29.01.2021 - 15:48 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Neuer Kreisbrandrat: Wer folgt auf Robert Heinfling?

Die Dienstzeit von Kreisbrandrat Robert Heinfling endet Mitte Mai. Zunächst vier Männer bewarben sich um seine Nachfolge an der Spitze der Feuerwehren im Landkreis Schwandorf. Einer hat kurzfristig zurückgezogen.

Robert Heinfling, hier in seinem Büro in der Schwandorfer Gerhardingerschule, wurde 2009 zum Kreisbrandrat gewählt. 2010 trat er seinen Dienst an.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Seit 2010 ist Robert Heinfling Kreisbrandrat (KBR) und damit ranghöchster Feuerwehrmann im Landkreis. Für "Florian Schwandorf Land 1", so Heinflings Funk-Rufname, endet die Dienstzeit an seinem 65. Geburtstag. Vier Männer haben ihre Bewerbung um die Nachfolge bei Landrat Thomas Ebeling eingereicht. Einer hat inzwischen zurückgezogen.

Ebeling obliegt das alleinige Vorschlagsrecht in der Kommandanten-Dienstversammlung, die am 7. März in der Oberpfalzhalle einen Nachfolger Heinflings wählt. Wahlberechtigt sind die ersten Kommandanten der 157 Freiwilligen- und 2 Werksfeuerwehren im Landkreis. Sie vertreten 5762 aktive Feuerwehrleute, davon sind 748 Frauen. Laut dem Pressesprecher des Feuerwehrverbands, Hans-Jürgen Schlosser, zählen die 121 Jugendfeuerwehren im Kreis 1209 Mitglieder, davon 428 Mädchen. Bei den 24 Kinderfeuerwehren machen 187 Mädchen und 296 Buben mit.

Der Landrat kann bei der Versammlung einen oder mehrere Bewerber vorschlagen. Die Bewerbungen werden derzeit im Landratsamt geprüft. Es gelten einige Voraussetzungen für die Wahl zum KBR: Die Bewerber müssen volljährig sein, mindestens fünf Jahre in einer Feuerwehr Dienst geleistet und sich in einer Führungsfunktion bewährt haben. Außerdem muss der Bewerber vorgeschriebene Lehrgänge mit Erfolg besucht haben.

Wen auch immer Ebeling am 7. März vormittags in der Oberpfalzhalle vorschlagen wird: Der neue Kreisbrandrat wird auf jeden Fall für eine deutliche Verjüngung an der Spitze sorgen. Alle Bewerber sind unter 45 Jahre alt. Hier die ursprünglich vier Bewerber:

Manuel Büttner

Manuel Büttner ist Gruppenführer bei der Feuerwehr Wolfring.

Manuel Büttner ist 42 Jahre alt und Gruppenführer bei der Feuerwehr Wolfring. Der verheiratete Vater zweier Söhne arbeitet als Schichtführer bei der Integrierten Leitstelle in Amberg. Der Rettungsassistent möchte "neuen Schwung in die Feuerwehrführung bringen". Als Ziel hat er sich gesetzt, die Ausbildung auf neue Füße zu stellen. Er möchte einen Kreisbrandinspektor für den Fachbereich Ausbildung einführen. Büttner stamm aus Happurg bei Hersbruck, lebt seit 2005 in Wolfring und ist 2009 der Feuerwehr beigetreten. "Auch wegen der Kameradschaft", sagte Büttner den Oberpfalz-Medien.

Christian Demleitner

Kreisbrandmeister Christian Demleitner ist Kommandant der Feuerwehr Oberköblitz.

