer Stadtrat und OB-Kandidat Dieter Jäger – und von ihren Freunden, sondern auch von ihrem Chef, Brauerei-Besitzer Wolfgang Rasel. Sollte Sarah Jäger am 20. Mai tatsächlich die Nase vorn haben, wird das natürlich auch ein helles Licht auf die Brauerei Naabeck werfen. „Aber ich bin dann natürlich die Repräsentantin aller bayerischen Brauereien,“ wirbt die 31-Jährige auch um Sympathie und Unterstützung bei den anderen Brauern der Region – etwa der Brauerei Jacob in Bodenwöhr, dem Brauhaus Nittenau und der Schlossbrauerei Fuchsberg. Oder den kleinen Braustätten wie dem Schnellinger-Bräu in Schwarzenfeld-Irrenlohe.

„Ich muss zur Zeit viel lernen, um gut vorbereitet in den Wahlabend zu gehen,“ verrät Sarah Jäger. Denn im Münchner Hofbräuhaus, wo die Entscheidung fällt, müssen sich die Finalistinnen Fragen stellen und ihre Vertrautheit mit dem bayerischen Nationalgetränk unter Beweis stellen. Das ist bei 40 verschiedenen Biersorten, die es gibt, gar nicht so einfach. Da hilft es natürlich, dass Sarah Jäger nicht nur in einer Brauerei beschäftigt ist, sondern auch hin und wieder eine kühle Halbe nicht verschmäht: „Ich bin ja auch Fußballerin in der Damenmannschaft des FT Eintracht Schwandorf – und gibt es etwas Besseres als ein Helles nach dem Spiel?“ Und, so verrät sie schmunzelnd, „Bockbier schmeckt mir auch sehr gut.“

Modalitäten der Wahl

Charme, Fachwissen, Bühnenpräsenz und Liebe zum Bier sind vier entscheidende Kriterien, mit denen die 31-Jährige punkten kann. „Das bayerische Bier ist einzigartig in der Welt,“ versichert sie, freut sich über jede Stimme im Internet für sich und hofft, in einem Monat im Hofbräuhaus auch die Jury überzeugen zu können. Auf dass zum ersten Mal eine Bayerische Bierkönigin aus der Oberpfalz kommt.

Pressesprecher Walter König vom Bayerischer Brauerbund (München) merkt dazu an, dass am Abend des 20. Mai die Wahl ab 20 Uhr live aus dem Münchner Hofbräuhaus auf den Facebook-Kanälen „Bayerisches Bier“ und „Hofbräuhaus München“ übertragen wird. Wie gewohnt führe BR-Moderator Roman Roell durch den Abend, an dessen Ende die Bayerische Bierkönigin 2021/22 gekürt wird. „Die Wahl,“ so König, „wird durch je ein Drittel der Stimmen des vorangegangenen Online-Votings, der Jurystimmen am Wahlabend und durch die Publikumsabstimmung während des Live-Streamings entschieden“.

Noch bis 12. Mai ist es möglich, für seine Wunschkandidatin als Bayerische Bierkönigin 2021 seine Stimme abzugeben.

Hintergrund:

Zum "Tag des deutschen Bieres"

In Deutschland wird der 23. April jährlich von vielen Brauereien als "Tag des deutschen Bieres" begangen

  • Rund 40 Prozent der deutschen Braustätten haben ihren Sitz im Freistaat.
  • Keine andere Region der Welt weist auf vergleichsweise engem Raum eine ähnliche Dichte der traditionellen, mittelständischen Braustätten auf.
  • In Bayern kommt auf gut 20200 Einwohnen eine Braustätte.
  • Über 40 verschiedene traditionelle Biersorten werden in Bayern gebraut.
  • Mit über 4000 bayerischen Marken sind etwa zwei Drittel aller deutschen Biermarken im Freistaat beheimatet.
  • Mitte der 1970er Jahre erreichte der deutsche Bierkonsum seinen Nachkriegshöhepunkt mit 151 Litern pro Kopf und Jahr. Heute beträgt er noch 102,0 Liter.
  • Der Bier-Konsum in Bayern dürfte sich laut Schätzungen auf etwa 135 Liter pro Kopf und Jahr belaufen.
  • Insgesamt ist Weißbier die Sorte in Bayern, auf die mit 36 Prozent der mit Abstand größte Anteil am Gesamtausstoß entfällt (inklusive leichtes, aber ohne alkoholfreies Weißbier). Es folgt die Sorte Lager/Hell (25 Prozent), dann Export (11) und erst an vierter Stelle die den deutschen Markt insgesamt dominierende Sorte Pils (11 Prozent).
Die Schwandorferin Sarah Jäger bewirbt sich als einzige Kandidatin aus der Oberpfalz um den Titel der Bayerischen Bierkönigin. Gewählt wird in einem Monat in München. Bis dahin will die 31-Jährige möglichst viele Stimmen bei einer Online-Abstimmung unter den insgesamt sechs Bewerberinnen sammeln.
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