11.02.2021 - 16:57 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Neue Sozialwohnungen: Stadt Schwandorf setzt auf Holzbau

Günstiger und barrierefreier Wohnraum auf dem Weinberg: Die Stadt investiert knapp drei Millionen Euro in einem modernen Holzbau an der Friedrich-Hebbel-Straße.

An der Friedrich-Hebbel-Straße entstehen zwölf Sozialwohnungen in einem L-förmigen Gebäude. Die Stadt investiert knapp 3 Millionen Euro.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Private Investoren haben in den vergangenen Jahren mit geförderten Wohnungsbau vorgelegt oder sind gerade dabei. Jetzt zieht die Stadt nach: An der Friedrich-Hebbel-Straße auf dem Weinberg entstehen zwölf Sozialwohnungen in einer L-förmigen Anlage. Der moderne Entwurf stieß auf viel Lob im Bauausschuss. Die Zustimmung des Stadtrates zu dem Drei-Millionen-Projekt dürfte Formsache sein. Zumal der Eigenanteil der Stadt an den Kosten überschaubar bleibt.

Die zwölf Wohnungen entstehen in einem zwei- und einem dreistöckigen Block, die L-förmig aneinanderstoßen. Acht Wohnungen sind barrierefrei, vier zusätzlich sogar rollstuhlgerecht geplant, deshalb gibt es auch einen Aufzug und ausreichend große Verkehrsflächen. Vier Zwei-Zimmer- und acht Drei-Zimmer Die in Holzrahmenbauweise erstellten Häuser sollen bis zu 34 Menschen günstigen Wohnraum von angemessener Qualität bieten.

"Vernünftig wohnen"

"Auch Leute mit wenig Geld sollen vernünftig wohnen können", sagte Oberbürgermeister Andreas Feller zum Entwurf, der Wert auf Nachhaltigkeit und ökologische Belange setzt. Eine Dachfläche wird begrünt, auf die andere kommt eine Photovoltaik-Anlage. Die hochwertigen Materialien sollen für wenig Folgekostensorgen. So wird etwa die Fassade in "Yakisugi"-Technik verschalt: Bretter werden abgeflammt. Das mache sie einerseits wetterbeständig, andererseits sei über Jahre kein Unterhaltsaufwand nötig, erläuterte Architekt Florian Brunner vom Rodinger Büro quadrat45°. Die dann schwarz schillernde Fassade ist zwar in der Anschaffung etwas teurer als gewohnte Materialien, die Investition zahle sich aber über lange Sicht aus, do der Architekt. Für die Heizung sorgt städtische Fernwärme. Die flächensparende Bauweise lässt sogar Raum für eine Erweiterung.

Schon seit Jahren hatte sich der Stadtrat immer wieder mit dem Thema Sozialwohnungen auseinandergesetzt. Die SPD hatte wiederholt auf die schwindende Zahl der Wohnungen unter entsprechender Bindung verwiesen, war mit dem Ansinnen, eine "Stadtbau" zu gründen, aber gescheitert. Im April schließlich hatte der Stadtrat dennoch grundsätzlich grünes Licht für das Projekt am Weinberg gegeben.

Zehn Prozent Eigenanteil

Laut Hochbauamts-Leiterin Barbara Hellerbrand kann die Stadt mit Zuschüssen von etwa 30 Prozent rechnen, dazu gebe es langfristige Kredite beinahe zinslos. Der Eigenanteil der Stadt bleibe bei etwa zehn Prozent - also rund 300000 Euro.

"Günstiger Wohnraum heißt nicht, dass billig gebaut wird", sagte CSU-Ausschusssprecher Hans Sieß. Er verwies darauf, dass an der Ettmannsdorfer Straße und der Libourne-Allee weitere, günstige Wohnungen von privater Hand entstehen. Er signalisierte ebenso Zustimmung wie Alfred Braun (SPD), der vor allem die barrierefreie und rollstuhlgerechte Ausstattung lobte. Seine Bedenken wegen der Flachdächer räumte der Architekt aus: "Ich kann das guten Gewissens empfehlen".

Erste Vorstellung des Projekts 2019

Schwandorf

Dritte Bürgermeisterin Marion Juniec-Möller (Grüne) lobte: "Das ist ein wunderschöner, ökologischer Entwurf." Es sei wichtig, dass die Stadt in Sozialwohnungen investiere: Denn dort bleibe die Miete auf Dauer günstig, während in privat finanzierten Wohnungen die Mietpreisbindung nach bestimmten Fristen ausläuft. Nur die AfD stimmte schließlich gegen den Sozialwohnungsbau. Aufgrund der Investitionssumme hat der Stadtrat das letzte Wort zur vorgelegten Genehmigungsplanung.

"Das ist ein wunderschöner, ökologischer Entwurf."

Dritte Bürgermeisterin Marion Juniec-Möller (Grüne)

Dritte Bürgermeisterin Marion Juniec-Möller (Grüne)

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