30.11.2021 - 15:42 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Neues Landesjugendamt in Schwandorf: Bauamt sieht sich im Zeitplan

Noch klafft eine große Lücke in der Westansicht der Großen Kreisstadt. Die soll der lange angekündigte Neubau des "Landesjugendamts Nord" füllen. Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach sieht sich im Zeitplan.

So soll - nach einer Simulation des Staatlichen Bauamts - der Neubau des Landesjugendamts nahe der Beer-Kreuzung aussehen. Die Firsthöhe wird bei zwölf Metern liegen.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Nicht nur im Stadtrat hatten einige gehofft, dass auf dem ehemaligen Parkplatz neben der Spitalkirche in diesem Jahr gebaut wird. Ein Gebäude für das Landesjugendamt Nord wird hier entstehen – eine Auslagerung der Münchner Behörde, die der Stadt 2015 zugesagt wurde. Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach ist mit der Maßnahme betraut. "Wir sind voll im Zeitplan", sagte dessen Leiter Roman Beer den Oberpfalz-Medien auf Nachfrage.

Schon bei der Vorstellung der Pläne im zuständigen Ausschuss im August 2020 hatte Beer von einem Baubeginn 2022 gesprochen. "Wir sind in der Ausschreibung", sagte der Bauamts-Chef. Der Startschuss soll im Frühjahr fallen. Es hätte aus Sicht Beers auch wenig Sinn gehabt, mit den Vorbereitungen des Untergrunds noch in diesem Jahr zu beginnen. Das "Einwintern" der Baustelle hätte nur zusätzliches Geld gekostet. Die Kosten für den Neubau sind mit 8,9 Millionen Euro kalkuliert, die Mittel hat der Landtag freigegeben.

"Vernünftige Angebote"

Wird die Summe reichen? Beer geht davon aus, dass die Puffer genügen, die in der Kalkulation stecken. "Ich denke, wir bekommen vernünftige Angebote", sagte der Behördenleiter Angesichts der momentan herrschenden Lage auf dem Bausektor seien "Ausreißer" nie ganz auszuschließen, außerdem habe die Branche mit Lieferengpässen zu kämpfen. Auch was die Pandemie anbetrifft hofft Beer, dass ein Baustart im Frühjahr möglich ist.

"Wir wollen Ende 2024 fertig sein", bekräftigt Beer den Zeitplan für den Neubau an der Fronberger Straße. 2025 soll das Landesjugendamt spätestens seine Arbeit aufnehmen, so war der Zeitplan im Konzept für die Behördenverlagerung des damaligen Finanz- und Heimatministers Markus Söder. 2017 kaufte der Stadtrat den Grund, 2019 wurden bei einer Befundung Stadtmauerreste entdeckt.

Wuchtige Reste der Stadtmauer

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Während des Baus werde es Verkehrsbehinderungen geben, so Beer. Er weiß, dass die Beer-Kreuzung als neuralgischer Punkt für den Straßenverkehr in der Stadt gilt.

Brücken erst 2025

Da kommt eine zweite Maßnahme ins Spiel, die ebenfalls im Staatlichen Bauamt geplant wird: Der Neubau der äußeren beiden Naab-Brücken Richtung Amberg. Von der Schuierer-Mühle in der Wöhrvorstadt aus soll dann eine Behelfsbrücke Richtung Spitalkirche führen. "Wir werden nicht parallel bauen", sagte Beer. Heißt: Die Naabbrücken werden frühestens 2025 in Angriff genommen. Das notwendige Planfeststellungsverfahren sei in Arbeit.

Um die Gestaltung des Neubaus des Landesjugendamts hatte es einiges Hickhack zwischen Stadt und Bauamt gegeben. Am Ende billigte die Stadt einen Entwurf, der neben dem ehemaligen Spielwarengeschäft Beer einen zehn Meter breiten Bau vorsieht, der giebelseitig zur Fronberger Straße steht. An ihn schließt sich Richtung Spitalkirche ein 32 Meter langer, zweigeschoßiger Hauptbau an. Von der Spitalstraße her sind im Untergeschoß Parkplätze für die Mitarbeiter. untergebracht.

Konfliktpunkte ausgeräumt

Schwandorf
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Der ehemalige Spitalparkplatz wird über den Winter noch brach liegen. Im Frühjahr soll Baubeginn für das Landesjugendamt sein.
Chronik:

Landesjugendamt

  • März 2015: Konzept der Staatsregierung für Behördenverlagerung. "Landesjugendamt Nord" soll nach Schwandorf.
  • April 2015: Gespräche im Rathaus. Ziel: Verlagerung der Behörde mit 20 Planstellen bis spätestens 2025.
  • Oktober 2015: Konzept für neues Gebäude zwischen Spitalkirche und "Beer-Kreuzung".
  • März 2017: Zusage an die Stadt: Neubau an der Spitalstraße.
  • September 2017: Freistaat kauft das 930 Quadratmeter große Grundstück. OB Andreas Feller geht von einer Fertigstellung bis 2020 aus.
  • 2018: Stadt lehnt ersten Entwurf des Staatlichen Bauamts ab.
  • September 2019: Archäologen entdecken Stadtmauer-Reste.
  • Juni 2020: Landtag billigt Mittel für Neubau.
  • August 2020: Stadtrat billigt neuen Entwurf.

"Wir sind weiter im Zeitplan."

Roman Beer, Leiter des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach.

Roman Beer, Leiter des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach.

 

 

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