Christian Demleitner (42) aus Wernberg-Köblitz ist bereits in der Kreisfeuerwehrführung vertreten: Er hat das Amt als Fach-Kreisbrandmeister Funk inne. Der verheiratete Vater eines Sohns ist Kommandant der Feuerwehr Oberköblitz, trat mit 14 Jahren trat der Feuerwehr bei und leistet seit 25 Jahren aktiven Dienst. "Als Fach-Kreisbrandmeister Funk kenne ich die Strukturen der Feuerwehren im Landkreis. Dadurch und durch meine Funktion als Kommandant sind mir die Sorgen und Nöte aller Feuerwehren bewusst und bekannt", sagt der 42-Jährige, der als Einzelhandelskaufmann bei Conrad Electronic in Wernberg-Köblitz arbeitet. Die Anpassung der Führungsstruktur, zukunftsorientierte Aus- und Fortbildung und die Nachwuchsarbeit stellt er neben der Pflege der Kameradschaft in den Mittelpunkt seiner Bewerbung.

Albert Hauser

Albert Hauser, Kommandant der Feuerwehr Neukirchen bei Schwandorf.

Albert Hauser hat bei der Feuerwehr Neukirchen (Stadt Schwandorf) Führungserfahrung gesammelt: Der 40-Jährige ist seit seinem 16. Lebensjahr dabei und seit 2014 Kommandant der Wehr. "Wer bei einer Hilfsorganisation ist, der weiß: Da hängt das Herz dran", begründet er seine Bewerbung um den Posten als Kreisbrandrat. Der Projektingenieur bei Gerresheimer in Pfreimd ist verheiratet, hat drei Söhne und lebt mit seiner Familie in Hartenricht. "Organisieren, strukturieren und motivieren", zählt er zu seinen Stärken, Ausbildung der Kameraden und Modernisierung des Geräts sieht er als wichtige Aufgaben eines Kreisbrandrats.

Robert Hellenbrecht

Robert Hellenbrecht ist Hauptfeuerwehrmann bei der Feuerwehr Stulln.

Robert Hellenbrecht ist 28 Jahre alt und Hauptfeuerwehrmann bei der Feuerwehr Stulln. Der ledige Schichtführer bei der Firma "Xella" hat seine Bewerbung kurzfristig aus persönlichen Gründen zurückgezogen, sagte er den Oberpfalz-Medien. Das habe er Landrat Ebeling in einem Gespräch mitgeteilt.

Der neue KBR tritt seinen Dienst am 16. Mai an - an diesem Tag wird Robert Heinfling 65 Jahre alt und hat die Altersgrenze für den aktiven Feuerwehrdienst erreicht. Bei seiner ersten Wahl im Jahr 2009 war der ehemalige Schwandorfer Stadtbrandinspektor der einzige Kandidat um die Nachfolge von Siegfried Hammerer aus Schönsee, der ebenfalls die Altersgrenze erreicht hatte. Die lag damals noch bei 63. Mehrere Kandidaten zur KBR-Wahl gab es erst zweimal: Bei der ersten KBR-Wahl im Landkreis Schwandorf 1972 hatte Toni Gietl (Nabburg) gegen Hans Thammer (Winklarn) die Oberhand behalten. 1992 gewann Siegfried Hammerer die Wahl gegen Georg Hottner aus Schwandorf-Niederhof.

Robert Heinfling wird Kreisbrandrat

Deutlicher Vetrauensbeweis

Robert Heinfling wird Kreisbrandrat

Hintergrund:

Die Aufgaben des Kreisbrandrats

  • Unterstützung und Beratung des Landratsamts, der Gemeinden und der Feuerwehren in Fragen des Brandschutzes und des technischen Hilfsdienstes.
  • Aufsicht über die Feuerwehren und die Ausbildung der Kameraden.
  • Bei großen Einsatzlagen übernimmt der KBR die Einsatzleitung.
  • Einteilung des Kreisgebiets in Inspektionsbereiche im Einvernehmen mit dem Landratsamt.
  • Bestellung der Kreisbrandinspektoren im Benehmen mit den Kommandanten.
  • Bestellung der Kreisbrandmeister, auch für Fachbereiche.

Der KBR wird für sechs Jahre gewählt. Mit seiner Dienstzeit endet auch die der Kreisbrandinspektoren und Kreisbrandmeister. Der KBR muss von der Regierung der Oberpfalz im Amt bestätigt werden.

Deutlicher Vertrauensbeweis

 

 

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