23.07.2021 - 10:11 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Lücken im Ganztagsangebot an den Schwandorfer Schulen

Bei der Betreuung der Vorschulkinder ist die Stadt Schwandorf gut aufgestellt. Nachholbedarf gibt es aber bei den Schulen.

Die neue Kindertagesstätte in Fronberg ist fast fertig und soll im September in Betrieb gehen. Sie schließt eine weitere Lücke im Betreuungsangebot der Stadt Schwandorf für Vorschulkinder.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Bei einer Klausurtagung im Juni befassten sich die Schwandorfer Stadträte mit aktuellen Zukunftsthemen. Der Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Cima, Roland Wölfel (Forchheim), fasste die Ergebnisse bei der Stadtratssitzung am Mittwoch zusammen. „Mit Krippen und Kindergärten ist die Stadt gut ausgestattet“, stellte der Moderator der Klausurtagung fest. Nicht aber bei den Ganztagesangeboten an den Schulen. Der Kommunalberater sieht im Bau einer zentralen Mittelschule mit Ganztagesangebot „eine aktuelle Herausforderung“ und erwartet dazu vom Stadtrat einen Grundsatzbeschluss.

Die Stadt feilt außerdem an einem Leitbild für die Innenstadt. „Die Aufenthaltsqualität ist steigerungsfähig“, fasste Roland Wölfel das Ergebnis dieses Themenkomplexes zusammen. Die Stadt müsse die Infrastruktur verbessern und die touristischen Potenziale „stärker nutzen“.

Die „gewerblichen Leerstände“ in der Innenstadt sollten zu Wohnungen umgebaut werden. Beim Verkehr bekräftigte der Cima-Geschäftsführer den mehrheitlichen Bürgerwillen: „Die Autos müssen raus aus der Innenstadt, denn der Durchgangsverkehr bringt keinen Umsatz“. In der nächsten Woche wird sich der Verkehrsausschuss mit dem Thema „Fußgängerzone“ befassen.

Erlebnisbad ein "Dauerbrenner"

„Dauerbrenner“ bleibt das Erlebnisbad. Es soll seinen Charakter beibehalten und regelmäßig mit Sanierungsmaßnahmen solange ertüchtigt werden, „bis sich die Stadt für den Umbau zum Ganzjahresbad entscheidet“. Bei der Umsetzung des Nutzungskonzepts für das Schmidt-Bräu-Gelände rät Roland Wölfel zu einem zeitnahen Handeln, denn: „Die Förderrichtlinien waren noch nie so günstig wie derzeit“. Die Stadt sollte deshalb „die Gelegenheit beim Schopfe packen“.

Die Bewertung der Klausurtagung fiel in den Fraktionen völlig unterschiedlich aus. „Der Schritt zu einer Fußgängerzone ist gut zu planen“, sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Andreas Wopperer. Auf diesem Weg müssten die Gewerbetreibenden der Stadt mitgenommen worden. Vorsichtig optimistisch äußerte er sich zum Erlebnisbad: „Ein Ganzjahresbad würde uns schon gut gefallen“.

Für den SPD-Fraktionssprecher Franz Schindler waren die Themenfelder der Klausurtagung „eine willkürlich zusammengestellte Stoffsammlung“. Diese Plattform könne den Stadtrat oder die Ausschüsse nicht ersetzen. Deshalb erwartet er von der Verwaltung die Erstellung einer Prioritätenliste zur Abarbeitung in den Gremien.

OB Feller: "Sind ein gutes Stück weiter"

Oberbürgermeister Andreas Feller warnte davor, das Ergebnis der Klausurtagung abzuwerten und stellte fest: „Seitdem sind wir ein gutes Stück weiter“. Auch für den Sprecher der Freien Wähler, Dieter Jäger, war der Seminartag positiv: „Jetzt sind alle Stadträte auf dem gleichen Wissenstand“.

UW-Sprecher Kurt Mieschala konnte dagegen keine neuen Erkenntnisse gewinnen. „Seit zehn Jahren reden wir nun über ein Ganzjahresbad“, so der Stadtrat. Er spricht sich dafür aus, „irgendwann einen Cut“ zu setzen, auf weitere Sanierungsmaßnahmen zu verzichten und Nägel mit Köpfen zu machen.

ÖDP-Stadtrat Alfred Damm „kann mit den Ergebnissen der Klausurtagung leben“. AfD-Sprecher Reinhard Mixl hielt wenig vom Nutzungskonzept der Stadt, die das Schmidt-Bräu-Gelände in Eigenregie entwickeln wolle. Er sprach sich dafür aus, Planung und Umsetzung einem privaten Investor zu überlassen.

Der Stadt beauftragte in einem einstimmigen Votum die Verwaltung, die Themen der Klausurtagung weiter zu verfolgen und den Gremien Vorschläge zur Umsetzung zu unterbreiten.

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