24.02.2021 - 12:07 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Schulen und Kitas im Landkreis Schwandorf ab Donnerstag geschlossen

Nach 51 neuen Corona-Fällen am Dienstag erfüllt sich die Erwartung des Landratsamtes Schwandorf nicht: Schulen und Kindertagesstätten sind ab Donnerstag wieder zu.

Zurück nach Hause: Die Schulen sind ab Donnerstag wieder geschlossen.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

"Der Spielraum für die Öffnung von Schulen und Kindertagesstätten wurde zwar maximal ausgenutzt, aber wir haben eine Grenze erreicht, bei der verantwortungsbewusst gehandelt werden muss. Die Inzidenz ist deutlich von 110,2 auf 123,8 gestiegen und es besteht keine Aussicht, dass die Zahlen zeitnah wieder deutlich sinken würden. Schulen und Kitas sind deshalb ab morgen geschlossen", teilt Landratsamtssprecher Hans Prechtl am Mittwochvormittag mit.

Am Mittwoch wurde die Lage neu bewertet. "Es ist auch richtig, dass 31 Fälle aus der Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz herausgefallen sind. Trotzdem ist die Inzidenz deutlich gestiegen, da gestern 51 neue Fälle aufgetreten sind", erläutert Hans Prechtl.

Mehr Fälle erwartet

"Unsere Erwartung, dass eine - wenn auch kleine - Entspannung eintreten würde, hat sich leider nicht erfüllt. Auch, dass am Donnerstag 29 Fälle aus der Berechnung der Inzidenz herausfallen werden, wird keinen Rückgang bedeuten", so Prechtl, "da wir für den Mittwoch mehr Fälle erwarten". Aufgrund der fehlenden realistischen Chance, dass sich die Werte bis zum Ende der Woche wieder auf etwa 100 oder knapp darüber einpendeln würden, habe man am Mittwoch handeln müssen.

"Nicht mehr vertretbar"

"Es wird stets eine sachgerechte Abwägung vorgenommen, bei der die Prognosen für die nächsten Tage eine Rolle spielen. Während am Dienstag das Pendel noch zugunsten der Öffnung ausschlug, ist ein weiteres Offenhalten der Einrichtungen jetzt aufgrund der aktuellen Zahlen nicht mehr vertretbar", heißt es in der Mitteilung des Landratsamtes weiter.

Prechtl verweist auch auf eine Entscheidung des Bayerischen Ministerrats, wonach die Lage täglich neu zu bewerten ist und im Bedarfsfalle innerhalb von 24 Stunden das umgesetzt werden muss, was als notwendig erachtet wird. Eine Entscheidung, die Schulen und Kitas nicht bereits ab Donnerstag, sondern erst ab nächster Woche zu schließen, sei damit nicht möglich gewesen.

Die Entscheidung löste Protest bei den Eltern aus. „Wir haben in den letzten Tagen kritische Zuschriften bekommen, wonach es unverantwortlich gewesen sei, die Schulen und Kitas überhaupt ab Montag geöffnet zu haben. Auch am Mittwoch haben uns Protestschreiben von Eltern erreicht, allerdings genau mit der gegenteiligen Forderung, nämlich die Schulen weiterhin offen zu halten.“ Prechtl unterstreicht: „Wir stellen uns jeder Kritik, möchten aber betonen, dass niemand leichtfertig Entscheidungen trifft und wir das Wohl der Eltern und Kinder im Blick haben. Während aber die einen Eltern das Wohl ihrer Kinder nur in einer Schließung der Einrichtung sehen, sehen es die anderen nur in einem Offenhalten. Dieser Spagat ist hinzunehmen, auch wenn er Entscheidungen nicht leichter macht.“

Homeschooling: Schüler erzählen

Amberg

Die Folge der getroffenen Entscheidung: Die Kindergärten und die Kinderkrippen wechseln ab Donnerstag wieder vom eingeschränkten Regelbetrieb in die Notbetreuung. Die Schulen wechseln vom Präsenz- in den Distanzunterricht.

Eine Sonderregelung gilt für Abiturienten, für die im Jahr 2021 Abschlussprüfungen anstehen, sowie für Schüler beruflicher Schulen, bei denen zeitnah Abschlussprüfungen anstehen. Für diese Schüler findet inzidenzwertunabhängig Wechselunterricht statt, wobei eine Teilung der Klasse beziehungsweise des Kurses nur erforderlich ist, sofern der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Hintergrund:

Inzidenz steigt auf 123,8

  • Mit 51 Fällen am Dienstag steigt die Gesamtzahl der Coronafälle auf 4 798. Die Inzidenz gab das Landratsamt am Mittwoch mit 123,8 an. Das Infektionsgeschehen ist von der britischen Mutation geprägt. „Wir haben ein diffuses Infektionsgeschehen“, betonte Landratsamtssprecher Hans Prechtl. „Lokal begrenzte Hotspots gibt es nicht.“
  • Das Landratsamt hatte von einem Ausbruch in einem Großbetrieb gesprochen. Hier wurden bislang 14 Fälle bestätigt. Einige dieser Mitarbeiter wohnen in Nachbarlandkreisen und werden deshalb dort als Fallzahlen erfasst. In drei weiteren Betrieben, von denen bereits berichtet wurde, gab es keine neuen Fälle. In einem bereits erwähnten Unternehmen ist eine Neuinfektion aufgetreten. Neu auf der Liste erschien am Mittwoch ein sechster Betrieb. „Dort haben wir drei bestätigte Fälle und zwei enge Kontaktpersonen“, so Prechtl.

Noch Hoffnung am Dienstag

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