30.07.2021 - 12:20 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Konzept gegen leere Busse in Schwandorf

„Leere Geisterbusse“ fahren durch die Schwandorfer Stadtteile und stellen die Wirtschaftlichkeit der Personenbeförderung in Frage. Jetzt ließ die Stadt ein Gutachten zur Steigerung der Akzeptanz erstellen. Doch die Umsetzung wird teuer.

Der Stadtbusverkehr soll attraktiver werden. Doch das neue Konzept ist mit enormen Kostensteigerungen verbunden. Für eine Fahrzone sind derzeit 1,90 Euro fällig.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

In einem 90-minütigen Vortrag erläuterten Vertreter der Firma „Ramboll Deutschland GmbH“ den Mitgliedern des Schwandorfer Verkehrsausschusses die Ergebnisse ihrer Untersuchungen zum Busangebot in der Stadt Schwandorf. Ihr Fazit: „Die Attraktivität des Angebots ist entscheidend für die Akzeptanz, nicht der Preis“. Wer von Dachelhofen ins benachbarte Büchelkühn fahren will, muss momentan einen Umweg durch die Innenstadt in Kauf nehmen. Noch schlimmer ist die Odyssee nach Naabeck, für die der Fahrgast über eine Stunde einplanen muss.

Diese Ringlinien wollen die Experten durch einen Zielverkehr ersetzen. Alle Busse halten zu einer bestimmten Zeit an einem „Rendezvous-Punkt“. Die Gutachter schlagen dafür die Bushaltestellen am Bahnhof vor. Dort könnten auch die ankommenden Bahnreisenden zusteigen. Im 20- oder 30-Minutentakt, je nach Entfernung, fahren die Busse ihre Ziele an und kehren wieder zum Ausgangspunkt zurück, um zeitgleich zur nächsten Runde zu starten.

Die Stadt lässt sich das aktuelle Angebot im Jahr 800 000 Euro kosten, zur Hälfte finanziert von den Entgelten der Nutzer. Beim neuen Konzept gehen die Gutachter vom Fünffachen dieses Betrages aus, weil wesentlich mehr Busse benötigt werden. Bei diesen Zahlen schreckten die Mitglieder des Ausschusses zurück und reichten den Ball erst einmal weiter an die Verwaltung, die eine „Balance der Machbarkeit“ finden soll.

Für Oberbürgermeister Andreas Feller sei es notwendig, die Stadtlinien in das Konzept des Landkreises einzubinden. Das sehen auch die Gutachter so, die vor allem die Linie nach Wackersdorf stärken wollen. Für die Fraktionssprecher ist klar: „Wir müssen in den Köpfen der Bürger ein Umdenken anstoßen". In dieser Richtung äußerte sich auch Busunternehmer Wolfgang Wies: „Wir sollten das Konzept in kleinen Schritten umsetzen und dabei die Bevölkerung mitnehmen“.

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