08.07.2021 - 17:04 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kreisel sollen Kreuzungen entspannen

In Neunburg vorm Wald und bei Steinberg am See sollen in den kommenden Jahren Kreisverkehre gebaut werden. Der Bauausschuss des Landkreises Schwandorf gibt grünes Licht und will sich um Förderungen bemühen.

Die Oder-Kreuzung soll schon bald anders aussehen. Das Landratsamt hat grünes Licht für den Bau eines Kreisverkehrs gegeben.
von Julian Seiferth Kontakt Profil

Zwei Verkehrsknotenpunkte im Landkreis Schwandorf sollen in Zukunft entspannt werden. Der Bauausschuss des Landkreises Schwandorf stimmte in seiner jüngsten Sitzungen einstimmig den Vorschlägen des Staatlichen Bauamtes zu. Die Lösung ist sowohl für die Oderkreuzung bei Steinberg am See als auch dem Jobplatz in Neunburg vorm Wald dieselbe: ein Kreisverkehr.

Dem Umbau am Jobplatz hatte das Gremium bereits im Mai 2020 im Prinzip zugestimmt. Er soll den Verkehr an der Kreuzung zwischen der Konrad-Adenauer-Straße, der Hauptstraße, der Vorstadt, der Jakobstraße sowie dem Jobplatz neu regeln. Fast genau ein Jahr später gibt es dazu gute Nachrichten: Das Bauvorhaben ist seit Mai diesen Jahres Teil des Förderprogramms Sonderbaulast der Bayerischen Staatsregierung. Das Landratsamt rechnet mit einer Förderung von 76 Prozent.

Die Baukosten belaufen sich auf rund 1,1 Millionen Euro, die Stadt Neunburg übernimmt außerdem 100.000 Euro in Planungskosten. Diese sollen an das Ingenieurbüro Weiss in Neunburg gehen. Am Ende solle der Eigenanteil des Landkreises bei 144.000 Euro liegen. Das Landratsamt will den Förderbescheid nun bei der Regierung der Oberpfalz beantragen. Sollte es zur Förderung kommen, soll das Bauvorhaben zum Ende des laufenden Jahres ausgeschrieben werden. Abgerechnet werden sollen die 1,2 Millionen Euro vorerst zu 900.000 Euro im Haushaltsjahr 2022 und 300.000 Euro im darauffolgenden Jahr.

Auch der Umbau der Oderkreuzung bei Steinberg am See soll sowohl durch das Sonderbaulastprogramm der Staatsregierung aus München mit 76 Prozent gefördert als auch mit einem Kreisverkehr gelöst werden der einen Durchmesser von 40 Metern haben soll. Durch den Ausbau soll außerdem der vorhandene Radweg an der Kreisstraße fachgerecht an den Oberpfälzer Seenlandradweg angebunden werden. Die Grundlagen sind bereits gelegt: Das Staatliche Bauamt Amberg- Sulzbach vermeldet Erfolge bei den Grunderwerbsverhandlungen mit den anliegenden Grundstücksbesitzern.

Die Kosten für den Bau belaufen sich nach Angaben des Landratsamtes auf rund 800 000 Euro. Zusammen mit anderen Einsparungen und Förderungen ergibt sich für den Landkreis allerdings ein Eigenanteil, der deutlich darunter liegt, nämlich bei 192.000 Euro. Auch dieser Förderantrag an die Regierung der Oberpfalz ist bereits gestellt, auch für diesen Kreisverkehr rechnet das Landratsamt mit dem grünen Licht und damit verbunden dem Ausschreibungsbeginn bis zum Ende diesen Jahres. Anders als beim Kreisverkehr in Neunburg vorm Wald sollen die gesamten Kosten von 800.000 Euro in einem Haushaltsjahr verbucht werden, nämlich 2022.

Kreisverkehr am Jobplatz: Im vergangenen Februar stellten die Verantwortlichen ihre Pläne vor

Neunburg vorm Wald
Hintergrund:

Kreisverkehre in Deutschland

  • Bundesweit werden seit Jahren immer mehr Kreuzungen durch Kreisverkehre ersetzt. "Der Kreisel erlebt in der Tat eine gewisse Renaissance", sagte Detlev Lipphard vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) bereits Ende 2014.
  • Weiter war man bereits damals im Ausland: Die britischen "Roundabouts" sind fester Bestandteil des Straßenbildes, auch die Niederlande und Schweden sind Vorreiter.
  • Laut UDV senken Kreisverkehre besonders innerorts das Unfallrisiko spürbar. Ein Kreisel, so Lipphard, biete einfach weniger Konfliktpunkte.
  • Für Verwirrung sorgen immer wieder die Verkehrsregeln. Kurz gesagt: Das Einfahren erfolgt ohne Blinker, wer den Kreisverkehr wieder verlässt, muss das anzeigen.

 

 

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