21.05.2021 - 17:09 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Neue Bierkönigin 2021: Krone kommt an die Naab

Der Titel der Bayerischen Bierkönigin wandert an die Naab: Sarah Jäger aus Schwandorf ist die erste Oberpfälzerin, die dieses Amt erringen konnte. Umso größer ihr Jubel am Ende einer langen Finalveranstaltung. Jetzt wird es ernst für sie.

Sarah Jäger (31) aus Schwandorf holt die Krone der Bayerischen Bierkönigin erstmals in die Oberpfalz. Sie überzeugte während des Wahlabends mit Spontanität, Charme und profundem Wissen über die bayerische Bierkultur und das Bayerische Bier.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Dass auch die Landespolitik die Kür durch den Bayerischen Brauerbund ernst nimmt, belegte der Aufritt von zwei "Schwergewichten" - dem bayerischen Wirtschaftsminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger und von Ilse Aigner, der Präsidentin des Bayerischen Landtags. Aigner, die zugeschaltet war, erzählte unter anderem davon, dass auch eine Nichte von ihr schon einmal Bierkönigin gewesen sei - allerdings von einer oberbayerischen Brauerei.

Aiwanger wiederum war vor Ort, in diesem Fall der Zentrale der bayerischen Brauer am Münchner Oskar-von-Miller-Ring. Das Hofbräuhaus, wo früher die Krönung jeweils während einer Großveranstaltung mit 500 Gästen stattgefunden hat, blieb diesmal Corona bedingt zu.

Insgesamt sechs Finalistinnen

Für den Wirtschaftsminister war klar, "Bier ist für Bayern wie Motoröl für Autos". Er wies auch auf die weitgehenden Verpflichtungen der Bierkönigin hin, die sie bis ins Ausland führen würden: "Sie muss dabei für Bier und Bayern werben."

Die sechs Finalistinnen für das Amt der Bayerischen Bierkönigin wurden bereits im März 2020 von der Jury ausgewählt. Nachdem die Wahl im vergangenen Jahr ersatzlos ausfallen musste, konnten sich die jungen Frauen intensiv auf das Amt und die möglichen Aufgaben vorbereiten. Brauerpräsident Georg Schneider war sowohl von der Ausstrahlung der Kandidatinnen als auch von ihren Fähigkeiten bei der Bierpräsentation begeistert und lobte das hohe Niveau und das Engagement der Finalistinnen. "Es war sehr schwer sich als Jurymitglied auf eine Kandidatin festzulegen," betonte er nach der Wahl.

Mit 26 Prozent der Stimmen

Sarah Jäger konnte bereits bei der Online-Abstimmung im Vorfeld des Wahlabends 21 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich ziehen und belegte den dritten Platz. Die Online-Abstimmung ging mit einem Drittel Gewichtung in die Gesamtwertung ein und verschaffte ihr einen guten Start in das Finale. Ausschlaggebend für den mit 26,2 Prozent aller abgegebenen Stimmen errungenen Sieg waren am Ende zwei Stimmen der fünfköpfigen Jury. Die Schwandorferin zeigte sich bei den Aufgaben der Juroren top vorbereitet. Sie hatte zunächst möglichst genau ein Bier vorzustellen und zu beschreiben – in ihrem Fall war das ein Maibock aus dem Allgäu – was ihr sehr gut gelang. Danach ging es in den Fragen um die Themen Stammwürze, Zoigl und Biertemperatur. Auch hier ließ sich Sarah Jäger nicht die Zügel aus der Hand nehmen. „Wirklich wunderbar,“ lobte Schneider abschließend.

Brauerpräsident Georg Schneider gratulierte der frisch gewählten Bayerischen Bierkönigin zur Amtsnachfolge von Vroni Ettstaller vom Tegernsee, die die bayerische Bierkrone zwei Jahre trug. Mit den Worten "Ich bin überwältigt und wahnsinnig stolz, nach elf Jahren die erste Bayerische Bierkönigin aus der Oberpfalz zu sein", jubelte die frisch gewählte Bierkönigin in ihre Kamera.

Familie fiebert mit

Zum Mitfiebern hatte sich Donnerstag Abend die Familie zusammen mit der Finalistin in einem Stadl unweit von Schwandorf eingefunden, wo sich die drei Geschwister, die Eltern und andere Verwandte um die 31-Jährige scharten, um sie während der dreieinhalbstündigen Online-Veranstaltung zu unterstützen. Kurz vor Mitternacht gab ein Notar in der Brauerbund-Zentrale dann das Endergebnis bekannt, das natürlich von den Fans von Sarah Jäger sofort bejubelt wurde, besonders im Internet.

Bis Mai 2022 wird die Schwandorferin gemeinsam mit dem Bayerischen Brauerbund "Bayerisches Bier" und das "Bierland Bayern" im In- und Ausland vertreten. Bier ist für Sarah Jäger nicht erst seit ihrer Bewerbung ein wichtiger Teil ihres Lebens. "Ich bin immer die Erste, wenn bei einem Fest das Bierzelt eröffnet wird", erzählt sie und lacht. "Ich liebe das Gefühl, das man damit verbindet. Geselligkeit, Genuss, gelebte bayerische Kultur." Mit dem "Kulturgut" beschäftigt sich die 31-Jährige auch täglich bei ihrer Arbeit in einer regionalen Brauerei.

Vorgängerin Veronika Ettstaller aus Gmund am Tegernsee bleibt wegen Corona zwei Jahre im Amt

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Hubert Aiwanger, bayerischer Wirtschaftsminister

Hubert Aiwanger, bayerischer Wirtschaftsminister

Prüfend im Blick: Den Maibock einer Brauerei aus dem Allgäu. Dieses Bier in drei Minuten kundig zu präsentieren, war eine der Fachaufgaben, denen sich Sarah Jäger im Finale unterziehen musste.
In einem urigen Stodl präsentierte sich die erwartungsfrohe Kandidatin samt familiärer Fangruppe den Zuschauern. In Anspielung auf Sarah Jägers Hobby, das Fußballspielen, bezeichnete Moderator Roman Roell die versammelten Unterstützer launig als „Südkurve“.
Hintergrund:

Zur Person: Sarah Jäger

  • 31 Jahre alt, geboren und wohnhaft in Schwandorf
  • Beschäftigt als Assistentin der Geschäftsleitung der Schwandorfer Brauerei Naabecker
  • Hobbies: Fußball, Familie, Reisen und ihre Arbeit in der Brauerei

Infos des Brauerbundes zur Bierkönigin

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