29.07.2021 - 09:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Schwandorf: Friedrich-Ebert-Straße soll Fußgängerzone werden

Mit knapper Mehrheit spricht sich der Verkehrsausschuss für eine Fußgängerzone in der Schwandorfer Friedrich-Ebert-Straße. Bis zur Umsetzung wird allerdings noch einige Zeit vergehen.

Die Friedrich-Ebert-Straße soll Fußgängerzone werden, wenn es nach der Mehrheit des Verkehrsausschusses geht.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die Friedrich-Ebert-Straße in Schwandorf soll von der Einmündung der Bahnhofstraße bis zum Reiner-Eck autofrei werden. Dafür sprachen sich bei der Sitzung am Mittwoch in der Oberpfalzhalle sechs Mitglieder des Verkehrsausschusses aus. Vier waren dagegen.

Oberbürgermeister Andreas Feller will die Umsetzung allerdings bis ins übernächste Jahr hinausschieben und erst den Abschluss der Bauarbeiten in der Bahnhof- und Schwaigerstraße abwarten. Die Wartezeit will der Oberbürgermeister nutzen, um die Geschäftsleute auf die neue Situation einzustimmen.

Bis zu 8000 Autos am Tag

Für CSU-Sprecher Tim Dirmeier ist das Vorhaben, den Verkehr in der Friedrich-Ebert-Straße zu beruhigen, gescheitert. Bis zu 8000 Autos würden sich heute pro Tag durch die Einkaufsstraße wälzen und damit mehr als vor dem Umbau. Darunter leide die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt.

SPD-Sprecher Andreas Weinmann schlug vor, die Friedrich-Ebert-Straße zur verkehrsberuhigten Zone zu erklären und entsprechend zu gestalten. Dieter Jäger (FW) stellte dagegen fest: „Die meisten wollen nur durchfahren und nicht einkaufen. Sie bringen unserer Stadt gar nichts“. Durch die Fußgängerzone könne man einen „Verkehr aus der Stadt rausbringen, der gar nicht rein will“, so der Verkehrssachbearbeiter der Polizei.

Bürgermehrheit für Fußgängerzone

„Der Bürgerwille bestärkt uns“, sagte Alfred Damm für die Fraktion ÖDP/Grüne mit Hinweis auf die Bürgerbefragung im vergangenen Jahr. Dabei hatte eine Mehrheit eine Fußgängerzone befürwortet. Die Geschäftsleute des Stadtmarketingvereins und die Kreishandwerkskammer laufen gegen die Pläne der Stadt dagegen Sturm. Ihnen schloss sich Kurt Mieschala (UW) an. Schwandorf sei zu klein für eine Fußgängerzone.

Gegen die Stimmen von Kurt Mieschala (UW), Robert Koller (CSU), Manfred Schüller (SPD) und Thomas Deutscher (AfD) entschied sich die Mehrheit schließlich dafür, das Experiment zu wagen und die Friedrich-Ebert-Straße langfristig zur autofreien Zone zu erklären.

Widerstand gegen Fußgängerzone in Schwandorf

Schwandorf

"Die meisten wollen nur durchfahren und nicht einkaufen. Sie bringen unserer Stadt gar nichts".

Dieter Jäger (Freie Wähler)

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