28.07.2021 - 11:52 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Keine Corona-Impfpflicht an Krankenhäusern im Landkreis Schwandorf

Die Zahl der Infizierten steigt durch die Delta-Variante des Corona-Virus wieder und Menschen in Krankenhäusern sind besonders schutzbedürftig. Spricht das für eine Impfpflicht für Krankenhaus-Beschäftigte?

Da gerade in Kliniken und Senioreneinrichtungen das Coronavirus besonders dramatisch gewütet hat, ist Impfen auch bei den Beschäftigten dort ein sehr wichtiges Thema.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Das Thema Impfpflicht ist heikel. Eine Impfpflicht kann in Deutschland auch am Grundgesetz scheitern. Im Artikel 2 ist nämlich die körperliche Unversehrtheit und die Selbstbestimmung verankert. In Frankreich haben sich zwischenzeitlich die Impfbefürworter durchgesetzt. Der französische Senat hat jetzt für ein Gesetz mit verschärften Corona-Regeln gestimmt, darunter eine Impfpflicht für Beschäftige im Gesundheitswesen. Der Entwurf wurde in der Nacht zum Sonntag mit 199 Ja- und 123 Neinstimmen angenommen.

Marion Hausmann, die Leiterin Marketing und Öffentlichkeitsarbeit im Schwandorfer Krankenhaus St. Barbara der Barmherzigen Brüder, macht auf Anfrage von Oberpfalz-Medien ganz klar: "Sollte es eine gesetzliche Vorgabe geben, dann müssen sich natürlich alle unsere Mitarbeiter impfen lassen." Bis dahin aber gelte, "Impfen ist Privatsache." Ähnlich argumentierte auch Geschäftsführer Martin Baumann, der bereits im Februar in der hauseigenen Zeitung "Einblick" betont hatte, "seitens des Hauses gibt es weder eine Impfempfehlung noch eine Impfpflicht".

Angebote gut angenommen

Folglich kann Marion Hausmann ganz aktuell auch keine definitiven Zahlen nennen: Denn das Krankenhaus wisse nicht ganz genau, wie viele seiner Beschäftigten tatsächlich geimpft sind. "Man muss diesbezüglich den Arbeitgeber nicht informieren," betont sie. Allerdings habe St. Barbara seinen Leuten ein Impfangebot unterbreitet und ein eigenes Impfzentrum betrieben. Dabei wurden zwischen Dezember 2020 und Mai 2021 56 Prozent der Mitarbeiter geimpft. „Darüber hinaus wissen wir von weiteren 16 Prozent unserer Mitarbeiter, dass sie sich außer Haus, zum Beispiel in einem Impfzentrum oder bei niedergelassenen Ärzten, haben impfen lassen." So seien mindestens 72 Prozent der Beschäftigten von St. Barbara geimpft. "Dazu kommt noch eine Anzahl X, von denen wir es nicht wissen, weil sie sich vielleicht beim Hausarzt haben impfen lassen und es nicht mitgeteilt haben."

Mehr als im Landkreisschnitt

So kommt das Krankernhaus St. Barbara auf eine höhere Impfquote als der Landkreis Schwandorf als Ganzes. Offizielle Zahlen aus dem Landratsamt sprechen davon, dass im Landkreis bislang insgesamt 83 257 Menschen zum ersten Mal geimpft wurden, von denen 69 320 Menschen bereits die zweite Impfung bekommen haben. Damit liegt die Impfquote bei rund 56,2 Prozent.

Deutlich besser sieht es ebenfalls in der Asklepios-Klinik im Städtedreieck aus. Auch deren Pressesprecher Bernhard Krebs hat sich mit dem Thema schon beschäftigt und spricht davon, es seien rund 80 Prozent der insgesamt 340 Mitarbeiter geimpft. Bei der Gruppe der Ärzte liege die Quote sogar bei 100 Prozent. Ein Vorteil der Impfungen sei vor allem die Erleichterung des Betriebsablaufs: „Einerseits erkranken weniger Mitarbeiter, andererseits können vorsorgliche Quarantänen bei ungewolltem Kontakt vermieden werden."

Aktuell weiter steigende Corona-Zahlen

Schwandorf
Hintergrund:

Krankenhaus St. Barbara Schwandorf

  • Das Krankenhaus St. Barbara der Barmherzigen Brüder in Schwandorf ist der medizinische Zentralversorger für die Stadt und den Landkreis Schwandorf.
  • Es ist Arbeitgeber für mehr als 900 Mitarbeiter.
  • Mit 267 Betten ist es das größte Krankenhaus im Landkreis Schwandorf.
  • Mit einem Neu- und Erweiterungsbau wurden 50 Millionen Euro in die medizinische Versorgung und in mehr Raumkapazität investiert.
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