03.01.2021 - 12:01 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Landkreis Schwandorf: Einwohnerzuwachs prognostiziert

Bis ins Jahr 2038 sollen im Landkreis Schwandorf mehr als 151000 Menschen leben, prognostizieren die Statistiker. Die Altersstruktur der Gesellschaft wird sich gleichzeitig erheblich ändern, erfährt der Kreistag.

Am Beruflichen Schulzentrum Schwandorf bleiben die Schülerzahlen etwa konstant.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Altersstruktur der Gesellschaft wird sich erheblich ändern. Kämmerer Michael Neckermann verband seine Jahresbilanz im Kreistag mit einem Blick in die Statistik. Die wagt auch einen Blick in die Zukunft.

Die Landkreisbevölkerung ist auch 2019 wieder gewachsen, auf 147 872. Genau 683 Einwohner mehr stehen in der Bilanz. Zwei Zentren fallen dabei besonders auf: Das Städtedreieck verzeichnete ein Einwohnerplus von 477, die Große Kreisstadt Schwandorf einen Zuwachs um 302, jeweils im Vergleich zum Vorjahr. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass es auch Einwohnerschwund gegeben haben muss. Das bestätigen die Zahlen Neckermanns: 13 Kreisgemeinden konnten einen Zuwachs an Bewohnern verbuchen, in 20 Kommunen sank die Einwohnerzahl dagegen. Gleichzeitig, so Neckermann beim Blick auf die demografische Entwicklung, wird die Bevölkerung im Landkreis immer älter. Die Prognose für das Jahr 2038 weist aus, dass der Anteil der über 65-Jährigen gegenüber 2018 um 43 Prozent steigen wird. Gleichzeitig sinkt die Zahl der 40- bis 65-Jährigen um 9,5, die der 18- bis 40-Jährigen um 10,8 Prozent. Die jüngste Altersstufe bis 18 Jahren nimmt dagegen leicht zu: Um 2,8 Prozent.

Die Zahl der Menschen im klassischen Erwerbsalter zwischen 18 und 65 Jahren wird also in 20 Jahren um etwa ein Fünftel unter den bisherigen liegen. Gleichzeitig soll den Prognosen des Landesamts für Statistik zufolge die Einwohnerzahl des Landkreises auf etwa 151 500 steigen. Das hätte Auswirkungen auf den Kreistag: Er würde um zehn Sitze auf 70 wachsen.

Mehr Schüler

Die Zahl der Schüler an den kreiseigenen Schulen ist leicht gestiegen. Das ist auf die Gymnasien zurückzuführen: Sie besuchen 189 Schüler mehr als im Vorjahr, an den beruflichen Schulen sind es dagegen 138 weniger. Per Saldo zählte Neckermann ein Plus von 50 Schülern. Der langfristige Trend zeigt aber nach unten. Die Entwicklung an den einzelnen Schulen ist nicht einheitlich. Das Regentalgymnasium Nittenau verzeichnet ein Plus von 81 gegenüber 2019, auch da Gauß-Gymnasium Schwandorf (plus 49) und das Gymnasium Burglengenfeld (43) melden Zuwächse. Am Schmeller-Gymnasium Nabburg dagegen sinkt die Schülerzahl, und das seit Jahren: Gegenüber 2010 um 308 Schüler. "Das ist nahezu ein Drittel weniger als noch vor zehn Jahren", so Neckermann. Noch gravierende trifft es die Kunz-Realschule Schwandorf: Vor acht Jahren wurden hier noch 608 Schüler gezählt, jetzt sind es gerade noch 335.

Trend zum Studium

Die Zahlen an den Berufsschulen in Schwandorf und Nabburg sinken ebenfalls - eine Folge des Trends weg vom Lehrberuf hin zum Studium. In Schwandorf liegt das Minus seit 2015 bei 20, in Nabburg dagegen bei knapp 100 von 585 auf 486. Die Berufsschule für Forstwirte, Land- und Maschinen-Mechatroniker und Landwirte in Neunburg vorm Wald dagegen kann sich großer Nachfrage erfreuen: Hier stieg die Zahl seit 2014/2015 von 431 auf 531 Schüler.

Auch die Fach- und die Berufsoberschule nahm Nekermann in den Blick: 492 junge Menschen waren dort im Schuljahr 2014/15 registriert, davon 323 an der FOS. Die Gesamtzahl liegt im laufenden Schuljahr auf exakt dem gleichen Wert, nur haben sich die Zahlen deutlich in Richtung Fachoberschule verschoben: Sie zählt 431 Schüler, die BOS nur noch 61. Das entspricht einem Rückgang an der BOS um 64 Prozent. Die Wirtschaftsschule besuchen im laufenden Schuljahr 96 Mädchen und Jungen, acht mehr als noch im vergangenen Schuljahr.

Gute Nachrichten vom Kämmerer

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