24.07.2021 - 19:04 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kommentar zum CSU-Bundestagswahlkampf: Anschubhilfe für Laschet

Ein Leisetreter-Wahlkampf ist nicht nach dem Geschmack der CSU. Also macht die Führung dem Unions-Kanzlerkandidaten Dampf. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Noch vor seiner Wahl zum CDU-Chef präsentierte Armin Laschet (CDU) augenzwinkernd die Biographie "Markus Söder - Der Schattenkanzler".
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Es ist schon üblich, dass die CSU in einem Bundestagswahlkampf eigene Akzente setzt. Bisweilen geht das auch gründlich daneben, wie die von den Christsozialen vor Jahren geforderte Pkw-Maut. Ihre Ausrufung als Wahlkampf-Thema im Jahr 2013 folgte damals dem Muster, dem Volk aufs Maul schau'n und dann die Stimmung im Stimmungen umzumünzen. Dass die Pkw-Maut später vom Europäischen Gerichtshof kassiert wurde, haben inzwischen viele vergessen. Dass der amtierende Bundesverkehrsminister von der CSU, Andreas Scheuer, wegen der Pkw-Maut noch immer im politischen Dauerfeuer steht, liegt einzig an seinem Agieren.

Für diesen Wahlkampf breitet die CSU ein ganzes Bukett an eingängigen Forderungen aus – von Investitionen, über Entlastungen für Gastronomie, Handwerk, Handel, Pendler, Privathaushalte und Eltern bis hin zur Mütterrente. Dabei weiß die Parteiführung auch, abgerechnet wird in den Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl. Das Kalkül dürfte dabei lauten, wer jetzt schon Pflöcke einschlägt, kann in den Gesprächsrunden nach dem 26. September vieles durchsetzen.

Zudem gilt: Der Schlafwagen-Wahlkampf des Unionskanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) widerspricht dem Naturell von CSU-Chef Markus Söder. Der bayerische Ministerpräsident will seine Partei und sich selbst als Macher präsentieren, während sein nordrhein-westfälischer Amtskollege versucht nirgends anzuecken, um so ins Kanzleramt zu kommen. Bisweilen könnte der Beobachter daher meinen, Laschets Motto ist: Wer nichts macht, macht keine Fehler.

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