17.11.2021 - 17:13 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Krankenhaustüren im Landkreis Schwandorf bleiben für Besucher zu

Die vier Krankenhäuser im Landkreis Schwandorf sind wieder dicht, die Intensivbetten fast belegt. Wegen der sprunghaft steigenden Inzidenzen herrscht bis auf Weiteres ein generelles Besuchsverbot. Einige wenige dürfen dennoch rein.

Seit Mittwoch bleiben im St-Barbara-Krankenhaus die Türen für Besucher zu.
von Irma Held Kontakt Profil

Die Asklepios-Klinik im Städtedreieck in Burglengenfeld machte am 27. Oktober den Anfang, die beiden Asklepios-Kliniken Oberviechtach und Lindenlohe zogen am Montag, 15. November, nach. Seit gestern ist auch die größte Klinik im Landkreis, das St. Barbara-Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Schwandorf, abgeschottet. "Bis auf Weiteres" heißt es vonseiten der Betreiber der Krankenhäuser. Die schweren Herzens getroffenen Maßnahmen dienten dem Schutz von Patienten und Personal vor einer Ansteckung mit dem Virus.

Die Begleitung Sterbender gilt nach Angaben von Pressesprecherin Marion Hausmann im St. Barbara-Krankenhaus als Ausnahme von der aktuellen Besucherstopp-Regelung. Dafür gebe es kein allgemeingültiges Konzept, aber: "Als christliches Haus ist uns eine würdevolle Sterbebegleitung wichtig." Genaue Absprachen werden deshalb jeweils direkt zwischen dem behandelnden Arzt, den Klinikseelsorgern und den Angehörigen getroffen.

Unter die Ausnahmeregelung fallen auch Geburten. Schwandorf ist das einzige Krankenhaus im Landkreis mit einer Geburtsstation. Bei geplanten Geburten, zum Beispiel Einleitungen oder Kaiserschnitt, muss die Begleitperson einen tagesaktuellen Antigen-Schnelltest (höchstens 24 Stunden alt, kein Selbsttest) oder einen PCR-Test (maximal 48 Stunden alt) mitbringen. Das gilt auch für geimpfte oder genesene Begleiter.

Papi wird getestet

Bei einer Spontangeburt wird der Vater oder eine andere Begleitperson im Krankenhaus direkt getestet. Der Status geimpft oder genesen spielt auch hier keine Rolle. Zudem muss der Partner zu jedem Zeitpunkt eine FFP2-Maske ohne Ausatemventil tragen und sich an die geltenden Hygieneregeln halten. Geschwister oder Großeltern dürfen das Neugeborene erst zu Hause auf der Welt begrüßen.

Alle planbaren Operationen werden im Schwandorfer Krankenhaus aufgrund der angespannten Lage abgesagt. Das heißt, alles, was nicht dringend ist, wird aufgeschoben. Notfälle werden im Krankenhaus St. Barbara Schwandorf, wie gewohnt, rund um die Uhr behandelt. Im medizinisch indizierten Verdachtsfall wird auch sofort auf Corona getestet.

OP abgesagt

Die Asklepios-Kliniken stellen ebenso den Schutz von Patienten und Mitarbeitern obenan, wohlwissend, dass Besuch von Angehörigen die Genesung fördert. "Ab morgen werden alle elektiven, nicht notfallmäßigen Eingriffe abgesagt", teilt der Sprecher der Asklepios-Klinik im Städtedreieck, Bernhard Krebs, mit. Mit "elektiv" bezeichnen Ärzte Eingriffe, die nicht wirklich dringend notwendig sind (Anm. d. Red.). Asklepios behandelt bisher nur in Burglengenfeld Covid-Kranke, in Oberviechtach noch nicht. Lindenlohe als orthopädische Fachklinik ist bei Covid-Behandlungen außen vor. Nichtsdestotrotz gilt das Besuchsverbot auch in Oberviechtach und Lindenlohe.

Doch kein Besucherstopp ohne Ausnahmen, dazu zählen sterbende Patienten, Demenzkranke, Kinder oder andere Härtefälle. Diese Besuche und die Formalitäten sind mit dem jeweils zuständigen Oberarzt abzuklären. Jeder, der eine der drei Asklepios-Kliniken ausnahmsweise betritt, muss getestet werden, unabhängig davon, ob er geimpft oder genesen ist. Dazu braucht es einen 24 Stunden gültigen Schnelltest. Die Zentrale Notaufnahme arbeitet wie gewohnt. Dort wird ohnehin jeder Patient getestet, unabhängig vom Impfstatus.

Wer krank ist, muss kommen

Eines ist den Kliniken aber wichtig: Wer sich schlecht beziehungsweise krank fühlt, soll trotz allem nicht zögern, ein Krankenhaus aufzusuchen. Eine nicht oder zu spät behandelte Grunderkrankung sei oft gefährlicher als das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus. Vor allem zu nennen sind laut Asklepios Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Krebserkrankungen.

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Hintergrund:

Corona am 17. November

  • Inzidenz im Landkreis Schwandorf 533,4
  • Krankenhaus Barmherzige Brüder: 3 freie Intensivbetten, sechs Corona-Patienten auf der Intensivstation
  • Asklepios-Klinik im Städtedreieck: zwei freie Intensivbetten, zwei Corona-Patienten auf der Intensivstation.

"Als christliches Haus ist uns eine würdevolle Sterbebegleitung wichtig."

Marion Hausmann, Sprecherin Krankenhaus St. Barbara

"Ab morgen werden alle elektiven, nicht notfallmäßigen Eingriffe abgesagt."

Bernhard Krebs, Pressesprecher Asklepios-Klinik

 

 

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