26.05.2020 - 09:39 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Neues Großprojekt auf dem Schulberg

Für den früheren Nabburger Bürgermeister Armin Schärtl wird es ein "architektonisches Highlight" auf dem Nabburger Schulberg. Außergewöhnlich ist auch der Preis, den der Landkreis für das neue Förderzentrum zahlen will: zehn Millionen Euro.

So soll die Hauptfassade des geplanten Neubaus aussehen, in den das Sonderpädagogische Förderzentrum Nabburg umziehen wird. Das Gebäude wird in einer Mischung aus Holz und Stahlbeton errichtet, vor den Klassenzimmern werden sich Balkons befinden. Sie dienen im Falle eines Brandes als Fluchtwege.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Bei der ersten Sitzung des Kreistags-Ausschusses für Schulen, Planung und Bau (früher nur "für Planung und Bau") kam ein schwergewichtiges Thema zur Sprache. Dabei hatten die Räte nicht über das "Ob" eines Neubaus des Sonderpädagogischen Förderzentrums Nabburg zu befinden – der ist seit geraumer Zeit beschlossene Sache. Sondern über das "Wie". Denn Architekt Siegfried Knipl (Schwandorf) hatte vom Vorgänger-Ausschuss vor einigen Monaten den Arbeitsauftrag mitbekommen, zwei beziehungsweise drei Bauvarianten und deren Kosten gegenüber zu stellen: eine Ausführung des Schulgebäudes in reiner Holzbauweise, eine in herkömmlicher Stahlbeton-Bauweise und eine in einer Mischform ("Hybrid") aus Holz und Stahlbeton.

Ursprünglich sollte das bestehende, zweigeschossige Gebäude der Schule deutlich aufgestockt und ein kleines Stück entfernt noch ein weiteres Schulhaus errichtet werden. Dieses Konzept klang nahe liegend, hätte aber auch einige strukturelle Nachteile beinhaltet - etwa, dass man die Kinder während der Umbauzeit 30 Monate lang in Containern unterrichten müsste. So überlegte Knipl weiter und nahm den gegenüber der Schule liegenden Allwetterplatz in den Blick. Er wird eigentlich nicht bespielt und bietet sich für eine Bebauung an. Darauf einigte sich dann auch der Ausschuss vor einem halben Jahr, wobei Kreisrat Rudi Sommer (Grüne) angeregt hatte, den Neubau des Sonderpädagogischen Förderzentrum so zu planen und auszuführen, "dass es als Vorbild für ein ökologisch und energetisch optimal errichtetes Gebäude dienen kann". Dazu schlug er vor, ähnlich wie beim Anbau am Landratsamt, eine Holzbauvariante zu wählen.

Wie sich bei der neuerlichen Sitzung des Ausschusses ergab, spricht für die massive Stahlbetonbauweise nur das Geld. Knipl brachte als Schätzung für die Bausumme den Betrag von 9,6 Millionen Euro ein (inklusive Außenanlagen und Ausstattung). Eine Ausführung in reiner Holzbauweise käme nach Angaben des Architekten 0,8 Millionen Euro teurer. Mit 10,0 Millionen Euro an Gesamtkosten würde die sogenannte Hybrid-Lösung genau dazwischen liegen. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Bodenplatten und die tragenden Innenbauteile massiv ausgeführt würden, Fassade und Dach mit Holz.

Architekt Siegfried Knipl

Wie sich nach der Vorstellung der drei Varianten zeigte, sprach sich niemand im Ausschuss für ein massives Stahlbetongebäude aus. Die Frage war allerdings, ob es ein reiner Holzbau werden sollte. Das wollten nur drei Ausschussmitglieder, wie eine Abstimmung zeigte. So läuft die Planung in Richtung "Hybrid" weiter. Wie beim reinen Holzbau ist auch hier ein wichtiges gestalterisches Element, dass die Brandrettung über Balkone vor den Klassenzimmern erfolgen wird. Diese Balkone werden mit Holzstützen und wechselnden Holzelementen ausgeführt, was die Fassade strukturiert. Ein begrüntes Walmdach mit Photovoltaikmodulen soll die ökologische Seite des Vorhabens betonen.

Die Redner aller Fraktionen im Ausschuss ließen sich lobend über das Bauelement Holz bei diesem Großprojekt aus. Armin Schärtl (SPD), der die Situation vor Ort aus seinen Jahren als Nabburger Bürgermeister gut kennt, hob überdies die moderne Gestaltung des Gebäudes hervor. "Sie setzt sich im Zentrum des Schulbergs wohltuend ab", freute er sich und sprach von einem "architektonischen Highlight".

Räte einigen sich auf Neubau statt Sanierung

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