18.11.2020 - 14:41 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Pfefferspray-Attacke in der Schwandorfer Notaufnahme

Weil er seine Mund-Nasen-Bedeckung nicht korrekt aufsetzen will, greift ein 30-Jähriger in der Notaufnahme im Schwandorfer Krankenhaus zum Pfefferspray und verletzt mehrere Personen – darunter ein kleines Kind.

Ein 30-Jähriger wollte seine Mund-Nasen-Bedeckung nicht korrekt aufsetzen. Er griff zum Pfefferspray und sprühte in der Notaufnahme im Schwandorfer Krankenhaus um sich.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Ein 30-Jähriger kam am Dienstag um kurz vor 20.30 Uhr in die Zentrale Notaufnahme (ZNA) des Schwandorfer Krankenhauses, um sich behandeln zu lassen. Da der Mann nahezu erblindet und auf Hilfe angewiesen ist, war er in Begleitung seiner Mutter.

Bevor der 30-Jährige jedoch die Notaufnahme betreten konnte, wurde er vom dort eingesetzten Security-Personal angehalten und gebeten, seine Mund-Nasen-Bedeckung zu wechseln, da in dem Krankenhaus-Bereich gesonderte Vorgaben zu beachten sind. "Der 30-Jährige zeigte jedoch kein Verständnis für das Anliegen des Sicherheitspersonals und reagierte zusehends aggressiv", wie Polizeihauptkommissar Xaver Michl von der Schwandorfer Polizeiinspektion in seinem Bericht schreibt.

Security verweigert Zugang

Als die Security-Mitarbeiter dem renitenten Mann ohne korrekte Maske den Zutritt verweigerten, zog dieser plötzlich ein Pfefferspray und sprühte um sich. Mit schweren Folgen: Zum Zeitpunkt der Attacke befanden sich laut Marion Hausmann, der Pressesprecherin des Krankenhauses, 15 Menschen in der Notaufnahme. Mindestens elf Mitarbeiter des Krankenhauses klagten in der Folge über Reizungen der Augen und der Atemwege. "Zudem wurde eine bislang unbekannte Anzahl an Patienten, die sich bereits in der Notaufnahme befunden hatten, ebenfalls verletzt, darunter ein zweijähriges Kind", teilt Polizeihauptkommissar Michl weiter mit.

In den Behandlungsräumen der Notaufnahme wurde die Luft so stark kontaminiert, dass die Notaufnahme für etwa 30 Minuten teilweise geräumt und gelüftet werden musste. Laut Polizeibericht, welcher auf den diensthabenden Oberarzt verweist, sei die Notaufnahme in dieser Zeit nur eingeschränkt betriebsfähig gewesen. Kliniksprecherin Hausmann teilt hierzu aber auf Nachfrage mit, dass die ZNA "jederzeit einsatzbereit und zu keinem Zeitpunkt gesperrt" war. In den vergangenen zehn Jahren sei es überhaupt nur ein einziges Mal zu einer Sperrung gekommen – nämlich im Herbst 2017, als eine Fliegerbombe aus dem Weltkrieg auf dem Krankenhausareal entschärft werden musste.

Krankenhaus hat Notfall-Einsatzpläne

Laut Hausmann habe die Versorgung der Patienten oberste Priorität. Die Notaufnahme sei deshalb "an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr" besetzt – auf Krisensituationen sei man gut vorbereitet. "Es gibt für den gesamten Krankenhausbetrieb umfangreiche Alarm- und Einsatzpläne, die im Notfall zum Tragen kommen", sagt die Pressesprecherin. Eine Versorgung von (Notfall)-Patienten sei deshalb zum Zeitpunkt der Pfefferspray-Attacke gewährleistet gewesen.

Der 30-Jährige entfernte sich nach dem Einsatz des Pfeffersprays unbehelligt von der Notaufnahme, er begab sich jedoch kurze Zeit später selbst zur Polizei in Schwandorf. Das verwendete Pfefferspray wurde als Beweismittel sichergestellt und ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eröffnet. Geschädigte des Pfeffersprayeinsatzes werden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion Schwandorf unter der Telefonnummer 09431/4301-0 in Verbindung zu setzen.

30-Jähriger ist polizeibekannt

Laut Xaver Michl ist der Mann, der neben seiner starken Sehschwäche noch weitere Erkrankungen hat, bereits polizeibekannt. In der Vergangenheit sei es schon einmal zu Konflikten mit der Security gekommen, weil er Auflagen missachten wollte. "Er hat eine schwierige Persönlichkeit und glaubt, dass er aufgrund seiner körperlichen Leiden angeblich benachteiligt wird. Dann wird er schnell aufbrausend und verbal aggressiv."

Weitere Polizeimeldungen aus der Region

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.