03.12.2020 - 16:30 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Müllkraftwerk: "Triphönix" wirft finanzielle Schatten voraus

Aus vier Müllöfen sollen drei werden: "Triphönix" nennt der ZMS das Sanierungs- und Neubauprojekt. Der erste Auftrag ist vergeben.

Markus Decker, Kämmerer des ZMS.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf, ZMS, plant auch kommendes Jahr mit einer zu entsorgenden Müllmenge von 435000 Tonnen, davon 300000 Tonnen Haus- und Sperrmüll. Das ergibt sich aus dem Haushaltsplan, den Kämmerer Markus Decker der Verbandsversammlung am Mittwoch vorstellte. Im Zahlenwerk wirft auch der vorgesehene Umbau des Kraftwerks unter dem Projektnamen "Triphönix" erste Schatten.

Größte Investition der ZMS-Geschichte

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Ab 2022 bis 2024 sieht Decker in der Finanzplanung Verpflichtungsermächtigungen von gut 96 Millionen Euro vor, etwa die Hälfte der Gesamtkosten. Allein die Planung der Maßnahme verschlingt annähernd 10 Millionen Euro. Der Auftrag ging an die "Sweco GmbH", dem Bremer Ableger eines internationalen Spezialisten für Entsorgungsanlagen. Das teilte Verbandsdirektor Thomas Knoll dem Gremium mit. Der Umbau des Kraftwerks soll auch über Kredite finanziert werden; auf Umlagen der Verbandsmitglieder will der ZMS verzichten. Letztlich wird die Anlage über die Entsorgungsentgelte refinanziert.

Kapazität im Blick

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Trotz der gewaltigen Investition, die dem ZMS ins Haus steht, dürften die Auswirkungen auf die Müllgebühren für die Bürger gering bleiben. Denn die neuen Anlagen werden über Jahrzehnte abgeschrieben, erhöhen die Kosten pro Jahr also nur relativ gering. Gleichzeitig sei mit weniger Wartungskosten und einem höheren Durchsatz zu rechnen, erläuterte Decker am Rande der Sitzung. Aktuell verlangt der ZMS von seinen Mitgliedskommunen 115 Euro Entsorgungsentgelt je Tonne Hausmüll als Vorauszahlung. Am Ende des Geschäftsjahres wird spitz abgerechnet, die vergangenen Jahre überwies der ZMS jeweils noch Geld zurück. Freilich sind die Entsorgungsentgelte nur ein Teil der Müllgebühren, dazu kommen zum Beispiel noch die Kosten für die Abfuhr.

Für den Betrieb des Müllkraftwerks seien im kommenden Jahr 23,14 Millionen Euro veranschlagt, 2 Millionen mehr als dieses Jahr, sagte Decker. Allein die Instandhaltung kostet 19,65 Millionen Euro. Die Eckdaten des Haushalts in Kürze (alle Werte in Euro):

Demo vor ZMS-Verbandsversammlung

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  • Erfolgsplan (Laufendes Geschäft), gesamt: Erträge 67,25 Millionen, Aufwand 65,97 Millionen. Überschuss für Investitionen: 1,27 Millionen. Größte Einnahmen: Entgelt für Haus- und Sperrmüll aus dem Verbandsgebiet: 34,5 Millionen; für Gewerbemüll: 18,5 Millionen Euro; Erlös aus verkaufter Energie: 11,45 Millionen. Größte Ausgaben: Für bezogene Leistungen 30 Millionen, Personalaufwand 17,6 Millionen, Betriebsstoffe 7,5 Millionen.
  • Vermögensplan (Investitionen): 33,81 Millionen Euro, davon 19,19 Millionen Reste aus Vorjahren, unter anderen für die Aufstockung des Technikgebäudes.
  • Schulden: Der ZMS ist schuldenfrei.
  • Entsorgungskosten: Der ZMS verlangt auch 2021 eine Entsorgungsentgelt-Vorauszahlung von 115 Euro je Tonne Hausmüll von den Mitgliedern. Für Gewerbemüll zur Beseitigung werden auch künftig 108 Euro je Tonne fällig.

Der ZMS beschäftigt fünf Beamte und 217 Tarifbeschäftigte, der Verband bietet 25 Ausbildungsplätze. Im kommenden Jahr soll es erstmals eine Lehrstelle für eine angehende Fachkraft Lagerlogistik geben. Die Verbandsversammlung beschloss den Haushalt einstimmig.

 

 

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