13.08.2020 - 13:36 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kurzarbeitergeld: In einigen Branchen deutet sich eine Entspannung der Lage an

Kurzarbeit statt Entlassung in der Coronakrise: Die Zahl der neuen Anzeigen für Kurzarbeit geht seit April zurück. Obwohl alles gemeldet werden muss, ist eine genaue Zahl, wie viele Menschen sich in Kurzarbeit befinden, nicht bekannt.

Im Agenturbezirk Schwandorf der Arbeitsagentur sind die Kurzarbeiterzahlen rückläufig,
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Seit nunmehr vier Monaten hat die Coronakrise das Arbeitsmarktgeschehen im Agenturbezirk Schwandorf wesentlich beeinflusst. „Dass es zu keiner größeren Entlassungswellen kam, ist vor allem dem Instrument des Kurzarbeitergeldes zu verdanken. Dieses hat den meisten Betrieben in der Region ermöglicht, ihre Beschäftigten zu halten“, sagt Bernhard Lang, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Schwandorf. Die Zahl der neuen Anzeigen ist seit April im Agenturbezirk rückläufig. Vom 1. bis zum 25. Juni sind 140 neue Kurzarbeitsanzeigen für rund 3890 betroffene Arbeitnehmer eingegangen. Im Mai hatten die Arbeitgeber 311 Anzeigen für 6062 Beschäftigte eingereicht und im April 3285 Anzeigen für 64.345 Arbeitnehmer.

Genaue Zahl unklar

„Verständlicherweise taucht immer wieder die Frage auf, wie viele Menschen sich derzeit tatsächlich in Kurzarbeit befinden. Leider lässt sich dies noch nicht seriös beziffern“, berichtet Lang. Die Arbeitgeber können ihre Abrechnungslisten bis zu drei Monate nachträglich einreichen. Erst wenn alle Listen vorhanden sind, lässt sich die Zahl der Kurzarbeiter ermitteln. „Aber eines lässt sich zumindest schon jetzt sagen: Noch immer sind sehr viele Beschäftigte in Kurzarbeit. Viele der Unternehmen, die in den Vormonaten Anzeigen eingereicht haben, befinden sich auch aktuell noch in Kurzarbeit. Insofern ist nicht davon auszugehen, dass der gegenüber den Vormonaten starke Rückgang der neuen Anzeigen mit einer vergleichbaren Entwicklung der Kurzarbeiterzahlen einhergeht“, erklärt der Geschäftsführer Operativ.

Bei den gemeinsamen Arbeitgeber-Services der Arbeitsagentur und des Jobcenters sind im Juni verstärkt Anfragen eingegangen, ob Neueinstellungen während des Kurzarbeitergeld-Bezugs im Betrieb erlaubt sind. „Dies ist möglich und dem wird gerne zugestimmt, sofern die Bedingungen erfüllt sind. Hierzu beraten die Arbeitgeber-Services gerne interessierte Unternehmen. Die Anfragen deuten zusammen mit den Erkundigungen, ob Kurzarbeitergeld auch zeitweilig ausgesetzt werden kann – was für bis zu zwei Monate möglich ist – auf eine Entspannung der Lage in einigen Branchen beziehungsweise Betrieben hin“, berichtet Lang.

Finanz- und Versicherungsbranche stark betroffen

Aus welchen Branchen die Anzeigen kamen, liefert eine Auswertung auf Agenturebene. Die neuesten hierzu vorliegenden Zahlen beziehen sich auf den Monat Mai und noch nicht den Juni. Zu den zehn in Bezug auf die Zahl der genannten Personen am stärksten betroffenen Branchen neu hinzugekommen ist die Finanz- und Versicherungsbranche. Sie ist an die Stelle der Immobilienbranche samt freiberuflicher, wissenschaftlicher und technischer Dienstleistungen getreten, die bei den Juni-Anzeigen im Vergleich zu den anderen Branchen weniger stark als im Vormonat vertreten war. Von den 6062 in den Anzeigen genannten Personen waren 2807 im verarbeitenden Gewerbe beschäftigt. Innerhalb der Industrie war vor allem die Metall- und Elektroindustrie mit 2210 Personen sehr stark betroffen.

Nicht ohne Folgen ist die Pandemie im Dienstleistungssektor geblieben. Hier unterscheidet die BA-Statistik zwischen den Dienstleistungen aus den Bereichen Unterhaltung, Erholung sowie Arbeiten in privaten Haushalten und der Kategorie der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (z.B. Reisebüros). Bei letztgenannter Kategorie nannten die Betriebe 726 Personen. Aus erstgenannter Kategorie gingen Anzeigen für 348 Arbeitnehmer ein. Aus dem Baugewerbe kamen Anzeigen für 280 Arbeitnehmer, gefolgt vom Gesundheitswesen (276 Arbeitnehmer), der Finanz- und Versicherungsbranche (264 Arbeitnehmer), dem Handel inklusive dem Kfz-Gewerbe (241 Arbeitnehmer), der Logistikbranche (201 Arbeitnehmer), dem Bereich Erziehung und Unterricht (169 Arbeitnehmer) sowie aus der öffentlichen Verwaltung (149 Arbeitnehmer). Im Landkreis Schwandorf sind vom 1. bis zum 25. Juni insgesamt 54 geprüfte Kurzarbeitsanzeigen für 872 betroffene Arbeitnehmer eingegangen. Im Mai hatten die Arbeitgeber 100 Anzeigen für 1546 Arbeitnehmer eingereicht und im April 1037 Anzeigen für 19.989 Arbeitnehmer.

Der Arbeitsmarkts-Bericht vom Juli für Schwandorf

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