07.01.2021 - 14:19 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kurzarbeit rettet vor Kündigungen

Das Jahr 2020 schließt mit einer Dezember-Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent, das sind nur 0,4 Prozentpunkte mehr als 2019. Dennoch sei das kein Grund, in Jubel auszubrechen, sagt der Chef der Schwandorfer Agentur, Markus Nitsch.

Die Agentur für Arbeit Schwandorf registrierte im Dezember 2540 Arbeitslose.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Im Bezirk der Geschäftsstelle Schwandorf der Agentur für Arbeit (Landkreis ohne Raum Oberviechtach) ist die Arbeitslosigkeit von November auf Dezember leicht gestiegen. Mitte des Berichtsmonats waren knapp 2540 Personen arbeitslos gemeldet, 13 Arbeitnehmer oder 0,5 Prozent mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Dezember des Vorjahres stieg die Zahl der arbeitslos Gemeldeten allerdings um rund 350 Personen oder 16,1 Prozent an. Im Dezember lag die Arbeitslosenquote ebenso wie im November bei 3,2 Prozent. Im Dezember 2019 betrug die Quote 2,8 Prozent. Das teilte die Agentur für Arbeit mit.

Der Arbeitsmarkt im November

Schwandorf

Im Laufe des Monats meldeten sich rund 380 Arbeitnehmer aus der Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos, knapp 40 Personen weniger als im Dezember des Vorjahres. Im Gegenzug beendeten etwa 290 Personen die Arbeitslosigkeit, um eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, knapp 50 Arbeitnehmer oder 18,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Beratungsangebote

„Der Schwandorfer Arbeitsmarkt hat ein außergewöhnliches Jahr hinter sich. Dass trotz aller Verwerfungen durch die Pandemie 2020 mit einer Dezember-Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent schließt, haben im Frühjahr sicherlich nur wenige gedacht. Es verbietet sich jedoch, in Jubelstürme auszubrechen. Viele Arbeitnehmer hat nur die Kurzarbeit vor einer Kündigung bewahrt. Mit dem neuen Lockdown ist die Lage in vielen Betrieben derzeit erneut äußerst angespannt“, sagt Markus Nitsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf.

"Es verbietet sich jedoch, in Jubelstürme auszubrechen."

Markus Nitsch, Chef der Agentur für Arbeit

Markus Nitsch, Chef der Agentur für Arbeit

Der Agenturleiter appelliert an betroffene Unternehmen, die Beratungsangebote des gemeinsamen Arbeitgeber-Services der Agentur für Arbeit und es Jobcenters wahrzunehmen, bevor Kündigungen ausgesprochen werden. Mitarbeiter, deren bisherige Tätigkeiten krisenbedingt mittel- bis langfristig wegfallen, könnten oft mithilfe von Weiterbildungen für eine andere Tätigkeit im Betrieb qualifiziert werden. Hierbei könne die Arbeitsagentur finanzielle Unterstützung leisten, sofern die Förderbedingungen erfüllt werden.

Weniger Angebote

Im Dezember waren beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur und des Jobcenters knapp 1390 Stellenangebote gemeldet, rund 260 Offerten oder 15,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Neu meldeten die Arbeitgeber seit Jahresbeginn knapp 3580 Offerten, rund 870 Angebote oder 19,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Hintergrund:

Kurzarbeit im August

Die Agentur für Arbeit hat die neuesten Zahlen zur Kurzarbeit vorgelegt. Sie betreffen den Monat August.

  • Im August befanden sich der neuesten Hochrechnung zufolge im Agenturbezirk (Kreise Cham, Schwandorf, Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg) rund 15720 Beschäftigte in knapp 1290 Betrieben in Kurzarbeit.
  • Im Juli waren es im Gesamtbezirk laut aktueller Hochrechnung rund 21210 Kurzarbeiter in zirka 1520 Betrieben.
  • Im August lag die Kurzarbeiterquote bei 9,4 Prozent, im Juli bei 12,7 und im Juni bei 15,4 Prozent.
  • Im Kreis Schwandorf waren im Juli rund 6070 Kurzarbeiter in 500 Betrieben gemeldet. Die
    Kurzarbeiter-Quote lag so bei etwa 10,9 Prozent und damit am niedrigsten von den Kreisen im Bezirk.

Laut Agentur zeigten im November knapp 260 Unternehmen Kurzarbeit an, im Oktober waren es nur 50. Dies zeige, dass sich die Lage wieder angespannt habe, so Markus Nitsch, Chef der Agentur für Arbeit Schwandorf.

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