04.09.2020 - 17:38 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Quarantäne-Verstoß kann viel kosten

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Quarantäne ist nicht gleich Quarantäne. Es gibt mehrere Kategorien. Im Grunde kommt's aber aufs Gleiche raus: Zwei Wochen "Hausarrest". Ein Verstoß dagegen kann teuer werden, sagt das Landratsamt in Schwandorf.

Wer in Quarantäne muss und keinen eigenen Garten besitzt, dem bleibt oft nur der blick aus dem Fenster.
von Irma Held Kontakt Profil

Es gibt Kontaktpersonen der Kategorie 1, positiv Getestete, Verdachtsfälle und Einreisende aus Risikogebieten. Besonders hart trifft die Quarantäne oft Kontaktpersonen, die sich fit und gesund fühlen und zwei Wochen die Wohnung nicht verlassen dürfen. Sie zählen zur Kategorie 1. Das sind nach Angaben des Sprechers des Landratsamtes, Hans Prechtl, am Freitag, 4. September, im Landkreis etwa 80 Personen. 114 waren es, wie berichtet, nach der Feier in Altenschwand.

Die häusliche Isolation endet, wenn der enge Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall mindestens 14 Tage zurückliegt und während der Isolation keine typischen Symptome aufgetreten sind. Der Test auf Sars-Cov-2 muss selbstverständlich negativ sein. "Über die Aufhebung der Quarantäne entscheidet das Gesundheitsamt", stellt Prechtl klar. Getestet werden die Kontaktpersonen zwei Mal. Für die Test dürfen sie das Haus verlassen.

Der positiv Getestete und die Folgen

Schwandorf

Sie müssen nicht nur zwei Wochen zu Hause ausharren, sondern sollen innerfamiliäre Kontakte meiden. Diese vielen Stunden der Einsamkeit vermeiden können Einreisende, wenn sie ein aktuelles ärztliches Zeugnis in deutscher oder englischer Sprache vorlegen, das bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Corona-Infektion vorliegen.

Wer von zu Hause aus arbeiten kann, darf das tun, sofern nicht Kollegen Unterlagen an der Haustür abholen. Auch der Garten ist keine Tabuzone, solange er nicht gemeinschaftlich genutzt wird. Besucher dürfen aber auch dort nicht empfangen werden. Und der Postbote kann auch mehr als zwei Mal klingeln, die Tür bleibt zu. Für Besorgungen, wenn ganze Familien oder Alleinlebende von der Außenwelt abgeschnitten sind, verweist Hans Prechtl auf Nachbarschaftshilfe oder Helferkreise.

Sich darauf zu verlassen, dass es schon keiner merkt, wenn man mal schnell zum Einkaufen oder auf einen Kaffee ins nächste Lokal geht, sollte man sich nicht. Das Risiko ist hoch. "Die Einhaltung der Quarantäne wird stichpunktartig überprüft. Dabei sind sowohl Telefonanrufe als auch Kontrollen vor Ort möglich", sagt Prechtl.

Und ein Verstoß kann zum teuren Spaß werden. Er gilt als Ordnungswidrigkeit. Das Bußgeld reicht bis zu einer Höhe von 25 000 Euro. Werden einzelne Kontaktpersonen oder Familien in den eigenen vier Wänden isoliert, so werden bei Ausbrüchen in Heimen etwa auch andere Entscheidungen getroffen. Hier sei es jeweils von Fall zu Fall möglich, zusammen zu isolieren. Über das Einhalten der Quarantäne könnte auch ein Sicherheitsdienst wachen. Eine Pauschalregelung gibt es da aber nach den Worten von Hans Prechtl nicht. Infos und Hilfsangebote unter: https://corona.landkreis-schwandorf.de/

Hintergrund:

Verhalten und Hygiene

Kontaktpersonen müssen sich nicht nur vom öffentlichen Leben, sondern auch von Familienmitgliedern oder Mitbewohnern fern halten. Diesen sollen sie möglichst kurz, mit Abstand und mit Maske begegnen. In gemeinsam genutzten Räumen sind zum Beispiel Waschbecken, Wasserhähne oder Arbeitsflächen in Küchen zu desinfizieren. Gemeinsame Mahlzeiten sind tabu. Abfälle, wie etwa Masken oder Taschentücher, müssen getrennt von anderem Unrat in einen festen Müllsack verpackt entsorgt werden.

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