24.06.2021 - 09:18 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Nitrat im Grundwasser: Landwirte wehren sich

Dass die Landwirtschaft für den hohen Nitratgehalt im Grundwasser verantwortlich gemacht werden, stößt Hans Sieß und Robert Koller sauer auf. Sie wollen diesen Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen.

Die Landwirte und CSU-Stadträte Hans Sieß (links) und Robert Koller (rechts) zweifeln die Nitratwerte im Grundwasser an der Messstelle nördlich von Klardorf (am Boden) an.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

„Immer ist die Landwirtschaft schuld“, ärgert sich Robert Koller. Der Landwirt aus Büchelkühn wehrt sich gegen die Vorwürfe, die Bauern seien für den hohen Nitratgehalt im Grundwasser verantwortlich. Treffpunkt ist die Messstelle südlich von Schwandorf. Hans Sieß und Robert Koller, Landwirte aus Klardorf und Büchelkühn sowie CSU-Stadträte haben sich Unterstützung vom Bayerischen Bauernverband und aus dem Schwandorfer Wasserwerk geholt.

Dem BBV-Kreisgeschäftsführer Josef Wittmann und Wasserwerksleiter Walter Zurek sind die Messwerte des Wasserwirtschaftsamtes Weiden ein Rätsel. An allen Punkten rundherum lägen die Pegel unter den gesetzlichen Grenzwerten von 50 Milligramm pro Liter, nur an der Messstelle mit der Nummer 1131673800041 explodieren sie auf über 120.

Grundwasser zu stark belastet

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Der Gesetzgeber setzte das Gebiet deshalb auf die „Rote Liste“ und schreibt den 15 betroffenen Landwirten vor, wie sie ihre Wiesen und Felder zu düngen haben. „Das ist eine Beeinträchtigung, die wir nicht akzeptieren wollen“, erklärt Landwirt Hans Sieß. Er fordert das Wasserwirtschaftsamt auf, auch nach anderen möglichen Ursachen zu suchen und nicht von vorneherein die landwirtschaftlichen Einträge für die hohen Werte verantwortlich zu machen.

Robert Koller baut unweit der umstrittenen Messstelle Mais an und muss sich mit der Düngung zurückhalten. „20 Prozent weniger als die Pflanzen eigentlich bräuchten“, erklärt der Landwirt aus Büchelkühn. Der geringere Düngereinsatz wirke sich auf den Ertrag aus.

Wasserwerksleiter Walter Zurek hat für die Beschränkung kein Verständnis. Er lässt regelmäßig das Grundwasser im Wasserschutzgebiet nur einige hundert Meter entfernt untersuchen. Bei den vier Vormessstellen zeigten sich Nitratwerte von 0,5 Milligramm pro Liter, also Werte an der Grenze zum Nachweis. Für Zurek sind die hohen Werte an der besagten Messstelle des Wasserwirtschaftsamts deshalb ein Rätsel, „das einer Lösung bedarf“. Die Behörde in Weiden schließt zwar Messfehler aus, will aber trotzdem noch einmal nachprüfen.

Hans Sieß fordert zudem „Stützmessstellen“ für den sogenannten „Burglengenfelder Malm“. Das Gebiet jenseits der Naab sei ebenfalls wegen zu hoher Nitratwerte zum „Roten Gebiet“ erklärt worden. „Aber viel zu pauschal“, kritisiert der Klardorfer Landwirt. Er wehrt sich gegen die ständigen Vorwürfe von "Verbänden und bestimmten Parteien, die die Landwirte für alles verantwortlich machen“.

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